„Jesus ist ein Affe“: Jerusalemer Kloster erneut beschmiert

 

„Jesus ist ein Affe“: Jerusalemer Kloster erneut beschmiert

Die Benediktiner-Abtei Dormitio auf dem Jerusalemer Zionsberg ist in der Nacht zum Freitag von Unbekannten mit gehässigen Graffiti erheblich beschädigt worden. Zugleich wurden sieben Autos mit Ölfarbe bespritzt und zwei Reifen zerschnitten. Die Dormitio-Kirche ist eines der Wahrzeichen Jerusalems.

Christen sind Affen“, „Jesus ist ein Affe“, „Die Affen durchlöchern“, „Christen sind Sklaven“, „Chavat Maon“ (der Name eines zum Abriss vorgesehenen Siedlervorpostens bei Hebron) und ähnliche Sprüche auf Hebräisch „zierten“ die Gemäuer und parkenden Autos.

„Wir haben die Schmierereien heute morgen um 7.30 Uhr entdeckt. Erstaunlicherweise haben wir nichts gehört, obgleich ich mit offenem Fenster direkt über einer der beschmierten Stellen schlafe“, sagte ein Mönch der deutsch-katholischen Abtei. Die Polizei sei sofort gekommen und habe die Graffiti an den Klosterwänden schon übertüncht. Der Schaden an den Autos sei groß, teilte der Mönch mit.

Es gebe keine konkreten Hinweise auf die Täter. Doch die Sprüche weisen auch in diesem Fall auf rechtsradikale israelische Siedler hin, die schon mehrmals Fassaden von Kirchen in Latrun, aber auch von Dormitio und der griechischen Kreuzkirche in Jerusalem beschmiert haben. Die Polizei hat schon vor Monaten eine Sonderkommission eingerichtet, aber bisher nur einzelne Festnahmen gemacht.

In den vergangenen Monaten gab es eine deutliche Steigerung von Vandalismus durch mutmaßlich rechtsradikale fromme Siedler. Betroffen sind neben christlichen Kirchen auch Moscheen und Autos von Palästinensern in den israelisch besetzten Gebieten des Westjordanlandes. Ebenso wurden Häuser und Autos in anderen Vierteln Jerusalems beschmiert.

Wenn Christen bespuckt werden

Die israelischen Medien haben prominent über die Vorfälle berichtet. Ein Reporter fragte, wieso der Geheimdienst so punktgenau Terroristen ausfindig mache, aber unfähig sei, die Verantwortlichen für diesen jüdischen Vandalismus auszumachen.

David Neuhaus, stellvertretender lateinischer Patriarch in Jerusalem, redete im Rundfunk über „Dutzende“ Vorfälle gegen christliche Institutionen allein in Jerusalem. „Wir haben das Gefühl, dass an manchen Schulen nicht Toleranz gelehrt wird.“ Er beklagte sich auch darüber, immer wieder bespuckt zu werden, wenn er mit Kutte und Kreuz auf die Straße gehe. „Wir verstehen nicht, warum ausgerechnet die Christen angegriffen werden.“ Die Lösung sei nicht die Bestrafung der Täter, sondern eine bessere Erziehung der nächsten Generation. Neuhaus meinte, dass die Täter wohl nicht unter ultraorthodoxen Juden zu suchen seien, sondern eher in „extrem nationalistischen Kreisen“.

 

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