Traurige Kinderschicksale in Regenbogenfamilien?

 

Traurige Kinderschicksale in Regenbogenfamilien?

Die Gleichstellung homosexueller Paare beim Adoptionsrecht führt traurige Kinderschicksale herbei. Das zumindest erklärte der Verleger und Buchautor Andreas Lombard in einem Kommentar im Deutschlandfunk. Er verwies auf die Unterschiede zwischen biologischer und juristischer Elternschaft.

„Gleichwertigkeit gibt es nur bei geschlossenen Augen“, sagt Lombard in seinem Radiokommentar Öffnet externen Link in neuem Fenster„Bei Kindern hört der Spaß auf“. Von einer „Gleichwertigkeit“ könne bei einer Zusammensetzung von Frau und Frau oder Mann und Mann im Vergleich zu einer Partnerschaft zwischen Mann und Frau nicht gesprochen werden – schon allein aus dem Grund, dass aus homosexuellen Beziehungen biologisch keine Kinder entstünden. 

Lombard prognostizierte: „Manche Kinder werden es in ihrer Entwicklung sehr schwer haben, nur weil Mama oder Papa nicht auf das andere Geschlecht ‚stehen‘. Oder nicht nur. Oder nicht mehr.“ Die Betroffenen seien gezwungen, auf einen Elternteil zu verzichten. Auf dessen Platz werde dafür eine Person „präsentiert, mit der es nichts zu tun“ habe – ähnlich wie bei Scheidungskindern oder Halbwaisen. Bei Letzteren gelte dies aber als „trauriges Schicksal“. „Von nun an werden diese traurigen Kinderschicksale zwecks Gleichstellung von sexuellen Präferenzen vorsätzlich herbeigeführt“, sagte der Berliner Verleger. „Ein grausames Novum in der Geschichte der Menschheit.“

„Juristische Elternschaft ist keine biologische“ 

Jedes Kind habe einen biologischen Vater und eine biologische Mutter, erklärte Lombard. „Keine Gleichstellung von homosexuellen Partnerschaften kann daran etwas ändern, kein Adoptionsrecht und keine künstliche Befruchtung auf Staatskosten.“ Eine juristische „Elternschaft“ könne die biologische nicht ersetzen.

Ganz anders sieht das die Sozialministerin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD). „Für Kinder ist es wichtig, dass sie verlässliche Eltern haben. Da spielt es keine Rolle, welche sexuelle Identität da ist. Familien sind bunt, und das muss endlich anerkannt werden“, sagte sie laut einem Bericht der Tageszeitung Hamburger Abendblatt zum diesjährigen Christopher Street Day, einem Aktionstag verschiedener Lesben- und Schwulengruppen.

Unterstützt wird diese Position auch von Kirchenmännern wie dem Präsidenten der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Volker Jung. Er erklärte kürzlich, obwohl es eine klare Ablehnung von Homosexualität in der Bibel gebe, müsse heute gefragt werden, ob Homosexualität nicht als Teil der Schöpfung anzusehen sei. Die Form der eingetragenen Partnerschaft versetze Homosexuelle in die Lage, verlässlich, partnerschaftlich und gerecht miteinander zu leben, sagte Jung.

Lombard hingegen warnt, die Debatte um die Gleichstellung könne unmittelbare Auswirkungen aus das Adoptionsrecht haben: ein Verbot, gleichgeschlechtliche Paare zu benachteiligen, würde seiner Meinung nach die Vergabepraxis von Adoptivkindern stark beeinflussen. „Homosexuelle Adoptionsbewerber dürften im Unterschied zu ihren Konkurrenten nicht abgelehnt werden, denn das wäre Diskriminierung.“

„Mit den Spannungen leben“

Die „Gleichwertigkeit“ stelle derzeit einen Trend dar, stellt der Buchautor fest. Erst kürzlich forderte ein offener Brief zur gleichgeschlechtlichen Ehe: „Stellt gleich, was gleich ist“. Selbst das Bundesverfassungsgericht verlangt eine steuerliche Gleichbehandlung homosexueller Partnerschaften.

Auch Ingo Friedrich, Fachanwalt für Familienrecht, spricht sich gegen die so genannte Gleichwertigkeit aus. „Es ist nicht alles ‚gleich-gültig‘“, sagte er gegenüber pro. Es sei vielmehr eine Frage der Toleranz. „Es geht darum, mit Spannungen leben zu lernen und nicht alles gleichzumachen.“ Darüber hinaus werde durch eine vollständige Gleichstellung die Ehe abgewertet, weil ihr die Einzigartigkeit abgesprochen  werde. „Und daher gilt es, diesen Unterscheid zu ertragen.“

Andreas Lombard war von 1997 bis 2008 Mitarbeiter der Berliner Zeitung. Er ist Autor der Bücher „Mein jüdisches Viertel, meine deutsche Angst“ und „Wir sollen sterben wollen“. Seit 2005 ist er Chef des Landt-Verlags in Berlin. (pro)

 

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