NAI – Nachrichten aus Israel Montag, 22. April 2013

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Israels Fluglinien streiken

Montag, 22. April 2013 |  nai Redaktion  
 

Nachdem die israelische Regierung das „Open Sky“ Abkommen mit der Europäischen Union unterschrieben hat, sind die drei großen israelischen Fluglinien, El Al, Arkia und Israir in einen Streik getreten. Sie befürchten einen massiven Abbau von Arbeitsplätzen, da die europäischen Fluggesellschaften nun in Israel die gleichen Flugrechte wie die israelischen Fluggesellschaften bekommen werden.

Obwohl viele Angestellte der Fluglinien wegen der Zunahme der Konkurrenz nun um ihre Arbeitsplätze bangen, betonen die zuständigen Minister, das Abkommen werde sogar Arbeitsplätze schaffen, da wegen günstigerer Flugpreise mehr Touristen ins Land kommen würden. „In der EU hat das Open Sky-Abkommen die Flugpreise um 34 Prozent gesenkt und die Passagierzahlen fast verdoppelt“, gab Transportminister Israel Katz zu bedenken. Der Verband der herstellenden Gewerbe veröffentlichte eine Analyse, die zu dem Ergebnis kommt, dass mehrere tausend Arbeitsplätze durch das Abkommen geschaffen werden.

Auf der anderen Seite fürchten die israelischen Fluglinien und ihre Gewerkschaften die neue Konkurrenz. Besonders die größte Fluglinie EL AL soll in einem maroden Zustand sein, der einem Vergleich mit dem offenen Markt Europas nicht standhalten wird. Wohl aus diesem Grunde wird das Abkommen erst im April 2014 in Kraft treten, so dass die israelischen Airlines Zeit haben, sich auf die Konkurrenz vorzubereiten.

Ministerpräsident Netanjahu begrüsste die Flugreform: „Das Ziel der Reform ist es, die Flugpreise nach und aus Israel zu senken und mehr Touristen ins Land zu bringen. Ich ziehe meinen Hut vor Transportminister Katz und Finanzminister Lapid, die diese Reform durchgebracht haben, über die schon so lange diskutiert wurde. Wir werden weiterhin Reformen durchführen, die die Lebenskosten senken werden und die Dienstleistungen für unsere Bürger effizienter gestalten werden.“

Noch aber stemmen sich die alten Fluglinien gegen diese Reform und bringen den Flugverkehr des Landes zum Stillstand. Wie lange der Streik noch weitergehen wird, weiß niemand, bisher hat noch keine Seite Kompromissbereitschaft gezeigt.

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Die Raketen sind zurück

Montag, 22. April 2013 |  nai Redaktion  
 

Fünf Monate nach der Operation „Wolkensäule“ steht Israel erneut unter Raketenbeschuss. Nachdem im Süden des Landes fast fünf Monate Ruhe herrschte, kehrte jetzt der Alltag in Form von Raketeneinschlägen zurück. Die Militäroperation „Wolkensäule“ im November letzten Jahres hatte für eine Feuerpause aus dem Gazastreifen gesorgt, wie man sie in Israel lange nicht kannte. Aber diese Zeiten scheinen vorbei zu sein, denn die Sirene mit Alarmstufe Rot ist im Süden des Landes wieder öfter zu hören. Aus Erfahrung wissen die Einwohner der südlichen Gebiete, dass die Terrororganisationen in Gaza und auf der Sinai-Halbinsel die Abschussrate erhöhen werden. Wieder beginnen sie, um ihr Leben zu laufen und sich in Bunkern zu verstecken, wenn die Sirene ertönt.

Bisher hat die Armee noch in keinster Weise auf die neuerlichen Beschüsse reagiert, obwohl die neue Regierung Israels mehrmals betonte, keinen neuen Beschuss auf seine Bürger dulden zu wollen. Wie sie nun reagieren wird, bleibt abzuwarten. Der Gemeinderatsvorsitzende der am stärksten betroffenen Eschkol-Region, Haim Yalin, forderte eine besser Aufklärung der internationalen Gemeinschaft darüber, dass die Terroristen auf Frauen und Kinder schießen. Auf diese Weise, so hofft er, werden die Verantwortlichen sich stärker für ein Ende der Agressionen einsetzen. Der Erfolg einer solchen Maßnahme ist jedoch mehr als fraglich, da die internationale Gemeinschaft bisher nichts für die Sicherheit Israels getan hat.

Wie immer bleibt Israel auf sich selbst gestellt, für seine Sicherheit zu sorgen. Die neue Regierung könnte nun beweisen, dass sie neben sozialer Gerechtigkeit, die sie als ihr wichtigstes Thema auf ihrer Agenda hat, auch für die Sicherheit ihrer Bürger garantieren kann.

Foto: Israelische Schulkinder in Beerscheva bei einer Simulation eines Raketeneinschlags als Teil eines landesweiten Übungstags für Raketenangriffe im Februar dieses Jahres.

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Kurznachrichten

Montag, 22. April 2013 |  Ludwig Schneider  

 

 

 

 

 

 

+++ Der amerikanische Verteidigungsminister Chuck Hagel (Foto), der wegen seiner antisemitischen Äußerungen für Aufsehen sorgte, ist in Israel und besuchte zusammen mit seinem israelischen Amtskollegen Mosche Ya`alon als erstes in Jerusalem die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem. Er sagte, so etwas dürfe nie wieder geschehen und Israel habe das Recht, sich selbst zu verteidigen – auch gegen die Atomgefahr aus dem Iran. +++ Jerusalems Stadtrat will den Bau von 50.000 Wohnungen genehmigen. Zwei Drittel im jüdischen Sektor und ein Drittel im arabischen Sektor, was von den jüdischen Nachbarn begrüßt, von den arabischen aber bekämpft werden wird. +++ In Jerusalem findet die 10. Internationale Konferenz „Grüner Globus“ statt, die unter der Schirmherrschaft von 130 israelischen Umweltorganisationen steht. Heute, am „Tag der Erde“ schalten um 20 Uhr viele Israelis für 1 Stunde das Licht aus, um Energie zu sparen. Eine ehemalige Riesenmülldeponie, die zum „Ariel-Sharon“-Umweltpark wurde, erhält die diesjährige „Grüne Globus“ Auszeichnung.

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Israel Video des Tages

Montag, 22. April 2013 |  nai Redaktion  
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Diese israelische Satire-Sendung über die Politik des Landes wird glücklicherweise auch mit deutschen Untertiteln ausgestrahlt. In dieser Folge muss US Präsident Obama einige Späße über sich ergehen lassen, aber auch palästinensische Terroristen werden auf den Arm genommen, wenn sie streiken und deswegen keine Selbstmordattentate mehr verüben wollen …

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