Sklaverei Herrnhuter bitten um Vergebung

 

Sklaverei

Herrnhuter bitten um Vergebung

Herrnhuter bitten um Vergebung

Der Vorsitzende der Kirchenleitung der Herrnhuter Brüdergemeine, Frieder Vollprecht. Foto: PR

Paramaribo/Herrnhut (idea) – Für ihre einstige Beteiligung an der Sklaverei im südamerikanischen Surinam hat die Evangelische Brüder-Unität – Herrnhuter Brüdergemeine (Europäisch-Festländische Provinz) um Vergebung gebeten. „Wir müssen erkennen, dass unsere Missionsarbeit nicht dazu beigetragen hat, das menschenverachtende System der Sklaverei zu ändern oder aufzuheben“, erklärte der Vorsitzende der Kirchenleitung, Frieder Vollprecht (Bad Boll). Die Brüdergemeine habe in Surinam selbst Sklaven besessen. „Beschämt stehen wir vor diesem Aspekt unserer Geschichte und bitten die Nachfahren der zu Sklaven gemachten Schwestern und Brüder um Vergebung und Neuanfang“, so Vollprecht anlässlich der Abschaffung der Sklaverei vor 150 Jahren in dem südamerikanischen Land. Dazu wurde am 30. Juni in den Sonntagsgottesdiensten der Brüdergemeinen in Deutschland und den Niederlanden eine Erklärung verlesen. Darin heißt es: „Die Geschichte der Sklaverei in Surinam prägt bis heute unsere gegenseitige Wahrnehmung und unser Selbstbild: In der Art wie wir miteinander umgehen sind Bilder von Höherwertigkeit und Minderwertigkeit noch lange nicht aus unserem Bewusstsein verschwunden. Jedes Wirtschaftssystem, das Menschen ihrer Freiheit, ihrer Würde und ihrer Rechte beraubt, wie es die Sklaverei getan hat, ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit und mit dem biblischen Bild vom Menschen als Gottes Ebenbild unvereinbar. Aus diesem Grund beklagen wir die beschämende Weise, in der sich die Mission unserer Kirche in Surinam an der Sklaverei unkritisch beteiligt und sich dem darauf aufbauenden, menschenverachtenden System der Ausbeutung nicht klar und deutlich widersetzt hat.“

Surinam: Brüdergemeine hat heute rund 40.000 Mitglieder

Ab 1735 waren Herrnhuter Missionare in Surinam tätig, das von 1667 bis 1975 eine niederländische Kolonie war. Aus der Missionsarbeit entstand die „Evangelische Broedergemeente“. Sie hat in Surinam heute rund 40.000 Mitglieder. Von den 530.000 Einwohnern des Landes sind rund 50 Prozent Christen – die Hälfte Protestanten –, 23 Prozent Hindus, 17 Prozent Muslime. Der Rest ist nicht-religiös (5,5 Prozent) oder gehört einer anderen Religion an. Die Brüder-Unität hat in aller Welt rund eine Million Mitglieder.

 

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