NAI – Nachrichten aus Israel Montag, 20. Mai 2013

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Untersuchung: Weltöffentlichkeit mit Video vom Tod eines 12-Jährigen getäuscht

Montag, 20. Mai 2013 |  Tommy Mueller
Der zwölfjährige Mohammed al-Dura, der im Jahr 2000 angeblich in den Armen seines Vaters von israelischen Soldaten erschossen wurde, wurde weltweit zu einer palästinensischen Symbolfigur. Millionen von Fernsehzuschauern trauerten mit seinem Vater, der sein Kind nicht vor den Kugeln retten konnte. Tunesien gab eine Briefmarke für das „Märtyrerkind“ heraus (Foto). Doch schon bald kamen Zweifel auf. Eine von der israelischen Regierung eingesetzte Untersuchungskommission, die den Tod des Jungen untersuchte, hat am Wochenende ihre Ergebnisse vorgelegt. Die Experten kommen zu dem Schluss, dass der Junge am Ende des Videos noch am Leben war. Es gebe keinerlei Belege dafür, dass der Junge von israelischen Kugeln getroffen worden sei, wie das der französische Staatssender „France 2“ behauptete und damit eine weltweite Welle der Empörung auslöste.

Bereits im Jahr 2002 hatte die deutsche Journalistin Esther Schapira Zweifel daran geäußert, dass Mohammed al-Dura von Israelis erschossen wurde. In ihrer Dokumentation “Drei Kugeln und ein totes Kind – Wer erschoss Mohammed al-Dura?“ kommt sie zu dem Ergebnis, dass wahrscheinlich palästinensische Kugeln das Kind trafen. Der Vater hatte später medienwirksam Narben präsentiert, die angeblich von Verwundungen bei dem fraglichen Feuergefecht an der Netzarim-Kreuzung im Gazastreifen stammten. Ein israelischer Arzt, der den Mann behandelt hatte, widersprach öffentlich: Er habe den Palästinenser operiert, nachdem er von der Hamas wegen angeblicher Zusammenarbeit mit Israel angegriffen worden war. Die Fälschungsvorwürfe beschäftigen seither französische Gerichte. Widerspruch zur Darstellung im französischen Fernsehen gab es auch von Gerichtsmedizinern: Sie hatten festgestellt, dass Aufnahmen von der Beerdigung des 12-Jährigen einen anderen Jungen zeigen als den Jungen im Schusswechsel-Video.

Ministerpräsident Netanjahu meinte zu den jüngsten Untersuchungsergebnissen, sie seien bedeutend, weil dieser Fall dazu benutzt wurde, Israel zu verleumden und zu verunglimpfen. Es gebe nur einen Weg, Lügen zu bekämpfen, und das sei die Wahrheit.

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Syrien zielt angeblich mit Raketen auf Tel Aviv

Montag, 20. Mai 2013 |  Tommy Mueller

Syrien hat angeblich seine modernsten Raketen auf Tel Aviv gerichtet. Sollte Israel erneut Ziele in Syrien angreifen, werde Syrien mit „Tishreen“-Raketen antworten, die einen Sprengkopf von einer halben Tonne tragen können. Das berichtet die britische Zeitung „Sunday Times“. Demnach hätten Spionagesatelliten beobachtet, dass die syrische Armee diese Raketen bereits in Stellung bringe. Israelische Flugzeuge hatten in den vergangenen Wochen dreimal Einsätze geflogen, bei denen angeblich Ziele in Syrien angegriffen wurden. Dabei sollen Waffen vernichtet worden sein, die für die Hisbollah-Kämpfer im Libanon bestimmt waren.

Israels Regierungschef Netanjahu reagierte gelassen auf die erneute Zuspitzung der Lage im Norden. Bei der Kabinettssitzung am Sonntag erklärte er, Israel handle verantwortungsvoll und angemessen, um die Sicherheit der eigenen Bürger zu schützen. Man wisse, wie man verhindern könne, dass leistungsfähige Waffen in die Hände der Hisbollah oder anderer Terrorgruppen fielen. Dies werde man auch in Zukunft tun, so der Ministerpräsident. Er merkte an, dass der Nahe Osten gerade die heikelste Phase seit Jahrzehnten erlebe.

Der syrische Präsident Bashar Assad hat am Samstag eines seiner seltenen Interviews gegeben. Gegenüber der argentinischen Zeitung „Clarin“ behauptete er, Israel arbeite mit den „terroristischen Rebellen“ in seinem Land zusammen. Die Rebellen hätten eine syrische Radarstation gesprengt und so den Israelis ermöglicht, unentdeckt ihren Luftschlag auszuführen.

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Kurznachrichten

Montag, 20. Mai 2013 |  NAI-Redaktion

+++ Weil sie Dutzende von Plakaten des Jerusalemer Khan-Theaters mit Farbe besprüht hatten, wurden zwei junge ultraorthodoxe Männer von der Polizei festgenommen. Einer erklärte, die Darstellung der Schauspielerin störe seine Empfindungen. Das Theater wies dagegen darauf hin, dass die Frau auf dem Plakat (Foto) sittsam bekleidet und in keiner Weise anstößig dargestellt sei. Die Plakate hingen auch nicht in ultraorthodoxen Wohnvierteln, sondern an den großen Hauptstraßen. Die Theaterleitung appellierte an die Jerusalemer Stadtverwaltung, gegen den Vandalismus an Theaterplakaten energisch vorzugehen, da sich solche Vorfälle häuften. +++ In Jerusalem ist der historische Bahnhof aus dem Jahr 1892 wiedereröffnet worden. In dem restaurierten Gebäude befinden sich jetzt Restaurants und Ausstellungsräume. Dieser osmanische Bahnhof wurde einst mit preußischer Hilfe erbaut und verband Jerusalem mit Damaskus, Beirut und Kairo. +++ Nachdem Palästinenser sieben ägyptische Grenzpolizisten entführt haben, hat Ägypten den Rafah-Grenzübergang zum Gazastreifen geschlossen. Dass die Gaza-Palästinenser nun keine Waren bekommen, liegt also nicht an Israel, sondern an Ägypten. Nun besorgen sich die Palästinenser Waren und Lebensmittel durch illegal gegrabene Tunnel. Beim Einsturz eines solchen Tunnels kam jetzt ein junger Mann ums Leben . +++

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Israel-Video des Tages: Der Fall Mohammed al-Dura

Montag, 20. Mai 2013 |  NAI-Redaktion

Diese Videoaufnahmen vom 30. September 2000 haben jahrelang die Weltöffentlichkeit beschäftigt: Ein Junge und sein Vater geraten beim Palästinenseraufstand zwischen die Fronten. Verzweifelt suchen sie Schutz und Deckung, doch schließlich wird der Junge getroffen und stirbt – so die Darstellung des Vaters und des französischen Fernsehens. Experten kommen jedoch nach Begutachtung der Aufnahmen zu dem Schluss, dass der Junge am Ende des Videos noch am Leben ist und einen Arm bewegt. Verletzungen seien nicht zu erkennen. Nach Ansicht der israelischen Regierung wurde die Öffentlichkeit bewusst getäuscht.

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