Al Kaida wütete in Missionsstationen

 

Mali

Al Kaida wütete in Missionsstationen

Al Kaida wütete in Missionsstationen

Seit sieben Jahren bildet das Missionswerk „Neues Leben Ghana“ in Mali Evangelisten und Pastoren aus. Foto: PR

Bamako/Fürth/Dietzhölztal (idea) – Abgezogene Al-Kaida-Kämpfer im Norden des westafrikanischen Landes Mali haben schwere Verwüstungen in christlichen Missionsstationen hinterlassen. Das berichtet das Missionswerk „Neues Leben Ghana“ (Fürth/Odenwald), das dort 13 Stationen und eine Bibelschule unterhält. Radikal-islamische Rebellen hatten im vergangenen Jahr große Teile des Nordteils von Mali erobert und dort das islamische Religionsgesetz, die Scharia, eingeführt. Seit dem Eingreifen französischer Truppen im Januar wurden die islamistischen Kämpfer aus dem Nordteil des Landes weitgehend vertrieben. Aber nach wie vor kommt es zu Kämpfen mit den Rebellen und Selbstmordanschlägen. Wie das Missionswerk „Neues Leben Ghana“ der Evangelischen Nachrichtenagentur idea mitteilte, hätten Al-Kaida-Kämpfer die Missionsstation und die Bibelschule in Timbuktu vor ihrer Flucht vor den französischen Truppen vermint. Soldaten der Fremdenlegion hätten drei „heimtückische Sprengfallen“ entdeckt und entschärft. Dem Missionswerk zufolge haben die islamistischen Kämpfer die Inneneinrichtung zerstört. Sie hätten sogar Betten und Bänke verbrannt. Im Dach der Kirche klaffe ein großes Loch. Auch zwei weitere Stationen seien verwüstet worden. Einheimische Mitarbeiter seien jetzt dabei, sie instandzusetzen. Die Lage im Norden sei aber nach wie vor unübersichtlich und unsicher. Nach Angaben des Werkes haben nach der vorübergehenden Herrschaft der Islamisten viele Einheimische „die Nase voll vom Islam und hören ganz neu auf die Botschaft des Evangeliums“. Christen hätten jetzt die große Chance, „den Menschen an Leib und Seele mit Wort und Tat zu helfen“. Die 13 Missionsstationen des Werkes sind durch Teams aus Deutschland entstanden und werden nun von afrikanischen Mitarbeitern betreut.

Allianz-Mission: Ab Sommer wieder deutsche Mitarbeiter in Mali

Die Allianz-Mission des Bundes Freier evangelischer Gemeinden hatte ihre deutschen Mitarbeiter im Frühjahr vergangenen Jahres aus Sicherheitsgründen aus Mali abgezogen. Drei Familien mussten vor den vorrückenden Rebellen fliehen. Wie Missionsleiter Erhard Michel (Dietzhölztal/Mittelhessen) auf idea-Anfrage mitteilte, will eine Missionarsfamilie im Sommer nach Mali zurückkehren; eine weitere überlegt sich noch diesen Schritt. Der Einsatz sei in der Hauptstadt Bamako oder der Umgebung geplant. Eine Rückkehr nach Sévaré – rund 700 Kilometer von der Hauptstadt Bamako entfernt – sei im Moment nicht möglich, da dort Ausländer nicht sicher vor Entführungen seien. In Sévaré befindet sich ein Projektbüro der Allianz-Mission. Dort sind auch die meisten der rund 30 einheimischen Mitarbeiter beschäftigt. Das Missionswerk unterstützt Projekte für Aufforstung, Landwirtschaft und Gesundheit, engagiert sich aber auch in der Evangelisation und dem Gemeindeaufbau. Zu der mit der Allianz-Mission verbundenen Kirche gehören 27 Gemeinden.

Mehr als 440.000 Bürgerkriegsflüchtlinge

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (Göttingen) forderte am 14. Mai, dass Europa seine humanitäre Hilfe für die mehr als 440.000 Bürgerkriegsflüchtlinge verstärken soll. Nach Angaben der Vereinten Nationen seien bisher erst Zusagen für 28 Prozent der benötigten 315 Millionen Euro gemacht worden. „Wenn allein Frankreich schon mehr als 200 Millionen Euro für seine Militäroperation in Nord-Mali aufwenden konnte, muss es doch möglich sein, dass die internationale Gemeinschaft gemeinsam für die Versorgung der Notleidenden aufkommt“, erklärte der Afrika-Referent der Organisation, Ulrich Delius. Europa dürfe diese Flüchtlinge nicht vergessen. Zwar fehle es ihnen nicht an Nahrungsmitteln, aber die Wasserversorgung sei katastrophal, und Kinder würden schulisch nicht betreut. Im Norden Malis seien derzeit nur 385 von 1.005 Schulen geöffnet. Von 200.000 Kindern könnten nur 86.000 eine Schule besuchen. Nach Angaben der Gesellschaft für bedrohte Völker sind ein Großteil der 270.000 Binnenflüchtlinge und der 170.000 in den Nachbarländern lebenden Flüchtlinge Tuareg, Araber und Angehörige des Hirtenvolks der Peul. Von den rund 14 Millionen Einwohnern Malis sind 87 Prozent Muslime, 10 Prozent Anhänger von Naturreligionen und 2,6 Prozent Christen.

 

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