NAI – Nachrichten aus Israel Donnerstag, 12. September 2013

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Vor 40 Jahren: Ein Mädchen erlebt den Jom-Kippur-Krieg

Donnerstag, 12. September 2013 |  Anat Schneider

Der Versöhnungstag rückt näher. Langsam legt sich die Stille über die Straßen. Kurz vor der Dämmerung eilen ganz in weiß gekleidete Männer, die sich in Gebetsmäntel (Tallith) eingehüllt haben, zur Synagoge. Ihnen folgen Kinder auf Fahrrädern, die größtenteils säkular sind und an diesem Tag die Straße füllen, da so gut wie keine Autos unterwegs sind. Dann kommen die Mütter, die versuchen, ihre Kinder etwas zu beruhigen und sich dann auch den Gebeten anschließen.

In dieser Stille des Versöhnungstages kommt in mir immer wieder die Erinnerung an den berühmt-berüchtigten Jom Kippur Krieg von 1973 hoch. Ich war ein kleines, 7-jähriges Mädchen. Auch ich fuhr am Mittag mit dem Fahrrad umher. Die Straßen waren leer, nur fröhlicher Kinderlärm und die Stimmen der Betenden aus der Synagoge füllten sie aus.

Diese Idylle wurde durch das Motorengeräusch eines Lastwagens gestört, der in unser Wohnviertel hineinfuhr. Die Kinder schimpften den Fahrer aus, weil dieser am heiligsten Tag des Jahres Auto fuhr. Zu meiner großen Überraschung suchte er nach meinem Vater.

Zu meiner Schande stürzte mein Vater eine halbe Stunde später mit einer großen Tasche aus dem Haus, stieg hastig in sein Auto ein und fuhr davon. Und zu meiner Enttäuschung strömten die Betenden aus der Synagoge und beschimpften ihn als einen Abtrünnigen.

Statt eines Schofarhorns ertönte etwa eine Stunde später ein viel lauterer, die Nachbarschaft bedrohlich durchdringender Ton. Kurz darauf rannten die Mütter umher, um ihre Kinder zusammenzusuchen und in die Wohnungen zu bringen. Das ist meine Erinnerung an den Beginn des Jom Kippur Krieges.

Der Lkw-Fahrer war gekommen, um meinen Vater in den Krieg zu beordern. In der Tasche hatte mein Vater Sachen für eine längere Zeit gepackt. Die Sirene, die uns alle unerwartet erfasste, gab die Notsituation und den Beginn des Krieges bekannt. Zu Gunsten der Betenden muss gesagt werden, dass sie sich später bei meiner Mutter für ihr rauhes Verhalten gegenüber ihrem Mann, also meinem Vater entschuldigten.

Ich erinnere mich an Nächte voller Unruhe, in denen ich um meinen Vater bangte. Ich erinnere mich an die Liebespakete, die wir in der Schule, zuhause oder wo auch immer für die Soldaten an der Front liebevoll zusammenpackten: Pakete mit Süßigkeiten, Zeichnungen und Briefen sowie Dinge, die sie dringend gebrauchen konnten. Und heute, wo meine eigenen Kinder in der Armee dienen, weiß ich genau, wie sehr ein solches Paket sie stärkt und ermutigt. So wissen sie, dass man zuhause an sie denkt und für sie betet. Mein Gebet ist es, dass wir bald den langersehnten Frieden erleben und keine weiteren Kriege durchleben müssen.

Und Ihnen, unsere treuen Leser und Kunden, möchten wir für Ihre Gebete danken und dass Sie sich aus weiter Ferne auch um die israelischen Soldaten sorgen. Möge Gott Sie dafür reichlich segnen!

Wenn auch Sie die israelischen Soldaten unterstützen möchten, klicken Sie hier!

Im Bild: Generalstabschef Chaim Bar Lev (Mitte links) mit Generalmajor Ariel Scharon, dessen Kopf verwundet ist, und Verteidigungsminister Mosche Dayan (mit Augenklappe) bei einer strategischen Planung während des Jom-Kippur-Krieges.

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Für die Zwei-Staaten-Lösung müssen 100.000 Siedler weichen

Donnerstag, 12. September 2013 |  Tommy Mueller

Sollte sich Israel mit den Palästinensern auf eine Zwei-Staaten-Lösung einigen, müssten mindestens 100.000 jüdische Siedler das Westjordanland verlassen. Dies sei derzeit politisch nicht durchsetzbar. Das unterstrich Gilad Sher, früherer Stabschef der israelischen Regierung zur Zeit von Ministerpräsident Barak (1999-2001). Sher sprach bei einer Sicherheitskonferenz in Tel Aviv. Mindestens ein Drittel der jüdischen Bevölkerung in Judäa und Samaria müsse einem neuen Palästinenserstaat weichen.

Die übrigen Siedler – in den großen jüdischen Städten wie Maale Adumin (Foto) und Ariel – können bleiben, falls die Palästinenser einem Gebietsaustausch zustimmen. Die kleinen Siedlungen und Außenposten, die oft nur aus einigen Wohncontainern bestehen, müssten zwangsgeräumt werden. Darauf sei Israel nicht vorbereitet, meinte Sher, der früher selbst mit den Palästinensern Friedensverhandlungen geführt hat. Unklar ist, was mit jüdischen Enklaven wie in Hebron geschehen soll oder mit Siedlungen, die weit entfernt von den 1968er-Grenzen errichtet wurden wie Itamar. Die israelische Öffentlichkeit hat das abschreckende Beispiel des Gazastreifens vor Augen. Seit der Räumung des Küstengebiets am Mittelmeer wird es von der Hamas als Raketenabschussbasis benutzt, um den israelischen Süden zu terrorisieren.

Nach Ansicht von Golasd Sher ist derzeit ein dauerhaftes Friedensabkommen zwischen Israelis und Palästinensern nicht möglich. Bestenfalls könnten die aktuellen Verhandlungen zu einer Übergangslösung führen. Israel benötige zunächst einen „Masterplan“ für den Rückzug der Siedler aus dem sogenannten Westjordanland.

Fraglich ist, inwieweit die Palästinenser überhaupt bereit sind, Kompromisse zu schließen. Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas hatte im Vorfeld der aktuellen Friedensverhandlungen erklärt, er wolle in einem künftigen Palästinenserstaat keinen einzigen jüdischen Siedler oder Soldaten sehen. Die im Gazastreifen regierende Hamas lehnt Verhandlungen mit Israel generell ab und setzt stattdessen auf Terrorattacken. Abbas fordert die Teilung von Jerusalem, um den Ostteil zur Hauptstadt des Palästinenserstaates zu machen. Eine Teilung Jerusalems lehnt Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu strikt ab – und weiß dabei die große Mehrheit des Volkes hinter sich.

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Kurznachrichten

Donnerstag, 12. September 2013 |  NAI-Redaktion

+++Schießerei am Josephsgrab (Foto) in Nablus: Ein Palästinenser hat dort auf israelische Soldaten geschossen. Sie waren vor Ort, um jüdische Pilger zu schützen, die am Grab des jüdischen Stammvaters beteten. Die Soldaten erwiderten das Feuer, der Attentäter wurde verletzt und kam ins Krankenhaus. Weder die israelischen Soldaten noch die Pilger kamen zu Schaden. Rund um Nablus kam es im Laufe des Vormittags zu Unruhen, die Armee setzte Tränengas ein. Mehrere Palästinenser wurden festgenommen. +++ Ein leichtes Erdbeben hat heute um 4.20 Uhr Ortszeit den Großraum Jerusalem erschüttert. Es gab keine Meldungen über Verletzte oder Sachschäden. Das Beben hatte die Stärke 3,5 auf der Richterskala. Sein Zentrum lag etwa 30 Kilometer von Jerusalem entfernt, nördlich des Toten Meeres. +++ Die muslimische Verwaltungsbehörde des Tempelbergs in Jerusalem (Waqf) hält den von jüdischen Archäologen entdecken Goldschatz (israel heute berichtete) für eine Fälschung. Die Abbildung eines siebenarmigen Leuchters hatte gezeigt, dass Juden bereits vor fast 3000 Jahren in dieser Region lebten. Die Muslime werfen den israelischen Wissenschaftlern vor, sie fälschten Funde, um jüdische Ansprüche auf das besetzte heilige Gelände zu unterstreichen. +++ Zwei Monate nach der Steuerreform, durch die Alkohol und Zigaretten um 18 Prozent teurer wurden, ist in Israel der Verkauf von Alkohol um 44 Prozent und der Verkauf von Zigaretten um 60 Prozent gesunken. +++

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Israel-Video des Tages: Szenen des Jom-Kippur-Krieges

Donnerstag, 12. September 2013 |  NAI-Redaktion

Am 6. Oktober 1973 starteten Ägypten und Syrien einen Überraschungsangriff auf Israel. Es war Jom Kippur, der höchste jüdische Feiertag. Während der ersten zwei Tage rückten die arabischen Streitkräfte vor, danach aber wendete sich der Kriegsverlauf zugunsten der Israelis, die zunächst ihre Truppen hatten mobilisieren müssen. Dies war viel schneller möglich, als die Angreifer erwartet hatten: Während des Feiertags ruhte das öffentliche Leben fast vollständig, wodurch kein Straßenverkehr die Militärtransporte behinderte und die Reservisten in ihren Häusern und Synagogen schnell ausfindig gemacht werden konnten. Israel siegte letztendlich, musste aber schwere Verluste hinnehmen (über 2600 Tote und mehr als 7000 Verwundete). Auf arabischer Seite gab es über 8500 Tote.

Sehen Sie heute ein Video mit Eindrücken des Jom-Kippur-Krieges vor 40 Jahren!

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