Droht der kopierte Mensch?

 

Forschung

Droht der kopierte Mensch?

Droht der kopierte Mensch?

Die neuen Forschungsergebnisse stoßen auf Kritik. Foto: dpa

Portland/Berlin – Wird es künftig Kopien von Menschen geben? Das fragen sich viele Christen besorgt angesichts neuer Forschungsergebnisse in den USA. Dort ist es Wissenschaftlern nach eigenen Angaben gelungen, menschliches Leben zu klonen. Sie hätten erfolgreich Embryonen aus dem Kern von Hautzellen und den Eizellen von „Spenderfrauen“ erzeugt und daraus Stammzellen gewonnen, berichtete Prof. Shoukrat Mitalipov (Portland/Bundesstaat Oregon) in der Fachzeitschrift „Cell“. Die Stammzellen können theoretisch in jede beliebige Art von Körperzelle umgewandelt werden und dann kranke oder verletzte Zellen ersetzen. Manche Forscher hoffen, auf diese Weise Krankheiten wie Parkinson, Multiple Sklerose, Herzerkrankungen und Verletzungen des Rückenmarks (z. B. Querschnittslähmung) heilen zu können. Mitalipov zufolge zeigen die Forschungsergebnisse neue Wege, „wie wir Stammzellen von Patienten mit schweren Organschäden erzeugen können“. Nach seinen Angaben könnten diese Stammzellen „krankhaftes Gewebe ersetzen, wie wir es bei Millionen Menschen finden“. Die Forscher bezweifeln, dass die Methode dazu dienen kann, ganze Menschen zu klonen. In jahrelangen Versuchen mit Affen sei es nicht gelungen, auch nur einen Affen zu klonen. „Wir erwarten, dass dies auch bei Menschen nicht möglich sein wird“, so die Forscher. Medienberichten zufolge hatten die durch Klonen gewonnenen menschlichen Embryonen innerhalb von sieben Tagen 150 Zellen gebildet. Sie wären lebensfähig gewesen, wenn man das Experiment nicht abgebrochen hätte.

Hüppe: Forschungen sind „unethisch und unsinnig“

In Deutschland stoßen diese Forschungen auf Kritik. Sie seien „unethisch und unsinnig“, erklärte der Bundesbeauftragte für die Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe (CDU). Menschliche Embryonen dürften nicht durch Klonen hergestellt werden, um sie zur Stammzellgewinnung zu töten. Der dafür teilweise verwendete Begriff „therapeutisches Klonen“ sei eine Irreführung, weil es keinerlei Therapie oder klinische Studie mit Klon-Stammzellen gebe. Außerdem sei Klonen, um dadurch Stammzellen zu gewinnen, ein „absoluter Anachronismus“, da die Wissenschaft in den vergangenen sechs Jahren bessere Methoden entwickelt habe.

Bei der Eizellenspende starben Frauen

Auch der gesundheitspolitische Sprecher der größten Fraktion im Europäischen Parlament (EVP-Christdemokraten), Peter Liese (Meschede/Sauerland), sieht viele ungelöste medizinische Fragen beim „therapeutischen Klonen“. Bei der Eizellenspende seien Frauen zu Tode gekommen. Die in den USA entwickelte Technik lasse sich nicht dauerhaft auf die Herstellung von Stammzellen begrenzen. „Mit der gleichen Methode kann man auch ein geklontes Baby herstellen. Und die Beteuerungen der Forscher, dass sie das nicht wollen, sind aus meiner Sicht nicht überzeugend.“

CDL: Embryonenschutz beibehalten

Wie Liese plädiert auch die in den Unionsparteien aktive Initiative „Christdemokraten für das Leben“ (CDL) für ein Beibehalten des deutschen Embryonenschutzgesetzes, das die Herstellung von Embryonen zu einem anderen Zweck als zur Schwangerschaft verbietet. Die CDL befürchtet, dass die US-Forschungen wieder zu neuen Forderungen nach einer Liberalisierung des Embryonenschutzes führen könnten. Deutsche Wissenschaftler hätten vor kurzem ein neues, radikales Fortpflanzungsmedizingesetz entworfen, das Embryonen generell in den ersten Wochen völlig schutzlos ließe.

 

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