NAI – Nachrichten aus Israel Freitag, 3. Mai 2013

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Ami Ortiz: Ist er nun Jude oder nicht?

Freitag, 3. Mai 2013 |  Ryan Jones
Ein Jerusalemer Gericht hat vor kurzem den „jüdischen Terroristen“ Jack Teitel zu lebenslanger Haft verurteilt. Er hatte zwei Palästinenser umgebracht und versucht, zwei Israelis zu ermorden. Einer davon war der messianische Jugendliche Ami Ortiz, der zum Purim-Fest eine als Geschenk getarnte Bombe erhielt. Das Gericht befand, dass Teitel nicht geisteskrank sei.

Die messianischen Juden in Israel – sie glauben, dass Jesus Christus der Messias ist – verfolgten einen Aspekt der juristischen Auseinandersetzung mit großem Interesse: Ami Ortiz erhielt nicht die staatlichen Entschädigungen, die normalerweise an Terroropfer bezahlt werden. Das israelische Verteidigungsministerium stuft Angriffe von Arabern auf Juden oder von Juden auf Araber als Terrorakte ein. Aber „Gewalt zwischen Juden“ gilt nicht als Terror, sondern als Kriminalfall.

„Gewalt zwischen Juden?“ – das ließ viele aufhorchen. Denn der Staat Israel spricht vielen jesusgläubigen Juden das Recht ab, noch als Juden zu gelten. Das wird beispielsweise so praktiziert, wenn es um das Einwanderungsrecht nach Israel geht. Amis Mutter, Leah Ortiz, bezeichnet die Verhältnisse gegenüber israel heute als absurd: „Wenn es passt, sind wir Juden, wenn es nicht passt, sind wir keine“, stellte sie fest. Es sei ja schön, dass der Staat Israel sie nun neuerdings als Juden betrachte. Das ändere aber nichts daran, dass der Angriff auf Ami ein hasserfülltes Verbrechen war – genau so wie die Ermordung der beiden Palästinenser. „Wir haben zusammen mit unserem Rechtsanwalt ein Verfahren angestrengt, um das Verteidigungsministerium dazu zu bewegen, den Angriff auf Ami als Terrorattacke einzustufen“, unterstrich Leah. Ami habe noch eine jahrelange intensive und teure Behandlung vor sich.

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Militär-Integrationsprogramm für Ultraorthodoxe ein Erfolg

Freitag, 3. Mai 2013 |  Miriam Kuhlmann

„Ultra-orthodoxe Juden in die israelische Gesellschaft zu integrieren ist keine Fantasie mehr, sondern ein nationales Ziel.“ Dafür setzt sich Israels neuer Wirtschafts-und Handelsminister Naftali Bennett ein. Der weitaus größte Teil der Ultraorthodoxen leistet keinen Wehrdienst. Es ist ein erklärtes Ziel der neuen Regierung, dies zu ändern. Dazu dienen besondere Programme, die ultraorthodoxe Juden besser auf das Leben nach dem Wehrdienst vorbereiten. Denn viele von ihnen haben zwar hervorragende Thora-Kenntnisse, doch ihre Allgemeinbildung kam zu kurz. Eine Studie des Wirtschafts- und Handelsministeriums bestätigt, dass mittlerweile 70 Prozent der Ultraorthodoxen, die in der Armee gedient haben, anschließend in den Arbeitsmarkt einsteigen. Viele können nach dem Wehrdienst nicht mehr in ihr früheres Umfeld zurück, da sie von ihren Gemeinden als „Verräter“ gebrandmarkt werden.

Das „Shahar Integrations-Programm“ wurde von der Personalabteilung der israelischen Streitkräfte entwickelt und 2007 gestartet. Es erlaubt ultra-orthodoxen Männern zwischen 22 und 26 Jahren, eineinhalb Jahre zu dienen und währenddessen in verschiedenen technologischen Bereichen Erfahrungen zu sammeln. Momentan nehmen laut Statistik rund 1300 Ultraorthodoxe daran teil. Mehr als 1000 haben das Programm erfolgreich abgeschlossen. Aus der Statistik geht außerdem hervor, dass 72 Prozent der Absolventen zufrieden mit ihrem Militärdienst waren, 60 Prozent davon jedoch nicht das Gefühl hatten, ihr volles Potenzial entfalten zu können. Die Regierung will das Projekt nun deutlich Aufstocken und umgerechnet fast 15 Millionen Euro bereit stellen.

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Israel-Video des Tages: Anschlagsopfer Ami Ortiz

Freitag, 3. Mai 2013 |  Tommy Mueller

Das Fernsehteam von israel heute hat im Jahre 2011 Ami Ortiz zu Hause besucht. Vor der Kamera erinnert er sich an die schreckliche Bombenexplosion im Jahr 2008, berichtet über seine Verletzungen, die Reaktionen seiner Familie und über den Trost und Zuspruch, den er aus aller Welt erfahren hat. Außerdem erzählt der begeisterte Basketballspieler über seine Zukunftspläne.

 

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