NAI – Nachrichten aus Israel Freitag, 19. Juli 2013

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Autonomiebehörde: EU-Boykott schadet auch den Palästinensern

Freitag, 19. Juli 2013 |  NAI-Redaktion

Nun wehren sich sogar die Palästinenser gegen die Entscheidung der Europäischen Union, jüdische Siedlungen in den sogenannten „besetzten Gebieten“ zu boykottieren. Ein hochrangiger Beamter der Palästinensischen Autonomiebehörde hat israelischen Medien bestätigt, dass viele in Ramallah mit der EU-Entscheidung unzufrieden seien. „Wir für unseren Teil haben eine Reihe von Beamten der Europäischen Union, der palästinensischen Autonomiebehörde und auch in Israel angesprochen und versucht, die Entscheidung rückgängig zu machen“, so der Behördensprecher, der namentlich nicht genannt werden will. Durch die neue EU-Richtlinie würden nicht nur israelische Unternehmen geschwächt, es seien auch negative wirtschaftliche und soziale Folgen für die palästinensische Gemeinschaft zu erwarten. Demnach werden die Europäer jüdische Projekte im sogenannten Westjordanland nicht mehr unterstützen. Davon sind zahlreiche Palästinenser betroffen, die dort arbeiten. Befürchtet werden zudem Massenentlassungen von palästinensischen Arbeitern in den Gewerbegebieten von Judäa und Samaria.

Die Europäische Union hat die Richtlinien, allen Protesten zum Trotz, am Freitag offiziell verkündet. Sie treten 2014 in Kraft.

Sammer Darawsha arbeitet in einem Treibhaus in der Nähe der Siedlung Halamish an einem israelisch-palästinensischen Landwirtschafts-Projekt, finanziert von der EU. Sie sagt: „Die Entscheidung betrifft jeden, ob Jude oder Palästinenser. Wenn sie (die EU) unsere Lebensgrundlage wegnehmen, unser Essen wegnehmen, welche Art von Frieden wird hier dann herrschen?“„Ich gehe davon aus, dass die arabische Seite durch diese Richtlinie ebenfalls stark geschwächt wird. Es ist eben so, dass ein großer Teil des Arbeitsmarktes in Judäa und Samaria palästinensisch ist“, gibt ein altgedienter Geschäftsmann zu bedenken.

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Licht für die Völker: Ein israelisches College in Afrika

Freitag, 19. Juli 2013 |  Yossi Aloni

Ein Projekt sorgt weltweit für Aufmerksamkeit: Israelis bauen in Afrika eine Hochschule. Tansanias Bevölkerung besteht zu 35 Prozent aus Muslimen. „Atid Network“, die größte private Bildungseinrichtung ins Israel, hat mit der Regierung Tansanias einen Vertrag geschlossen über den Bau einer neuen weiterführenden Schule in Dar es Salaam. Dar es Salaam ist mit drei Millionen Einwohnern die größte Stadt des Landes und war von 1964 bis 1974 die Hauptstadt Tansanias. Bereits im ersten Jahr sollen 700 Schüler unterrichtet werden. Mit der Zeit soll das College dann vergrößert werden, so dass in zwei Jahren Platz für bis zu 4.000 junge Leute sein soll.

Mitarbeiter von „Atid Network“ waren bereits vor Ort, um Lehrer und Dozenten zu rekrutieren und ihre weitere Ausbildung zu überwachen. Zudem wurden bereits Geräte und Ausrüstung beschafft, um die Schule betreiben zu können. Die Kurse am College werden sechs Monate dauern. Danach erhalten die Schüler ein Abschlusszeugnis des tansanischen Ministeriums für Bildung. „Atid Network“ betreut noch weitere kleinere Hochschulen und Ausbildungsstätten in anderen Teilen Afrikas, zum Beispiel in Nigeria. Am dortigen College werden die Schüler darauf vorbereitet, später in der Ölindustrie des Landes zu arbeiten. Atid-Vorstandsvorsitzender Amiad Gurewitsch unterstrich, man wolle das Bildungsnetzwerk in ganz Afrika erweitern, um mehr Menschen eine berufliche Ausbildung ermöglichen zu können.

In Israel betreibt „Atid Network“ elf Hochschulen und 40 Gymnasien. Kürzlich hat Atid einen Wettbewerb gewonnen, und zwar für ein Programm, durch das Schülerinnen und Schüler, die in herkömmlichen Bildungseinrichtungen keinen Anschluss fanden, integriert werden konnten.

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Kurznachrichten

Freitag, 19. Juli 2013 |  NAI-Redaktion

Die 19. jüdische Olympiade, die Maccabiade, ist am Donnerstag eröffnet worden (Foto). Vor 32.000 Zuschauern zogen mehr als 9.000 jüdische Sportler aus 77 Nationen ins Jerusalemer Teddy- Kollek-Stadion ein. Staatspräsident Peres sagte in seiner Eröffnungsrede, dass die Sportler aus den verschiedensten Ländern kommen, aber zu ein und derselben Familie gehören, „die allezeit nach Jerusalem, der ewigen Hauptstadt des jüdischen Volkes blickt!“ Ministerpräsident Netanjahu betonte in seiner Rede ebenfalls, dass Jerusalem die ewige Hauptstadt Israels sei. Die Wettkämpfe dauern bis zum 30. Juli. +++ Naftali Bennett, Vorsitzender der „Haus Juda“ Partei, droht die Regierungskoalition zu verlassen. Er kündigte dies an für den Fall, dass Ministerpräsident Netanjahu auf die Forderung der Palästinenser eingeht, dass sich Israel auf die Grenze von vor 1967 zurückziehen muss. Sollte Bennetts Partei mit ihren 12 Abgeordneten die Koalition verlassen, wäre Netanjahu nicht mehr regierungsfähig. US-Präsident Barack Obama hat am Donnerstag mit Netanjahu telefoniert und ihn aufgefordert, die Friedensgespräche mit den Palästinensern wieder aufzunehmen. +++ Die israelische Armee hat ein Raketenabwehrsystemdes Typs „Eiserne Kuppel“ in Eilat am Roten Meer stationiert. Grund sind die Aktivitäten von Terrorzellen auf der nur wenige Kilometer entfernten ägyptischen Sinai-Halbinsel. +++

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Israel-Video des Tages: Ein Siedler in seinem Außenposten

Freitag, 19. Juli 2013 |  Tommy Mueller
Aggressiv, despotisch, geradezu fanatisch – so werden jüdische Siedler in europäischen Medien gerne dargestellt. Drori Bar Levav ist das genaue Gegenteil. Er ist Single, sein Haus hat Strom, Telefon und einen Internetanschluss. Aber wenn Drori jemanden zu sich nach Hause einladen will, muss der oder diejenige eine gute Landkarte besitzen, denn Drori wohnt mitten in der Wüste. Etwa 40 Leute leben in Maale Rachavam, einem entlegenen Außenposten in Samaria. Das Fernsehteam von israel heute hat Drori dort besucht.

Zum Ansehen des Videos nach unten scrollen.

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