Neuer Präsident: Iranische Christen wenig zuversichtlich

Neuer Präsident: Iranische Christen wenig zuversichtlich

Nach der Präsidentenwahl im Iran gibt es für die dortigen Christen wenig Anlass für Optimismus. Auch unter dem als gemäßigt geltenden Hassan Ruhani bleibe die Lage schwierig für religiöse Minderheiten, teilt die Organisation Open Doors mit.

Ruhani sei zwar moderat eingestellt, zugleich aber auch loyal zum iranischen „Führer“ Ajatollah Chameini. Ein ungenannter Mitarbeiter von Open Doors im Iran berichtet: „Die Christen, mit denen ich kürzlich sprach, scheinen bezüglich der Wahlen apathisch zu sein. Sie erwarten keine grundlegenden Veränderungen in der Politik des Landes gegenüber Christen.“ Letztlich komme es darauf an, wie viel Einfluss Chameini ausübt.

Markus Rode, der Geschäftsleiter von Open Doors in Deutschland, sagte gegenüber pro: „In dieser neuen Situation ist es sehr wichtig, für die verfolgten Christen im Iran zu beten. Es gibt dort ungefähr 450.000 Gläubige, wovon sogar 350.000 Christen muslimischer Herkunft sind. Sie leiden unter besonders schwerer Verfolgung.“

Christen in Bedrängnis

Seit dem Jahr 2005, als Mahmud Achmadinedschad Präsident wurde, erleben Christen und andere Minderheiten verstärkt Verfolgung. Gebürtige Perser sind als Muslime definiert. Bekehren sie sich zum Christentum, gelten sie als Apostaten. Ihnen droht dann die Todesstrafe. Im Iran sind die Kirchen der armenischen und assyrischen Christen anerkannt. Doch sie dürfen die christliche Botschaft nur in ihrer eigenen Sprache, nicht aber in Farsi verbreiten.

Im Weltverfolgungsindex von Open Doors rangiert der Iran auf Platz 8. Die Islamische Republik versuche, seine Auffassung des Islam in der Region gegenüber Ländern wie Saudi-Arabien geltend zu machen, berichtet das Hilfswerk. Dies sei die Ursache für das „zusehends rauhere Klima für christliche Minderheiten“. Religionswächter bespitzeln Gottesdienste traditioneller, genehmigter Kirchen auf der Suche nach Konvertiten. Christen ist es zudem untersagt, Konvertiten aus dem Islam zu unterstützen. Wird diese Anordnung nicht befolgt, droht die Schließung der Kirche.

Bereits vor der Wahl zeigte sich auch der Vorstandssprecher der Internationalen Gesellschaft für Menschensrechte (IGFM), Martin Lessenthin, wenig optimistisch. In der Islamischen Republik seien Frauen und religiöse Minderheiten wie die Christen Bürger zweiter Klasse. Bürgerrechtler, Kritiker des Regimes und Konvertiten würden verfolgt. Die IGFM unterstreicht daher, dass das öffentliche Interesse nicht nur der nuklearen Bedrohung durch den Iran gelten dürfe, sondern auch der Entrechtung seiner Bürger.

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