Kuba: Acht Pastoren misshandelt

 

Kuba: Acht Pastoren misshandelt

Acht Mitglieder der nichtstaatlichen, karitativen Organisation „Pastoren für den Wandel“ wurden am vergangenen Samstag Opfer gezielter Übergriffe. Das berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM).

Die Pastoren wurden bei einer öffentlichen Predigt auf einem Marktplatz in Bayamo, der Hauptstadt der ostkubanischen Provinz Granma, misshandelt, bedroht und verhaftet. Zu Beginn der Übergriffe wurden die Pastoren von Schlägern in Zivil angriffen, so der Sprecher der Gruppe, Pastor César Serrano. Kurz darauf griffen auch Polizisten in Uniform ein und attackierten die Pastoren mit Fäusten, einer Machete und einem Messer, teilte die IGFM mit.

„Sie schlugen die Pastoren und sagten, sie würden sie erstechen“, sagte Daniela Serrano Acosta, die 12-jährige Tochter von Pastor Serrano, die den Zwischenfall beobachtete. Fünf Polizeiautos hätten acht Mitglieder der „Pastoren für den Wandel“ an einen bisher unbekannten Ort gebracht, vier weiteren gelang nach Angabe von Serrano die Flucht. „Die Polizei wollte es so aussehen lassen, als hätte ‚das Volk‘ etwas dagegen, dass wir öffentlich predigen“, mutmaßt Serrano.

Castro-Regime unterdrückt kirchliche Organisationen systematisch

Wie die IGFM erläutert, handelt es sich bei den „Pastoren für den Wandel“ um eine wohltätige christliche Vereinigung, der die Regierung – wie allen Nichtregierungsorganisationen – die Registrierung verweigert.

IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin kritisiert die systematische Repression so genannter „illegaler“ kirchlicher Organisationen als „massiven Angriff auf die Religionsfreiheit der kubanischen Bürger“. „Raúl Castro verweigert zahlreichen christlichen Organisationen die offizielle Genehmigung, sie dürfen weder Räumlichkeiten für ihre Gemeinden mieten, noch offiziell predigen.“

Obwohl Serrano versichert, dass die Gruppe nie die direkte Konfrontation mit dem Castro-Regime sucht, sind die „Pastoren für den Wandel“ seit ihrer Gründung im April 2012 Ziel zahlreicher Angriffe. „Die Polizei will Vorfälle provozieren, um uns einsperren zu können“, erklärte Pastor Serrano.

Im November 2012 beschlagnahmte die kubanische Polizei von den „Pastoren für den Wandel“ gesammelte Hilfsgüter, die für die Opfer des Hurrikans „Sandy“ bestimmt waren. Die kubanischen Behörden hätten die Mitglieder Organisation in Verhören drangsaliert, nach wenigen Tagen seien diese jedoch frei gekommen, erklärte Lessenthin gegenüber pro. Das gleiche erwarte er auch im aktuellen Fall.

„Langsamer Wandel“ in Kuba

In Kuba gehörten Repressalien gegenüber kirchlichen und nichtstaatlichen Organisationen zur Tagesordnung, führte Lessenthin weiter aus. Während die katholische Kirche mehr oder weniger geduldet werde, weil sie staatskonform auftrete, sehe das Regime in evangelischen Gemeinden Ableger der „verfeindeten“ Westmächte wie den USA. Aus diesem Grund verwehrte Kuba den Gemeinden die offizielle Anerkennung.

Nichtsdestotrotz finde sich in dem Land mit etwas mehr als elf Millionen Einwohnern eine große Vielfalt evangelischer Kirchen, von Lutheranern bis hin zu Charismatikern. Viele dieser Gemeinschaften treten nach Einschätzung Lessenthins sehr mutig auf. Kuba habe eine Situation des „langsamen Wandels“ erreicht, die „kommunistische Endzeit“ sei in zwei bis drei Jahren greifbar.

Die Organisation Open Doors führt Kuba seit diesem Jahr nicht mehr auf dem „Weltverfolungsindex“, einer Liste von 50 Ländern, in denen Christen am stärksten verfolgt werden. (pro)

 

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