Ich finde es einen Frevel einem Atheisten ein Podium zu geben was zur Glaubensstärkung dienen soll

 

Humanistentag

Atheist und Kirchenleiter im Streitgespräch

Atheist und Kirchenleiter im Streitgespräch

v.l.: Der Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, Ralf Meister (Foto, links), und der atheistische Philosoph Michael Schmidt-Salomon. Foto: Evelin Frerk

Hamburg (idea) – Ist Religion in der Gesellschaft wichtig? Darüber diskutierten der Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, Ralf Meister, und der atheistische Philosoph Michael Schmidt-Salomon (Mastershausen bei Koblenz), auf dem Deutschen Humanistentag. Das Treffen mit 400 Teilnehmern endet am 4. Mai nach viertägiger Dauer. Veranstalter ist die atheistische Stiftung Geistesfreiheit (Hamburg), deren Motto „Forschen statt glauben – Handeln statt beten“ ist. Zeitgleich findet in Hamburg der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag mit 117.000 Teilnehmern statt. Schmidt-Salomon, Vorstandssprecher der atheistischen Giordano-Bruno-Stiftung, bezeichnete Religion als schädlich. Sie stehe im Widerspruch zu dem, was die Bürger im Lande wollten. So seien 90 Prozent für humane Sterbehilfe; die beiden Großkirchen lehnten sie jedoch ab und wirkten entsprechend auf die Politik ein. Die Kirchen hätten die Menschen in der Vergangenheit vor allem deshalb erreicht, weil sie sich in einer Machtposition befänden und mit Diakonie und Caritas Milliardenumsätze machten. Heute lebe man jedoch im „religionslosesten Deutschland, das es jemals gab“. Dies habe zu mehr Freiheit geführt. Schmidt-Salomon warf den Kirchen vor, die Religionsfreiheit einzuschränken, da sie in ihren Einrichtungen keine Juden, Muslime oder Atheisten beschäftigten. Zudem nutzten die Kirchen christliche Kindertagesstätten „als Orte der weltanschaulichen Manipulation von Kindern“. Sie müssten dort gegen ihren Willen die Auferstehung Jesu mit Puppen nachspielen. Kinder sollten jedoch nicht ideologisch geprägt werden, sondern möglichst vorurteilsfrei in die Welt eingeführt werden. Der Staat müsse aufhören, den Kirchen Privilegien und Sonderrechte einzuräumen. Kritik übte Schmidt-Salomon auch an der Säuglingstaufe und dem Einzug der Kirchensteuer durch den Staat: „Man gießt einem Kind Wasser über den Kopf und es wird dadurch Mitglied einer Steuergemeinschaft.“ Dieses Verfahren gebe es sonst nirgendwo auf der Welt.

Bischof: Kirchensteuer ist keine Zwangsabgabe

Landesbischof Meister warf Schmidt-Salomon vor, „komplett uninformiert“ zu sein und sich „geistig zu provinzialisieren“. So sei in der Diakonie auch die Beschäftigung von Nicht-Christen möglich. Auch gebe es in evangelischen Kindertagesstätten „keine engstirnige christliche Verkündigung“. Vielmehr werde dort die Vielfalt von Religionen vermittelt. Meister: „Die evangelische Welt ist viel weiter als ihre simplifizierenden Einschätzungen.“ Meister verteidigte auch den Einzug der Kirchensteuer durch den Staat. Sie sei keine Zwangsabgabe, sondern jeder Bürger sei frei, sie zu zahlen. Meister vertrat ferner die Ansicht, dass atheistische Systeme „grandios gescheitert“ seien, etwa der Stalinismus in der Sowjetunion, der Maoismus in China oder die Roten Khmer in Kambodscha. Die Diskriminierung Andersdenkender habe es auch in der atheistischen DDR gegeben.

Atheist: Christlicher Glaube ist „historischer Zufall“

Debattiert wurde auch über theologische Fragen. Schmidt-Salomon fragte Meister, wie er als gebildeter Mann an einem maroden Glaubenssystem festhalten könne. Der Mensch sei nicht Gottes Geschöpf, sondern eine „erst vor kurzem entstandene und bald wieder aussterbende Affenart“. Der Mensch sei eine tragische Figur, weil er wisse, dass sein Dasein nichtig sei. Darüber dürfe man sich nicht hinweglügen. Schmidt-Salomon: „Der Stein der Weisen ist der Grabstein.“ Der christliche Glaube sei „historisch zufällig“ entstanden.

Evangelikale überzeugender als liberale Christen

Zudem litten liberale Christen wie Meister an „nicht eingestandener Säkularisierung“. Es gebe kaum etwas, was einen mehr vom Glauben abbringen könne als ein Theologiestudium. Für ihn seien evangelikale Christen überzeugender, da diese tatsächlich an die Auferstehung der Toten und an die Existenz der Hölle glaubten, so Schmidt-Salomon: „Jesu Erlösungstat ohne die Voraussetzung der Hölle ist so sinnlos ist wie ein Elfmeterschießen ohne gegnerische Mannschaft.“ Zugleich bekannte Schmidt-Salomon, dass auch der Humanismus auf einem Glauben basiere, nämlich der Vorstellung, dass sich die Welt verbessern lasse. Wer dies nicht teile, sei kein Humanist, sondern Zyniker.

Bischof Meister: Gott lässt sich nur im Glauben verstehen

Meister erwiderte, Theologie müsse kritische Selbstreflexion leisten, ansonsten habe sie an den Hochschulen nichts zu suchen. Die Existenz Gottes lasse sich weder beweisen noch widerlegen. Verstehen könne man Gott nur im Glauben. Seine Lebensfreude basiere auf Glaubenssätzen, so Meister: „Gott und die Geschichte mit Jesus Christus sind für mich existenziell wichtig.“ Der christliche Glaube sei für ihn keine Illusion, sondern biete Hoffnung über den Tod hinaus. Daraus wachse zugleich die Kraft, um die Welt zu verändern. Nach den Worten Meisters hat bereits der Reformator Martin Luther (1483-1546) die Vorstellung von einer Hölle „erledigt“. Auch würde sich eine Gesellschaft ohne Religion nicht in Anarchie auflösen. Dennoch seien Christen für die Gesellschaft dienlich. Christen seien „verrückte Leute, die an Veränderungen glauben, wo andere es nicht mehr tun“.

Worin sich beide einig waren

Einig waren sich die beiden Diskutanten darin, dass ein Staat Religionsfreiheit gewährleisten müsse. Religiöse und nicht-religiöse Menschen sollten gut zusammenleben können. Schmidt-Salomon lobte zudem die Dialogbereitschaft Meisters. Viele Bischöfe hätten in der Vergangenheit die Auseinandersetzung mit ihm gescheut. Der Bischof sagte, die Kirche müsse den Dialog mit Religionslosen suchen. Er hätte sich eine solche Debatte auch auf dem Evangelischen Kirchentag gewünscht.

 

2 Antworten zu “Ich finde es einen Frevel einem Atheisten ein Podium zu geben was zur Glaubensstärkung dienen soll

  1. „Ich finde es einen Frevel einem Atheisten ein Podium zu geben was zur Glaubensstärkung dienen soll.“
    – Herr Meister war auf dem Humanistentag. Wenn, dann wurde IHM ein Podium gegeben.

  2. Diese Atheist mit seinem bescheuerten affischen Grinsen eine Plattform zu geben mit seinen Schwachsinnigem Lügen ist wieder eine Stufe näher an die Hölle.

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