Cybermobbing aus Spaß und Langeweile

Cybermobbing aus Spaß und Langeweile

Spaß und Langeweile sind die häufigsten Gründe dafür, dass Jugendliche andere im Internet beleidigen, beschimpfen oder peinliche Bilder von ihnen veröffentlichen. Das ergab die bislang größte Befragung zum Thema Cybermobbing, die am Donnerstag in Köln vorgestellt wurde. Siebzehn von hundert Schülern gaben an, schon einmal online gemobbt worden zu sein.
Foto: lassedesignen (Fotolia)

Die meisten Cybermobbing-Attacken erleben Schüler zwischen 12 und 15 Jahren. Von den 14- bis 15-Jährigen wurde nach eigenen Angaben jeder fünfte schon einmal im Internet drangsaliert. Wiederum ein Fünftel von ihnen ist davon dauerhaft belastet. Das fand das Bündnis gegen Cybermobbing in einer gemeinsamen Studie mit der Versicherungsgesellschaft ARAG heraus. Dafür wurden zwischen November 2012 und Februar dieses Jahres über 10.000 Schüler, Lehrer und Eltern aus ganz Deutschland befragt.

An Hauptschulen wird demnach am meisten gemobbt: 26 Prozent aller Fälle registrierte die Studie dort. An Gymnasien sind es mit zehn Prozent am wenigsten. Fünf von hundert befragten Schülern bekannten sich dazu, Mobbing-Täter zu sein. Das heißt, sie haben andere im Internet beschimpft und beleidigt, Lügen und Gerüchte verbreitet, peinliche Fotos oder Videos veröffentlicht, sich über andere lustig gemacht oder sie aus sozialen Gruppen ausgegrenzt. Ein Drittel von ihnen hat aber auch selbst schon Cybermobbing erfahren. Vor allem in sozialen Netzwerken geht es laut Erhebung hoch her. Mehr als drei Viertel der Befragten erleben sie als Tatort für Cybermobbing. Viele Vorfälle gibt es außerdem in klassischen Chatrooms.

Ein Großteil der Lehrer und Eltern sind der Ansicht, dass sich Gewalt unter Jugendlichen durch die Neuen Medien verändert hat. Durch die Anonymität des Internets seien junge Menschen weniger gehemmt. Fast zwei Drittel der Pädagogen kennen Fälle von Cybermobbing. Über die Gefahren im Internet fühlen sie sich oft nicht ausreichend informiert.
Die Leiterin der Studie, Catarina Katzer, erklärte: „Das Bündnis gegen Cybermobbing empfiehlt die Einführung einer deutschlandweiten zertifizierten Online-Beratungsstelle und eines Hilfe-Portals oder Ratgebers.“ Außerdem sollten Anbieter von Online-Portalen Nutzer auf Risiken und Gefahren aufmerksam machen. Dazu wären Hinweise notwendig, was bei Cybermobbing zu tun sei und an wen kann man sich wenden könne. Eine Selbstkontrolle der Onlineanbieter sieht das Bündnis gegen Cybermobbing ebenfalls als dringend erforderlich an. Die Prävention solle bereits in der Grundschule beginnen, beispielsweise in Form eines Schulfaches Medienerziehung. Katzer fordert zudem ein Gesetz gegen Cybermobbing. (pro)

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