NAI – Nachrichten aus Israel Montag, 13. Mai 2013

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Israels Landwirte kämpfen verzweifelt gegen Milliarden von Heuschrecken

Montag, 13. Mai 2013 |  Aviel Schneider
Hilfe, die Heuschrecken kommen wieder! Die Heuschrecken-Schwärme im Süden Israels werden für die Landwirte zum Alptraum. Schon während der Pessach-Woche Ende März waren riesige Schwärme von Heuschrecken aus Ägypten eingefallen. In der Wüstengegend von Nizanna, Beer Milka und Kadesch Barnea wurden die Insekten chemisch bekämpft. Doch sie hatten über Nacht Eier gelegt, und daraus haben sich nun neue Heuschrecken entwickelt. Sie fressen alles ab, was grün ist. „Wir werden von Milliarden von Heuschrecken überfallen. Wie dunkle Wolken rasen sie über unsere grünen Felder“, berichtet unser Freund und Landwirt Oren Schalom, der den  Israel heute-Weinberg betreut.

Oren bat darum, ein riesiges Netz zu kaufen, um damit den Weinberg zu schützen. Er ist entsetzt: „Alle Sprühmittel gegen die Heuschrecken haben bisher nicht geholfen. Das Militär setzt täglich Flugzeuge ein, um die Heuschrecken-Schwärme zu bekämpfen. Es ist einfach unglaublich, was bei uns im Süden abläuft. Wie in biblischer Zeit! Trotz aller Technologie, die wir haben, sind die Heuschrecken-Schwärme ein gewaltiger Feind!“ Oren teilte mit, dass zwei Landwirte aus Beer Milka bereits die Hälfte ihrer Gewächse verloren haben. „Wir brauchen dringen Gebet und Hilfe, um ein Netz zu kaufen.“„israel heute“ erwägt bereits, einen Teil der Mitarbeiter aus dem Jerusalemer Büro in den Süden schicken, um Oren im Kampf gegen die Heuschrecken-Schwärme helfen.

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Massenproteste gegen Sparpläne des neuen Finanzministers

Montag, 13. Mai 2013 |  Tommy Mueller

Mehr als 10.000 Israelis haben am Samstagabend gegen den Sparkurs des neuen Finanzministers Yair Lapid demonstriert. Zu Massenprotesten kam es in Tel Aviv (Foto), Jerusalem, Haifa, Modiin, Rishon Lezion und Ashdod. Lapid hatte zuvor eine ganze Reihe von unpopulären Maßnahmen angekündigt. Er will nicht nur bei den Sozialausgaben und Gehältern im öffentlichen Dienst sparen, sondern auch die Einkommen- und Mehrwertsteuer erhöhen. Die Demonstranten sind von diesen Vorhaben Lapids bitter enttäuscht. Nach den Sozialprotesten vor zwei Jahren hatten sie sich von der neuen Regierung erhofft, dass sie die Mittelschicht finanziell entlasten würde.

Einer der Demonstranten, der Sozialaktivist Ofer Berkan, meinte: „Die Wahlen im Januar waren die größte Lüge, die Israel seit Jahren erlebt hat. Wer immer sich einen Wandel erhofft hatte, bekam einen Schlag ins Gesicht.“ Die Protestierer bezeichneten Lapid als eine Marionette der israelischen Industriekapitäne. Sie forderten, die Regierung solle sich mehr Geld von den Superreichen im Land holen, außerdem müsse auch das Volk von den riesigen Gasfunden vor der israelischen Küste profitieren. Weiter hieß es, Lapid rede bereits genau wie Regierungschef Netanjahu, nur sehe er besser aus. Lapid ist im ganzen Land als Journalist, Buchautor, Schauspieler und Fernsehmoderator bekannt geworden. 2012 gründete er die säkular-liberale Partei „Yesh Atid“ („Zukunftspartei“), die sofort großen Zuspruch fand, da Lapid sich für Bildung, gegen Korruption und für eine gleichmäßige Lastenverteilung in der Gesellschaft stark machte. Bei den Wahlen eroberte „Yesh Atid“ 19 Sitze und wurde zweitstärkste Partei.

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Kurznachrichten

Montag, 13. Mai 2013 |  NAI-Redaktion

+++ Die israelische Oppositionsführerin Shelly Yachimovich (Foto), die Vorsitzende der Arbeiterpartei, hat sich in Ramallah mit Palästinenser-Präsident Mahmoud Abbas getroffen. Sie forderte die Wiederaufnahme von Friedensgesprächen und unterstrich, ihre Partei unterstütze eine Zwei-Staten-Lösung. +++ Der von US-Außenminister Kerry vorgeschlagene Landaustausch zwischen Israel und den Palästinensern wurde von den Staaten der Arabischen Liga für gut befunden. Für die Grenzziehung zur Zwei-Staaten-Regelung sollen kleinere Gebiete ausgetauscht werden. Die Fatah-Palästinenser stimmen dem bereits zu. Die islamistischen Hamas-Palästinenser wollen jedoch dafür kämpfen, dass ganz Israel zu „Palästina“ wird, und zwar ohne Juden. +++ Die von Damaskus aus arbeitende „Volksfront zur Befreiung Palästinas“, ein Zweig der alten PLO, gab bekannt, dass sie die Unruhen in Syrien dazu ausnutzen werde, um die – wie sie sagen – von Israel besetzten Golan-Höhen zu befreien. +++ Die Preise für Wohnungen stiegen in den vergangenen zwölf Monaten durchschnittlich im ganzen Land um fünf Prozent. In Tel Aviv betrug der Anstieg sogar elf Prozent, in Jerusalem neun und in Haifa sieben Prozent. In Städten, die wie Ashkalon in Reichweite von Raketen aus dem Gazastreifen liegen, sanken dagegen die Wohnungspreise. +++

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Israel-Video des Tages: Heuschrecken-Plage im Süden

Montag, 13. Mai 2013 |  NAI-Redaktion

Dieses Video entstand während der ersten Heuschrecken-Plage im März. Es zeigt wie die gefräßigen Insekten über den Süden des Heiligen Landes herfallen. Schon damals war von einer Plage mit biblischen Ausmaßen die Rede. Von Lastwagen und Flugzeugen aus wurden Pestizide versprüht. Trotzdem breiteten sich die von Ägypten einfallenden Schwärme rasch aus und legten auch noch Eier ab. Das Landwirtschaftsministerium hat für bedrohte Landwirte eine Telefon-Hotline eingerichtet. Am Ende des Videos ist zu sehen, wie eine orthodoxe Familie Heuschrecken einsammelt – für eine schmackhafte Zwischenmahlzeit.

 

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