NAI – Nachrichten aus Israel Montag, 8. Juli 2013

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Polizeieinsatz an der Westmauer: Ultraorthodoxe vertreiben Reform-Frauen

Montag, 8. Juli 2013 |  Tommy Mueller

An der Westmauer („Klagemauer“) in der Jerusalemer Altstadt ist es heute zu heftigen Auseinandersetzungen gekommen. Die Reform-Jüdinnen der „Frauen der Mauer“-Bewegung (Foto) wollten im Frauenbereich an der Mauer beten. Sie trugen dabei Gebetsriemen, Gebetsschals und lasen aus der Tora – all dies ist gemäß jüdischer Tradition den Männern vorbehalten. Ultraorthodoxe Rabbiner hatten das Verhalten der Reform-Jüdinnen bereits mehrfach als gotteslästerlich verurteilt. So versammelten sich heute früh etwa 5000 ultraorthodoxe junge Frauen an der Mauer. Sie riefen Hass-Parolen und bewarfen die „Frauen der Mauer“ mit Eiern und Wasserbeuteln. Schließlich griff die Polizei ein, die die Reform-Jüdinnen aufforderte, ihren Gebetsplatz zu verlassen.

Das Eingreifen der Polizei sorgte zwar für Ruhe, wurde aber von Vertretern der jüdischen Reformbewegung kritisiert. Der Rabbiner Gilad Kariv warf der Polizei vor, sie habe die „Frauen der Mauer“ nicht geschützt und sich stattdessen dem Druck der ultraorthodoxen Provokateure gebeugt. Ganz anders sah Yossi Deutsch (Vereinigte Torapartei) von der Jerusalemer Stadtverwaltung den Konflikt: „Die Westmauer ist ein Ort, der die Juden vereinigt. Es ist eine Schande, dass am ersten Tag des Monats Av eine Frauengruppe hierher kommt und die Menschen spaltet.“

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Kampfjet stürzt vor der Küste Gazas ins Meer – Besatzung gerettet

Montag, 8. Juli 2013 |  Tommy Mueller
Israelischer F16-Kampfjet ist am Sonntag vor der Küste des Gazastreifens ins Meer gestürzt. Pilot und Navigator konnten sich mit ihren Schleudersitzen retten. Sie trieben etwa eine Stunde im Wasser, bevor sie von einer Elite-Rettungseinheit mit Hubschraubern geborgen werden konnten. Sie wurden zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht (Foto). Die beiden sind offenbar nur leicht verletzt worden. Ursache des Absturzes war nach Angaben der Luftwaffe ein Triebwerksausfall.

Die Besatzung habe mehrfach vergeblich versucht, das streikende Triebwerk neu zu starten, was aber nicht gelungen sei, teilte die Luftwaffe mit. Daraufhin hätten sich Pilot und Navigator dazu entschlossen, das Flugzeug zu verlassen. Bis die Ursache des Triebwerkschadens geklärt ist, bleiben die israelischen F16-Jets am Boden. Das abgestürzte Flugzeug versank im Mittelmeer. Die Chancen, das Wrack aus großer Tiefe bergen zu können, werden als gering eingeschätzt.

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Kurznachrichten

Montag, 8. Juli 2013 |  Ludwig Schneider

+++ Israel blickt besorgt ins Nachbarland Ägypten, wo es zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern des gestürzten Präsidenten Mursi (Foto) und den Gegnern des islamistischen Regimes kommt. Ministerpräsident Netanjahu und die Sicherheitsbehörden haben die Israelis aufgefordert, nicht nach Ägypten und auch nicht an die beliebten Badestrände der Sinai-Halbinsel zu reisen. Wegen des Chaos in Ägypten bestehe die Gefahr, dass Israelis getötet oder entführt werden. Notfalls sollen Israelis mit Gewalt zurückgehalten werden. +++ Das Kabinett hat einstimmig ein Gesetz verabschiedet, wonach ab 2017 auch die ultraorthodoxen Jugendlichen zum Militärdienst einberufen werden. Führende orthodoxe Rabbiner erklärten dazu, dass die Orthodoxen nicht ihre Jeschiwa-Talmudschulen verlassen werden. Sie gingen stattdessen lieber drei Jahre ins Gefängnis. +++ Die in London erscheinende arabische Zeitung „Al-Hayat“ berichtet, dass die Fatah-Palästinenser nun zu Verhandlungen mit Israel bereit seien, nachdem US-Außenminister Kerry ihnen eine Wirtschaftshilfe in Höhe von vier Milliarden Dollar zugesagt habe. Nun fordern die Palästinenser von Israel nur noch das Ende des Siedlungsbaus und die Freilassung von 103 palästinensischen Gefangenen. +++ Hunderte Israelis nahmen an dem ersten Seminar im Nationalpark in Lachisch teil, bei dem in Wanderungen vor Ort über die Verbindung des Judentums zum Land Israelgesprochen wurde. +++

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Israel-Video des Tages: Kinder-Solist Yitzi Rosinger

Montag, 8. Juli 2013 |  NAI-Redaktion

In diesem Musik-Video hören sie ungewöhnliche Klänge: Einen ultraorthodoxen Chor und einen Jungen mit einer beeindruckenden Stimme: Yitzi Rosinger. Er singt „Shema Yisrael“, unterstützt von dem Yedidim-Chor unter Leitung von Avrumi Berko. Der Chor hat gerade sein erstes Album veröffentlicht.

Zum Ansehen des Videos nach unten scrollen.

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