NAI – Nachrichten aus Israel Dienstag, 11. Juni 2013

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Netanjahu bekräftigt: Der Siedlungsbau wird fortgesetzt

Dienstag, 11. Juni 2013 |  Tommy Mueller

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat nicht vor, den Bau jüdischer Siedlungen in Judäa und Samaria einzuschränken. „Der Bau geht weiter, heute und in Zukunft“, unterstrich der Regierungschef vor einem Ausschuss des israelischen Parlaments. Neue Wohnungen in den schon vorhandenen jüdischen Siedlungen würden die Chancen, mit den Palästinensern ein Friedensabkommen zu erreichen, nicht wesentlich beeinflussen, so Netanjahu: „Die Kernfrage ist vielmehr, ob Israel als jüdischer Staat anerkannt wird.“ Die israelische Regierung hatte bei allen Verhandlungen in jüngerer Zeit erklärt, dass die großen jüdischen Siedlungsblöcke (Ariel bei Nablus, Gush Etzion bei Bethlehem und Maale Adumim bei Jerusalem) zu Israel gehören – und dies solle auch so bleiben, wenn aus den heutigen Palästinensergebieten ein international anerkannter Staat „Palästina“ wird.

Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas hält hingegen alle jüdischen Siedlungsbauten in den Palästinensergebieten für völkerrechtswidrig. Er fordert einen vollständigen jüdischen Baustopp im sogenannten Westjordanland und in Ost-Jerusalem. Erst dann sei er bereit, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. In der Vergangenheit hatte die USA mehrfach auf einen Baustopp gedrängt, der dann auch vorübergehend in Kraft trat. Aber auch dies brachte den Friedensprozess nicht weiter voran. Israel wirft der palästinensischen Fatah-Partei vor, die Gespräche seit Jahren zu verzögern und überhaupt kein Interesse an einer friedlichen Lösung zu haben. Die Baustopp-Forderungen stoßen auch bei vielen Palästinensern auf Kritik: Sie verdienen ihren Lebensunterhalt als Bauarbeiter und sind auf die Arbeitsplätze in den Siedlungs-Neubauten angewiesen.

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Frau bringt Mädchen zur Welt – Vater vor sechs Jahren an Krebs gestorben

Dienstag, 11. Juni 2013 |  Tommy Mueller

Eine alleinstehende Frau Mitte 30 hat in Israel ein gesundes Mädchen zur Welt gebracht. Es ist jetzt drei Wochen alt. Ihre Mutter hat den Vater nie persönlich kennengelernt. Der war vor sechs Jahren im Alter von 30 Jahren an Krebs gestorben. Der unverheiratete Mann hatte vor seiner Chemotherapie Samenzellen einfrieren lassen. Nach seinem Tod suchten seine Eltern nach einer Frau, die sich ein Kind wünschte. Sie ließ sich dann mit einer der eingefrorenen Samenzellen des Toten befruchten. Nach israelischen Medienberichten sind alle Beteiligten überglücklich: Die Mutter, weil ihr Kinderwunsch in Erfüllung ging, und die Großeltern, die nach dem schmerzlichen Verlust ihres Sohnes einen neuen Sonnenstrahl in ihrem Leben sehen.

Die Großeltern wurden unterstützt von Irit Rosenblum, Familien-Rechtsanwältin und Gründerin der Organisation „New Family“ in Israel. Sie setzt sich für das Recht auf Nachkommen auch bei schwerer Krankheit oder nach dem Tod ein. „Es ist sehr bewegend zu sehen, wie natürlich die Beziehung zwischen Mutter und Kind ist und wie liebevoll die Großeltern sind“, so Rosenblum. Großeltern und Mutter verstünden sich sehr gut. Der verstorbene Kindesvater habe sich immer eine solche Frau gewünscht, berichten dessen Eltern. Der entscheidende Vorteil für das Neugeborene sei, dass es anders als bei einer anonymen Samenspende wisse, wer der Vater war und in engem Kontakt zu dessen Familie aufwachse. In Israel sind derzeit zwei weitere Frauen schwanger von Vätern, die schon vor Jahren verstorben sind.

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Kurznachrichten

Dienstag, 11. Juni 2013 |  NAI-Redaktion

+++ Google wird nach Medienberichten die israelische Navigations-Firma Waze übernehmen. Dafür will der Internet-Gigant angeblich 1,1 Milliarden Dollar bezahlen. Ursprünglich war Facebook als Käufer gehandelt worden. Waze ist ein Online-Netzwerk für Autofahrer, die sich gegenseitig über Staus, Unfälle oder Gefahrenstellen informieren. Die israelische Entwicklung wird weltweit bereits von 45 Millionen Menschen genutzt. +++ Experten gehen davon aus, dass die Heuschreckenplage beendet ist. 100 Tage hat der Kampf gegen die gefräßigen Insekten (Foto) gedauert, die von Ägypten aus über Israel hergefallen sind. Die Bekämpfung kostete umgerechnet 1,5 Million Euro. +++ Beim Israel-Seminar im christlichen Gästehaus Beth-Emmaus in Mecklenburg sind noch Plätze frei. Dieses Jahr (16.-23. Juni) wird Nettanel Doron die Vorträge halten.Auf dem Programm stehen Lobpreis, Bibelarbeiten, politische Israel-Vorträge, Workshops, Gottesdienste und ein Tagesausflug. Die Bibelarbeiten hält Uwe Seppmann. Für das Programm hier klicken!

+++ Der Verkauf von Gänse- und Entenleber, zu deren Herstellung die Tiere der sogenannten Stopfmast unterzogen werden, wird in Israel verboten. Die Stopfmast selbst ist in Israel bereits seit etwa zehn Jahren untersagt, allerdings gelangen jährlich etwa 15 Tonnen vornehmlich aus Ungarn importierte Stopfleber in den Handel. „Der Kampf gegen Tierquälerei endet nicht an der Grenze“, so Justizministerin Livni zu dem neuen Gesetz. +++

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Israel-Video des Tages: Eine Seilbahn in Jerusalem

Dienstag, 11. Juni 2013 |  NAI-Redaktion

In der israelischen Hauptstadt gibt es Pläne, eine Seilbahn einzurichten. Mit diesem neuen Verkehrsmittel sei es für Touristen aus aller Welt viel einfacher möglich, bedeutende Stätten in Jerusalem zu besuchen. Eine Seilbahn soll am Mist-Tor, nicht weit entfernt von der Westmauer in der Altstadt, starten und zum Ölberg führen. Eine weitere Linie soll vom Mist-Tor in Richtung Süden aufgebaut werden. Die Seilbahn würde nicht nur zu einer Verkehrsentlastung führen, sondern den Passagieren auch atemberaubende Blicke auf die Heilige Stadt ermöglichen. Das kurze englischsprachige Video zeigt, wo die Seilbahn installiert werden soll.

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