NAI – Nachrichten aus Israel Dienstag, 10. September 2013

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Syrien-Krise: Obama zögert und Israel hält sich zurück

Dienstag, 10. September 2013 |  Aviel Schneider

Macht ein amerikanischer Militärschlag in Syrien Sinn? Das wird derzeit auch in Israel kontrovers diskutiert. Alles wäre viel einfacher, hätte US-Präsident Barack Obama nicht öffentlich gedroht, mit dem Einsatz von Chemiewaffen überschreite Diktator Assad eine Rote Linie, und die USA würden dann eingreifen. Auf der politischen Ebene sieht es so aus, als ob Israel und die jüdische Lobby in den Vereinigten Staaten Obama zu einem Militärschlag gegen Syrien drängen wollten. Dagegen versuchen die europäischen Staaten vorsichtiger zu sein. Sie wollen nicht noch einmal ein Risiko wie im Irak und in Afghanistan eingehen.

Andererseits fühlt sich Washington verpflichtet, sein Wort gegenüber Israel zu halten, genauso wie die Russen Syrien Rückendeckung geben. „Wenn wir nichts unternehmen, machen wir uns Israel gegenüber unglaubwürdig“, warnte der amerikanische Senator Robert Menendez. Jerusalem will keinen Krieg mit Syrien, aber ohne amerikanische Reaktion verliert Amerika wichtige Punkte in seiner Abschreckungsstrategie im Nahen Osten. Washington befürchtet aber, dass ein Militärschlag in Syrien zu einem regionalen Krieg führen könnte und zögert. Zudem sind die Rebellen aus israelischer Sicht nicht die bessere Alternative zum Assad-Regime: der eine wird vom Iran unterstützt (Schiiten), die Rebellen von Al Qaida (Sunniten). Die Revolutionen in den arabischen Staaten haben bisher keinen politischen Frühling erschaffen. Daher befürchten Washington und Jerusalem, das Assads Sturz nicht unbedingt zu einer optimalen Lösung führt. Darüber hinaus warnen israelische Sicherheitsexperten, dass Israel sich nicht zu stark einmischen sollte. Dann könnte der Regierung in Jerusalem nachgesagt werden, sie habe Washington in einen neuen Krieg gelockt. In diesem Fall hätte Damaskus einen Vorwand, nach einem amerikanischen Militärschlag Israel mit Raketen anzugreifen.

Russlands Präsident Putin versucht Syrien aus strategischen Gründen am Leben zu erhalten. Eine enge Beziehung, die 50 Jahre zurückgeht und bereits mit dem Vater des heutigen Diktators, Hafiz el Assad, zur Zeit der Sowjetunion begonnen hat. In den arabischen Medien wird bereits von einem neuen Kalten Krieg zwischen den USA und Russland gesprochen. Moskau etabliert sich als Supermacht im Nahen Osten und will diese Position um keinen Preis verlieren. Dies ermutigt die sogenannte „Achse des Bösen“, Iran, Syrien und die Hisbollah im Libanon. Sie kaufen für Milliardensummen bei den Russen Waffen. Dies schwächt die Amerikaner, die ihre politischen Karten in Afghanistan und im Irak verspielt haben und nun einen weiteren Verlust in Syrien fürchten. Washington hat Moskau vorgehalten, „dass sich Syrien alles erlaubt, weil es von Moskau Rückendeckung bekommt“.

Schon jetzt machen sich arabische Zeitungen über Obamas feige Haltung gegenüber Syrien lustig. Dies ist besonders in den arabischen Karikaturen zu sehen (im Bild eine Karikatur aus der jordanischen Zeitung Al Arab al Yum: Obama versucht sich erfolglos als Fischer des arabischen Nahen Ostens). Laut ausländischen Quellen soll Syrien über ein riesiges Chemiewaffenarsenal verfügen. Wenn die syrische Staatsführung ihr eigenes Volk mit Giftgas angreift, dann wird sie erst recht nicht zögern, diese Kampfstoffe gegen Israel einzusetzen. Dieses Szenario haben Jerusalem und Washington bei der Militärschlag-Debatte vor Augen.

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Uralter Goldschatz belegt jüdische Präsenz in Jerusalem

Dienstag, 10. September 2013 |  Nina Giesecke

Bei Ausgrabungen am Jerusalemer Tempelberg hat die Archäologin Dr. Eilat Mazar eine erstaunliche Entdeckung gemacht: Sie fand insgesamt 36 Goldmünzen, goldenen und silbernen Schmuck und ein goldenes Medaillon. Auf letzterem sind eine Menorah (siebenarmiger Leuchter), ein Shofar-Horn (Widderhorn) sowie eine Tora-Rolle abgebildet. Deshalb gehen Wissenschaftler davon aus, dass das Medaillon vermutlich dem Schmuck einer Tora-Rolle diente. Es könnte das älteste Tora-Ornament sein, das je bei Ausgrabungen entdeckt wurde, so die Wissenschaftler der Hebräischen Universität Jerusalem.

Für Dr. Mazar, die die Ausgrabungen leitet, ist das Medaillon eine geradezu sensationelle Entdeckung: „Wir haben in diesem Bereich bereits viele Funde aus der Zeit des ersten jüdischen Tempels gemacht. Aber die Abbildung eines siebenarmigen Leuchters hat uns völlig überrascht.“ Der Leuchter ist heute eines der Symbole des Staates Israel – und die uralte Abbildung belegt einmal mehr, dass hier schon im siebten Jahrhundert vor Christus Juden lebten. Dies wird von muslimischer Seite immer wieder bestritten. Die Forscherin geht davon aus, dass die Schmuckstücke im Jahre 614 vor unserer Zeit, während der Eroberung Jerusalems durch die Perser, versteckt wurden.

Die Schätze wurden 50 Meter entfernt von der Südmauer des Tempelberg gefunden. „Die wahrscheinlichste Erklärung für die Lage des Schatzes ist, dass er als Beitrag zum Bau einer neuen Synagoge in der Nähe des Tempelbergs vorgesehen war“, erläuterte Dr. Mazar. „Allerdings kann man wohl davon ausgehen, dass diese Mission nicht erfolgreich war.“

Bei dem Schmuck, der entdeckt wurde, handelt es sich um ein Paar große goldene Ohrringe, ein vergoldetes Prisma und mehrere Barren aus Silber.

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Kurznachrichten

Dienstag, 10. September 2013 |  Tommy Mueller
 Junge Müllsammler in Aktion: Vor dem wichtigsten jüdischen Feiertag Yom Kippur, der am Freitag bei Sonnenuntergang beginnt, sammeln Schüler im ganzen Land Müll ein. Über 250.000 Jugendliche aus 180 israelischen Ortschaften beteiligen sich an der Aktion zum „Weltsauberkeitstag“. +++ Die israelische Armee hat heute früh einen Sprengstoffanschlag verhindert: Soldaten entdeckten einen Sprengkörper, der am Tor eines landwirtschaftlichen Betriebs nahe der Stadt Alfei Menashe in Samaria angebracht war. Vermutlich war der Sprengsatz gegen israelische Soldaten gerichtet, die dort palästinensische Landarbeiter kontrollieren. Der Sprengkörper wurde durch eine kontrollierte Explosion unschädlich gemacht. +++ Das Polio-Virus, das vor einigen Monaten im Süden Israels entdeckt wurde, ist nun erstmals in einer Jerusalemer Kläranlage nachgewiesen worden. In Israel wurden bereits 700.000 Kinder gegen Polio (Kinderlähmung) geimpft. Die Impfaktion wird fortgesetzt. +++ Der frühere israelische Außenminister Avigdor Liberman von der rechtsgerichteten „Haus Israel“-Partei räumt den Friedensverhandlungen mit den Palästinensern keine Erfolgschancen ein. Ein Friedensabkommen hält Liberman für „unmöglich“, erklärte er in einem Interview mit dem Armeeradio. +++ Jenseits der politischen Weltbühne versorgt eine israelische Organisation syrische Flüchtlinge mit dem Nötigsten. 70 Tonnen Hygieneartikel, 670 Tonnen Essen, 120 Tonnen Grundausstattung für Haushalte und 20 Tonnen Medikamente hat die Organisation bereits während der aktuellen Krise zur Verfügung gestellt. Wegen des sensiblen Charakters ihrer Operationen – jenseits offizieller Kanäle – will die Organisation anonym bleiben. Ihr gehören nach eigenen Angaben rund 1200 Israelis an, „die ihre Heimat lieben und alle Militärdienst geleistet haben“. In Syrien arbeitet die Organisation intensiv mit demokratischen, säkularen Gruppen zusammen, die vor Ort sind und die Hilfsgüter weitergeben können. +++
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srael-Video des Tages: Hamas-Terroristen zeigen ihre Macht

Dienstag, 10. September 2013 |  NAI-Redaktion

Die radikal-islamistische Hamas lehnt die israelisch-palästinensischen Friedensgespräche ab. Dies haben die Anführer der Terrororganisation bei einer Militärparade in den Straßen von Gaza-Stadt unterstrichen. Schwer bewaffnet und maskiert präsentierten die erklärten Israelfeinde ihre Waffen. Sie würden keinerlei Friedensverhandlungen autorisieren, hieß es. Hamas-Redner warfen Israel vor, den 2012 vereinbarten Waffenstillstand zu brechen. Die Hamas steht unter Druck, nachdem ihr Förderer Mursi in Ägypten abgesetzt wurde. Seitdem geht die ägyptische Armee hart gegen Islamisten vor. Die Hamas steht im Verdacht, Terrorgruppen zu unterstützen, die Anschläge auf ägyptische Soldaten verüben. Mit der Militärparade haben die Fanatiker vor allem den Bewohnern des Gazastreifens deutlich gemacht, dass sie nach wie vor die Macht fest in Händen halten.

Zum Ansehen des Videos nach unten scrollen.

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