Kirche stellt Homo-Ehe vor Altar gleich

 

Kirchenpräsident Volker Jung (Bild:  picture-alliance/dpa - Archiv)

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Kirchenpräsident Volker Jung
Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hat die Segnung homosexueller Paare weitgehend mit der Trauung gleichgestellt. Kirchenpräsident Volker Jung sagte, damit gleiche man die Regeln der Praxis an.

(© Roman Warschauer, hr, 16.06.2013)
Die Synode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) beschloss die weitgehende Gleichstellung der Segnung homosexueller Paare mit der Trauung von Mann und Frau am Samstagabend in Darmstadt – als Teil ihres neuen Leitfadens für die Gemeindepraxis. Damit wird künftig auch die Segnung als kirchliche Amtshandlung beurkundet. Die Synode will in den kommenden Monaten weiter darüber beraten, ob die Segnung auch als Trauung bezeichnet werden kann.

Im mit großer Mehrheit beschlossenen Regelwerk heißt es unter anderem: „Heute wird davon ausgegangen, dass die gleichgeschlechtliche Orientierung zu den natürlichen Lebensbedingungen gehört. Homosexualität kann als Teil der Schöpfung gesehen werden.“ In der Frage der Gleichstellung übernimmt die EKHN damit eine Vorreiterrolle in der Kirche. „Die EKHN ist sich bewusst, dass diese Sichtweise in manchen anderen Kirchen abgelehnt wird“, heißt es in dem Papier.

Schon 120 homosexuelle Paare gesegnet

Kirchenpräsident Volker Jung begrüßte die Entscheidung: „Hier ist die bisherige Praxis der Segnungen von eingetragenen Partnerschaften konsequent in den Abschnitt über die Trauung integriert worden.“ Nach evangelischem Verständnis seien beides Segenshandlungen und keine Sakramente. Zudem bleibe es den einzelnen Pfarrerinnen und Pfarrern sowie den Kirchenvorständen vorbehalten, Segenshandlungen abzulehnen. Die Segnung ist in der EKHN seit 2003 möglich und wurde seither rund 120-mal praktiziert. Zum Vergleich: Allein 2012 gab es 3.900 Trauungen von Mann und Frau.

Dem Beschluss zur weitgehenden Gleichbehandlung von Trauung und Segnung war eine anderthalbstündige, kontroverse Debatte vorausgegangen. Während die Mehrheit der Synodalen davon sprach, dass die Zeit reif sei für diesen Schritt, fühlten sich einige theologisch konservative Synodale „unter Druck gesetzt“. Sie äußerten die Befürchtung, dass es zu Kirchenaustritten komme.

Angebote auch an Ausgetretene

Die neue Ordnung regelt auch andere Fragen. So werden künftig auch Nicht-Mitglieder und Ausgetretene eingeladen, kirchliche Angebote zu nutzen oder kirchliche Aufgaben zu unterstützen. Sie ermöglicht Taufen von Kindern, deren Eltern keiner Kirche angehören, sowie Trauerfeiern in Friedwäldern und Seebestattungen.

Der Vorsitzende des Theologischen Ausschusses, Ulrich Weisgerber, nannte als Ziel der Neufassung, die evangelische Tradition ebenso ernst zu nehmen wie die Lebenswirklichkeit der Menschen im 21. Jahrhundert.

 

Eine Antwort zu “Kirche stellt Homo-Ehe vor Altar gleich

  1. Nicht umsonst nennt die Bibel sie Hure Babylon, gehet aus von ihr

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