Euroraum am Rande des AbgrundsStar-Ökonom: „Europa ist seinem Zusammenbruch näher als der Lösung“

Euro-Rettung, Griechenland, Schuldenkrise

AFP Hilfe für Obdachlose: Die Not in Griechenland wächst
Die Lage in Griechenland ist explosiv, warnt der US-Ökonom James Galbraith in einem Interview. Er fordert direkte Hilfszahlungen an die Einwohner in den Krisenstaaten – an den Regierungen vorbei.
Voller Besorgnis blickt der US-Ökonom James Galbraith auf die Entwicklung in Europa: „Europa ist in einem desolaten Zustand und dem Zusammenbruch wohl näher als einer Lösung der Krise“, sagte der Wirtschaftsprofessor von der University of Texas at Austin in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ von Dienstag.

Galbraith sorgen vor allem die Zustände in Griechenland, wo dieJugendarbeitslosigkeithoch ist und die Armut wächst: „Man erlebt eine soziale Krise in einer Form, wie wir sie sonst nur aus Entwicklungsländern kennen. Und das mitten in Europa.“ Für den Ökonomen haben die Probleme in Griechenland hat Potenzial, den Euroraum auseinanderbrechen zu lassen. „Angeschlagene Systeme geraten fast immer ins Wanken, wenn sich nur ein kleiner Teil löst.“ So sei es in Jugoslawien gewesen, als Slowenien austrat, und gleiches sei mit der Sowjetunion passiert, als die Balten ihre Unabhängigkeit erklärten. Ähnliches könne mit der Euro-Zone passieren, wenn Griechenland aufgibt und die Währungsunion verlässt.

„Wie kann man zusehen, dass Menschen nichts zu essen haben?“

Galbraith fordert daher die Regierungen der Euro-Zone auf, umzusteuern. Als eine wichtige Maßnahme schlägt er einenSchuldenschnitt für Athenvor. Zudem plädiert der Ökonom für ein Investitionsprogramm, um der griechischen Wirtschaft zu helfen. Als wichtigsten Punkt jedoch schlägt Galbraith ein Hilfspaket für die notleidenden Menschen in den Krisenstaaten vor. „Die EU hat es doch zu ihrer Aufgabe gemacht, den Abstand zwischen Arm und Reich zu verringern. Wie kann man dann zusehen, dass die Menschen in Europa nichts zu essen haben oder es an medizinischer Versorgung fehlt?“

Wichtig sei dabei allerdings, dass das Geld direkt an die Empfänger fließt und nicht an die Regierungen. Galbraith fürchtet, dass die Hilfen sonst versickern könnten.„Das muss aufhören. Kein Geld mehr für schlechte oder gar korrupte Regierungen und Verwaltungen!“

Viel Zeit bleibe nicht mehr, so Galbraith: „Europa muss jetzt schnell handeln. Herrscht weiter Stillstand bei der Krisenbewältigung, wird sich der Kontinent bald mit sehr viel schwierigeren Fragen auseinandersetzen müssen.“
Quelle: Mony Online

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