Syrien: Sorge um entführte Bischöfe wächst

 

Syrien: Sorge um entführte Bischöfe wächst

Die Sorge um die in Syrien entführten orthodoxen Bischöfe wächst. Vertreter der EU, der europäischen Kirchen und Mitglieder des Deutschen Bundestages haben am Freitag die sofortige Freilassung der Geistlichen gefordert.

Der griechisch-orthodoxe Erzbischof von Aleppo, Bulos al Jasidschi, und der syrisch-orthodoxe Erzbischof von Aleppo, Gregorios Juhanna Ibrahim, waren am 22. April entführt worden. Ihr Verbleib ist weiter unklar. Ihr Fahrer, ein Diakon der orthodoxen Kirche, war bei der Entführung getötet worden.

 Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton zeigte sich darüber bestürzt, dass religiöse Führungspersönlichkeiten in dem Syrien-Konflikt zum Opfer werden. „Für solche Angriffe gibt es keine Rechtfertigung“, ließ Ashton ihren Sprecher am Freitag in Brüssel erklären. Ashton verurteilte jede Form der Gewalt sowie Entführungen in Syrien. „Unschuldige Zivilisten, religiöse Führer und Mitarbeiter von humanitären Hilfsorganisationen dürfen in diesem fürchterlichen Konflikt nicht zu Opfern werden“, fügte sie nach Angaben ihres Sprechers hinzu.

 In einem Appell riefen 126 Abgeordnete der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zur sofortigen Freilassung der Bischöfe auf. „Wir nehmen mit großer Sorge wahr, dass die Religionen von den Bürgerkriegsparteien gezielt gegeneinander aufgehetzt werden, um so den Hass zwischen den Menschen in Syrien weiter anzustacheln“, heißt es in dem Papier. Die Entführung der beiden Erzbischöfe und „die erbarmungslose Hinrichtung“ ihres Fahrers seien nur drei von vielen Schicksalen, bei denen täglich Unschuldige dem Bürgerkrieg zum Opfer fallen. „Wir appellieren an die Entführer, die beiden hohen Geistlichen sofort freizulassen und unversehrt zu ihren Gemeinden zurückkehren zu lassen.“

 Den Appell unterzeichneten neben dem Fraktionsvorsitzenden Volker Kauder und seiner 1. Stellvertreterin Gerda Hasselfeldt unter anderem die Abgeordneten Ingrid Fischbach, Maria Flachsbarth, Ilse Aigner, Maria Böhmer, Wolfgang Bosbach, Norbert Geis, Hermann Gröhe, Hubert Hüppe sowie Franz Josef Jung. Zu den Unterzeichnern gehören weiter Hermann Kues, Norbert Lammert, Philipp Mißfelder, Ruprecht Polenz, Thomas Rachel, Heinz Riesenhuber, Annette Schavan, Johannes Singhammer und Arnold Vaatz.

 Auch der Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, beklagte die eskalierende Gewalt in Syrien: „Wir trauern mit den Menschen in Syrien, über jedes verlorene Leben und mit allen, die unter der ausufernden Gewalt leiden“, so das geistliche Oberhaupt der anglikanischen Weltgemeinschaft von mehr als 80 Millionen Christen. Die Entführung der orthodoxen Bischöfe sei ein weiteres Beispiel dafür, wie diese Gewalt ein ganzes Volk in den Abgrund reißt. Er rief zum Gebet für eine politische Lösung des tragischen Konflikts auf.

 Die Evangelische Kirche in Deutschland und der Ökumenische Rat der Kirchen in Genf hatten am Vortag zum Gebet für die entführten Bischöfe aufgerufen. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden in dem seit mehr als zwei Jahren andauernden blutigen Konflikt zwischen der Regierung von Präsident Baschar al-Assad und der bewaffneten Opposition bislang etwa 70.000 Menschen getötet. Mehr als eine Million Menschen flohen aus ihrer Heimat.

 Die syrische Bevölkerung ist religiös sehr vielfältig: Christen machen etwa zehn Prozent aus. Die Mehrheit der 23 Millionen Syrier sind sunnitische Muslime. Doch die Regierung wird von Alawiten und Christen dominiert. In den vergangenen Monaten gehen radikale Islamisten zunehmend gegen Christen und Alawiten vor.

 

Eine Antwort zu “Syrien: Sorge um entführte Bischöfe wächst

  1. Man muss nicht mal Christ sein, allein schon die Tatsache das man sich so nennt ist Lebensgefährlich. Aber jeder der kein Moslem ist lebt in Gefahr.

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