NAI – Nachrichten aus Israel Freitag, 13. September 2013

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Syrienkrise zeigt: Israel kann sich nicht auf Obama verlassen

Freitag, 13. September 2013 |  Aviel Schneider

Israels größte Tageszeitung Yediot Achronot hat ein Foto von US-Präsident Barack Obama veröffentlicht mit dem Kommentar „Von Drohungen zu Worten“. In Jerusalem ist man von Obamas Verhalten enttäuscht. Auch Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu ließ Kritik an Washington anklingen: „Wenn wir uns nicht selbst helfen, dann wird dies keiner für uns machen.“ Laut Netanjahu muss die Welt einsehen: „Wer Massenvernichtungswaffen einsetzt, muss dafür den Preis bezahlen“. Jedem sei klar, dass Syrien im Kriegsfall sein Giftgas auch gegen Israel verwenden würde. Insgesamt wird das amerikanische Zögern in den israelischen Medien heftig kritisiert. Damit signalisiere Washington auch, dass sich Jerusalem nicht auf die Amerikaner verlassen könne.

Die russische Initiative, die syrischen Chemiewaffen zu kontrollieren und zu vernichten (in einer Frist von bis zu zehn Jahren!), hat Washington davor gerettet, den angedrohten Militärschlag in Syrien tatsächlich ausführen zu müssen. Aus amerikanischer Sicht ist das Zögern verständlich, denn die letzten Kriege im Irak und Afghanistan haben Amerika keinen Sieg gebracht. Aus israelischer Sicht ist die Situation gefährlich, weil Syrien mit Israel eine gemeinsame Grenze hat. Deshalb warnte Netanjahu in einer Rede vor angehenden Marine-Offizieren in Haifa, dass Washington einen Fehler mache. „Damit wird Syrien und dem Iran eine klare Botschaft vermittelt: Keiner wird für den Einsatz von Massenvernichtungswaffen bestraft.“

Der russische Staatschef Wladimir Putin warnte in einer Kolumne für die New York Times, dass ein amerikanischer Militärschlag in Syrien eine islamistische Terrorwelle im Westen auslösen werde. Die Angst vor neuen Terrorwellen in Europa und Amerika schüchtert Regierungen ein und hindert sie daran, Stellung für Israels zu beziehen. Als Moskau seine Initiative vortrug, die syrischen Chemiewaffen zu beseitigen, hat Putin zur selben Zeit dem Iran öffentlich vorgeschlagen, einen neuen Atomreaktor in Buschar zu errichten.

Ein Palästinenser namens Amschad (35) aus dem arabischen Stadtteil Jerusalems fragte gegenüber israel heute: „Schaut, wie die Russen Syrien und dem Iran beistehen. Wo ist die USA, die ständig von ihrer Hilfe für Israel redet?“

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Starke Polizeipräsenz soll Attentate auf Gläubige verhindern

Freitag, 13. September 2013 |  Tommy Mueller

Die Jerusalemer Polizei befürchtet, dass es heute und morgen zu Unruhen und gewalttätigen Angriffen auf Soldaten und Polizisten in der Hauptstadt kommen könnte. Die islamistischen Al-Aksa-Märtyrerbrigaden hatten „grünes Licht für Terroranschläge“ gegeben, die heute Abend – zum Jom-Kippur-Feiertag – beginnen sollen. Die israelische Polizei hat daraufhin Sondereinheiten nach Jerusalem beordert. Der Zugang zum Tempelberg wurde beschränkt: Nur Muslime, die älter als 45 Jahre sind und einen israelischen Ausweis besitzen, dürfen das Gelände um den Felsendom und die Al Aksa-Moschee betreten.

An der Westmauer („Klagemauer“) werden zum höchsten jüdischen Feiertag Tausende von Gläubigen erwartet. Die Jerusalemer Polizei hat dort und in der gesamten Altstadt zusätzliche Kräfte stationiert. Polizeisprecher Micky Rosenfeld erläuterte, verschiedene Eliteeinheiten sowie verdeckte Ermittler seien im Einsatz, um kritische Situationen möglichst zu vermeiden und im Notfall schnell reagieren zu können. Zum Schutz von Synagogen sind freiwillige Zivilschützer abgestellt worden. Auch der Rettungsdienst Magen David Adom hat seine Kräfte für den Feiertag verstärkt- auch wegen der für morgen vorhergesagten Hitze.

Über eine halbe Million Juden hatte sich bereits gestern an der Klagemauer zum „Slichot-Gebet“ versammelt (Foto). Sie baten Gott schon am Vorabend des Versöhnungstages um Vergebung ihrer Schuld und Sünde. Der Bußtag Jom Kippur beginnt heute bei Sonnenuntergang. 25 Stunden lang wird gefastet und gebetet. Der gesamte Verkehr steht still, Fernseh- und Radiprogramme schweigen und selbst der internationale Flughafen ist geschlossen.

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Kurznachrichten

Freitag, 13. September 2013 |  NAI-Redaktion

+++ Die Amtszeit des israelischen Militärchefs Benny Gantz (54, Foto) ist von drei auf vier Jahre verlängert worden. Ministerpräsident Netanyahu unterstrich, Gantz habe die israelischen Streitkräfte mit bemerkenswertem Erfolg durch einige der schwierigsten Herausforderungen ihrer Geschichte gesteuert. +++ Der in Amerika geborene islamistische Terrorist Omar Hammami (29) ist in Somalia von Mitgliedern seiner eigene Terrorgruppe erschossen worden. Hammami war durch Rap-Songs im Internet bekannt geworden. In einem seiner Lieder hieß es“ Wischt Israel vom Globus.“ +++ Das ägyptische Staatsfernsehen hat am Donnerstag berichtet, dass Hamas-Terroristen aus dem Gazastreifen ägyptische Islamisten ausbilden. Angeblich bringen sie ihnen bei, wie man Autobomben baut. Außerdem soll die Hamas 400 Landminen an ägyptische Extremisten übergeben haben. Die Hamas wies die Vorwürfe zurück und nannte den Bericht einen Versuch, ihre Organisation zu dämonisieren. +++

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Israel-Video des Tages: Holocaust-Erinnerung nun auch auf Deutsch

Freitag, 13. September 2013 |  Tommy Mueller

Die gezielte Judenvernichtung während der Nazi-Zeit darf nicht aus der Erinnerung verschwinden. Das ist das erklärte Ziel der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem. Neben dem Museum und dem Archiv mit Millionen von Dokumenten spielt das Internet eine immer wichtigere Rolle. Seit kurzem gibt es die Webseite von Yad Vashem auch in deutscher Sprache. Das israel heute-Fernsehteam hat vor Ort nachgefragt, warum es sich lohnt, diese Webseite zu besuchen.

Zum Ansehen des Videos nach unten scrollen.

 

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