Krieg in SyrienNaher Osten fürchtet Ausweitung des Syrien-Konflikts

 

Krieg in SyrienNaher Osten fürchtet Ausweitung des Syrien-Konflikts

Die Raketen auf Beirut beunruhigen UN und Arabische Liga. Sie fordern den Rückzug der Hisbollah aus Syrien. Außenminister Westerwelle warnte vor einem „Flächenbrand“.

Kämpfer der Freien Syrischen Armee feuern in Deir al-Zor auf gegnerische Stellungen

Kämpfer der Freien Syrischen Armee feuern in Deir al-Zor auf gegnerische Stellungen

Im Nahen Osten wächst die Sorge vor einem Übergreifen des syrischen Bürgerkriegs auf den Libanon. Grund sind die Raketeneinschläge im Süden der Hauptstadt Beirut, bei denen nach Angaben aus Sicherheitskreisen vier Menschen verletzt worden waren. In dem Viertel leben vor allem Schiiten, kontrolliert werden die Straßenzüge von der radikalen Hisbollah-Miliz, die dem syrischen Machthaber Baschar al-Assad im Kampf gegen die Aufständischen zur Seite steht.

Niemand zweifelt deshalb an einem Zusammenhang zwischen dem Bürgerkrieg in Syrien und den Raketeneinschlägen – den ersten, seit vor zwei Jahren die Kämpfe im Nachbarstaat begonnen hatten. Nur wenige Stunden zuvor hatte Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah seine Anhänger auf einen Sieg gegen die Rebellen eingeschworen und damit seine Unterstützung für Assad erstmals öffentlich gemacht. „Die Gefahr eines Flächenbrandes ist durch diese jüngsten Entwicklungen mit Händen zu greifen“, bilanzierte Außenminister Guido Westerwelle in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Mit dieser Sorge steht der Deutsche nicht allein. Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sieht die „Gefahr einer Ausweitung des Konflikts“ und richtete einen Appell an die Hisbollah: Alle Parteien sollten „verantwortlich“ handeln.

Den gleichen  Ton schlug die Arabische Liga an. Der Generalsekretär der Organisation, Nabil Elaraby, forderte die Islamisten auf, sich aus dem Bürgerkrieg im Nachbarland herauszuhalten. In einer Erklärung der Arabischen Liga hieß es, Elaraby rufe die Anführer der Hisbollah auf, ihre Haltung zu überprüfen und sich nicht an dem Töten in Syrien zu beteiligen. Der einzige Weg, den Libanon zu schützen, sei seine Einheit zu schützen.

Raketen auf Israel?

Auch die gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern und Gegnern Assads in der nordlibanesischen Stadt Tripoli zeugen von einer Ausweitung des syrischen Bürgerkriegs. Bei den Krawallen in der vergangenen Woche wurden 25 Menschen getötet, als die Gewalt zwischen Sunniten und Alawiten eskaliert war. Diese beiden Bevölkerungsgruppen stehen ebenfalls im Zentrum des Konflikts: Während der Aufstand der Rebellen vorwiegend von Sunniten getragen wird, gehört Assad zur Minderheit der Alawiten, die aus den Schiiten hervorgegangen sind.

Vom Libanon aus ist nach Angaben libanesischer Sicherheitskreise eine Rakete Richtung Israel abgefeuert worden. Video kommentieren

Involviert ist auch Israel, das nach Medienberichten am späten Sonntagabend vom Südlibanon aus mit einer Rakete beschossen wurde. Nach Angaben des Nachrichtenportals ynet gab es eine laute Explosion bei Metulla nördlich von Kirjat Schmona an der Grenze zum Libanon. Das Militär bestätigte zunächst keinen Einschlag.

Der Konflikt in Syrien hat seit Beginn im März 2011 UN-Schätzungen zufolge mehr als 80.000 Menschen das Leben gekostet. Bislang konnte sich die internationale Gemeinschaft zu keiner gemeinsamen Initiative durchringen, immer wieder gibt es Forderungen nach einem militärischen Eingreifen. US-Präsident Barack Obama hatte jüngst den Einsatz von Chemiewaffen als Anlass für eine Intervention genannt. Dafür gibt es inzwischen eine Reihe von Belegen wie jüngst der Bericht zweier Reporter von Le Monde.

 

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s