NAI – Nachrichten aus Israel Montag, 16. September 2013

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Palästinensische Rebellen wollen „arabischen Frühling“ im Gazastreifen

Montag, 16. September 2013 |  Aviel Schneider

Was in Ägypten gelungen ist, versuchen Palästinenser nun im Gazastreifen zu wiederholen: Einen Sturz der Regierung, in diesem Fall der radikal-islamischen Hamas. Eine palästinensische Bewegung, die nach ägyptischem Vorbild den Namen Tamarod („Rebellion“ oder „Aufstand“) trägt, ruft zu Massenprotesten gegen die Hamasführung auf. Tamarod ist eine Palästinensergruppe, die stets anonym mit verdeckten Gesichtern agiert. Sie will die radikale Islamherrschaft im Gazastreifen beenden. „Die Hamas im Gazastreifen ist nichts anderes als die radikale Muslimbruderschaft“, warnte Tamarod im Internet über den Videokanal YouTube.

Im Gazastreifen muss die Bewegung vorsichtig sein. Daher betonen die Bewegungsleiter, dass sie nicht grundsätzlich gegen die Hamas seien, sondern gegen das, was aus der Organisation geworden sei, nämlich eine Militärherrschaft. Aus dem Gazastreifen werden kaum Stimmen laut, die nicht mit dem fanatischen Hamas-Regime übereinstimmen. Die Palästinenser im Gazastreifen leben in Angst – das will Tamarod ändern.

Mitglieder der Tamarod betonten gegenüber israel heute  und anderen Medien, dass ein „arabischer Frühling“ auch im Gazastreifen möglich sei. Hamas-Chef Ismail Haniya warnte prompt in einer Pressekonferenz vor der Gefahr, dass die Tamarod-Bewegung das palästinensische Volk spalte. „Ich habe nichts gegen Aufstände und Rebellionen“, erklärte Haniya. „aber diese müssen sich gegen die Zionisten und Eroberer unseres Landes richten!“ Aus palästinensischen Quellen geht hervor, dass Haniya die palästinensischen Rebellen so schnell wie möglich verhaften lassen will, um jeglichen Widerstand gegen sein Regime schon im Vorfeld zu vereiteln.

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Palästinenser-Führung steht an der Seite des Diktators Assad

Montag, 16. September 2013 |  Ein Kommentar von Aviel Schneider

Die Zahl der syrischen Todesopfer in den vergangenen drei Jahren, zwischen 100.000 und 120.000, ist der Weltöffentlichkeit bekannt, auch den Palästinensern. Als „leidendes Volk“ (so stellen sich die Palästinenser gerne selbst dar) müssten sie mehr als alle anderen Völker Mitleid mit den syrischen Opfern haben. Aber stattdessen stellt sich die Palästinenserführung, egal ob die Hamas im Gazastreifen oder die Fatah in Ramallah, auf die Seite des syrischen Diktators und „Schlächters“ Baschar el Assad.

Laut der kuwaitischen Zeitung Al-Anba-e stehen die Hamasführer Imad al-Alami und Dr. Mahmoud al-Zahar an der Seite Assads. Der international agierende Hamas-Chef Khaled Maschal ist diplomatischer und redet von einer politischen Lösung in Syrien. Obwohl die Hamas dem sunnitischen Islam angehört, wird die Terrororganisation finanziell und ideologisch von den Schiiten im Iran gefördert. Das Assad-Regime in Damaskus ist ein Alliierter des Iran, daher der Bund zwischen der Hamas und Damaskus.In Ramallah halten die palästinensischen Fatah-Politiker entweder den Mund oder sprechen ebenso von einer „politischen Lösung“. Ihnen kommt kein Wort über Assads Kriegsverbrechen gegen sein eigenes Volk über die Lippen. Keiner kritisiert das brutale Assad-Regime, alle warten ab, ob der Diktator die Revolution übersteht oder die Rebellen Assad besiegen. Auch Palästinenserchef Mahmoud Abbas will sich nicht den Mund an diesem heißen Thema verbrennen. Die palästinensischen Christin und Regierungssprecherin Hanan Aschrawi behauptete im September: „Die Region wird mit einer Eskalation den Preis bezahlen. Es ist im Interesse Israels, dass sich die Amerikaner in Syrien einmischen wie auch im Iran, damit die Region geschwächt wird“. Warum setzt sich die arabische Christin nicht für die christliche Minderheit in Syrien ein, wie das aramäisch-sprechende Christendorf Maalula, das von den Rebellen erobert wurde und dessen Bewohner von den radikalen Al-Kaida-Islamisten als Geiseln genommen wurden? Hätte Israel die Palästinenser so behandelt wie Assad sein Volk behandelt, dann hätten Aschrawi und alle anderen palästinensischen Politiker garantiert zu einem Militärschlag gegen Israel aufgerufen und weniger von einer politischen Lösung gepredigt.

Beim palästinensischen Volk auf der Straße sind ganz andere Töne zu hören. Viele Palästinenser schämen sich, dass ihre Politiker Assad in Schutz nehmen. Egal mit welchen Palästinensern wir geredet haben, in Ostjerusalem, in Bethlehem, in dem Dorf Fukin oder der Gegend um Hebron und Yatta, alle haben den syrischen Diktator Baschar el Assad und seine gesamte Familie verflucht. Einmal, weil er ein „Schlächter“ ist, und zweitens weil Assad als Alawit ihrer Ansicht nach kein Moslem ist. Auch haben alle zugegeben, dass Israel niemals so brutal mit den Palästinensern umgegangen ist. Diejenigen, die nahe an der ehemaligen Grünen Grenze von 1967 wohnen, hoffen und beten, in der Zukunft unter israelischer Herrschaft zu leben. „Ihr habt eine Demokratie und ihr seid Menschen. Araber kennen kein Erbarmen wie Juden“, sagte mir Ali Manssur, mein Gärtner aus Fukin. „Wir leben in Angst, wir haben keine Freiheit wie ihr. Wenn wir nur wählen könnten, glaube mir, so würden sich alle … oder besser gesagt fast alle für ein Leben unter israelischer Regierung entscheiden.“

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Kurznachrichten

Montag, 16. September 2013 |  NAI-Redaktion

+++ US-Außenminister Kerry ist zu einem Blitzbesuch nach Jerusalem gekommen, um Ministerpräsident Netanjahu über das Syrien-Abkommen zu informieren (Foto). US-Präsident Obama stuft das iranische Atomprogramm als eine größere Gefahr ein als das syrische Giftgas. In Israel hatte man befürchtet, dass durch das syrische Giftgasproblem die Großmächte von der iranischen Atomgefahr abgelenkt werden. +++ Mehr als 500 Akademiker und Wissenschaftler aus 13 europäischen Staaten haben an die EU-Außenbeauftragte Ashton appelliert, den Boykott von jüdischen Produkten und Projekten in Judäa, Samaria und den Golanhöhen aufrecht zu erhalten. +++ Die israelische Verhandlungsführerin bei den Friedensgesprächen mit den Palästinensern, Justizministerin Zipi Livni, ist offenbar zu weit größeren Zugeständnissen bereit als Ministerpräsident Netanjahu. So will Livni laut Medienberichten einem Abzug der israelischen Truppen aus dem Jordantal zustimmen. Netanjahu lehnt dies aus Sicherheitsgründen strikt ab. +++ Im israelischen Parlament formiert sich ein Block, der auf Ministerpräsident Netanjahu Druck ausüben will, bei den Verhandlungen mit den Palästinensern keine Gebiete abzutreten. Das Oslo-Abkommen habe bewiesen, dass die Land-für-Frieden-Politik für Israel schädlich sei. +++ Zwischen 2008 und 2012 sind die Wohnungspreise in Israel um 54 Prozent gestiegen. In der gleichen Zeit stieg das Durchschnittseinkommen eines Israeli aber nur um 20 Prozent. +++ Drei Viertel der Israelis sind der Meinung, dass Syriens Diktator Assad seine chemischen Waffen nicht vollständig abgeben wird. In dem Giftgas-Abkommen seien Russlands Putin und Assad die Gewinner. Als Verlierer wird US-Präsident Obama gesehen. +++160 Kilometer von Damaskus entfernt, in der israelischen Stadt Nahariya, werden in Kliniken derzeit 80 Syrer behandelt. Viele dürfen später nicht erzählen, dass sie von Juden gerettet wurden, das brächte sie zu Hause in Lebensgefahr. +++

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Israel-Video des Tages: Junge Wissenschaftler bitten um Unterstützung

Montag, 16. September 2013 |  NAI-Redaktion

Eine Gruppe von zwölf jungen Wissenschaftlern der Ben Gurion-Universität bittet um Unterstützung, um an dem wissenschaftlichen Wettbewerb „iGem“ teilzunehmen. Als eins von 220 Teams aus der ganzen Welt werden diese jungen Leute Israel vertreten und – wenn alles gut läuft – am 1. November im Finale in Boston, USA, stehen. Der „iGem“-Wettbewerb wurde von der prestigeträchtigen MIT-Universität in Boston ins Leben gerufen, um Forschung im Bereich synthetische Biologie und Gentechnik zu fördern. Zum ersten Mal ist jetzt auch ein israelisches Team dabei. In diesem englischsprachigen Video wird das Forschungsprojekt ausführlich erklärt.

 

Die Idee der Israelis zielt auf die Lebensdauer von Bakterien. Da man nicht weiß, wie Bakterien auf verschiedene Umwelteinflüsse reagieren oder was mit ihnen passiert, wenn sie nicht mehr gebraucht werden, versucht man ihnen eine Art Selbstzerstörungsmechanismus einzubauen. Damit kann die Lebensdauer der Bakterien bei ihrer Herstellung bestimmt werden. Diese Bakterien werden sich dann selbst auflösen, sobald ihre Arbeit getan ist.

Die Anwendungsmöglichkeiten von Organismen, die auf genetisch veränderten Bakterien basieren sind enorm. In der Medizin, beim Recycling, beim Nahrungsmittelanbau und der Wasseraufarbeitung wird diese Technologie schon in großem Maße genutzt. Ständig kommen weitere Bereiche hinzu. Wer die jungen Israelis finanziell unterstützen möchte, kann das direkt auf ihrer Website tun: http://www.headstart.co.il/project.aspx?id=6582&lan=en-US

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