Al-Qaida-Chef will Syrien zum Gottesstaat machen

07.04.13

Islamismus

Al-Qaida-Chef will Syrien zum Gottesstaat machen

Der „Feind“ sei kurz vor dem Fall, heißt es in einer Audio-Nachricht von Al-Qaida-Führer Eiman al-Sawahiri. Er ruft Muslime zum gemeinsamen Kampf auf. Sein Ziel: Ein Gottesstaat in Syrien.

Foto: dpa


Aiman al-Sawahiri ist der neue Chef des internationalen Terrornetzwerks al-Qaida. Er ruft zum Kampf in Syrien auf um dort ein Kalifat zu errichten

Aiman al-Sawahiri ist der neue Chef des internationalen Terrornetzwerks al-Qaida. Er ruft zum Kampf in Syrien auf um dort ein Kalifat zu errichten

Al-Qaida-Führer Eiman al-Sawahiri hat Muslime zum gemeinsamen Kampf für ein islamisches Kalifat aufgerufen. In einer ihm zugeschriebenen Audio-Botschaft im Internet hieß es am Sonntag, nach dem Sturz von „Tyrannen“ im arabischen Frühling und dem „Zusammenbruch der von den USA angeführten westlichen Koalition“ in Irak und Afghanistan müssten die Muslime zusammenstehen. Nur so könne die islamische Rechtsprechung Scharia durchgesetzt und die Ausbeutung muslimischer Reichtümer beendet werden, fügte er hinzu.

Al-Qaida nahestehende, selbst ernannte Gotteskrieger sind in vielen Ländern aktiv. Eines ihrer erklärten Ziele ist es, in Syrien ein islamisches Kalifat zu errichten. „Führt euren Kampf im Namen Allahs und mit dem Ziel der Schaffung von Allahs Scharia als herrschendes System“, heißt es in der am Sonntag von islamistischen Webseiten verbreiteten Audio-Botschaft. Der „Feind“ sei kurz vor dem Fall, sagte al-Sawahiri in Bezug auf Syriens Präsidenten Baschar al-Assad, dessen Truppen seit fast zwei Jahren gegen Aufständische kämpfen. Seither wurden nach UN-Schätzungen mehr als 70.000 Menschen getötet.

Alleine am Wochenende kamen bei landesweiten Kämpfen nach Angaben von Aktivisten rund 200 Menschen ums Leben – in den Städten Damaskus und Aleppo schlugen Raketen und Mörsergranaten ein. Auch immer mehr Journalisten werden Opfer von Angriffen: Rebellen, die dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahe stehen sollen, verschleppten vier italienische Reporter.

Warnung auch an Frankreich

Am Sonntag trafen zwei Raketen das Viertel Al-Sukkari in der nördlichen Stadt Aleppo. Nach Angaben eines Augenzeugen wurden drei mehrstöckige Gebäude vollständig zerstört. Die Helfer bargen 20 Leichen. Zwölf Schwerverletzte seien zur Behandlung in die benachbarte Türkei gebracht worden, hieß es. Insgesamt zählten die Helfer 81 Verletzte. Am Vortag waren nach Angaben staatlicher Medien mehrere Mörsergranaten im Zentrum der Hauptstadt Damaskus eingeschlagen. Im Viertel Kafr Susa sei dabei mindestens eine Frau getötet worden.

Die al-Sawahiri zugeschriebene Botschaft wurde am Sonntag auf islamistischen Websites verbreitet. Der in Ägypten geborene Arzt und Mulimbruder trat nach dem Tod von Osama bin Laden im Mai 2011 dessen Nachfolge an der Spitze der Terrororganisation al-Qaida an. Al-Sawahiri warnte Frankreich, es werde in Mali dasselbe Schicksal erleiden wie die USA in Irak und Afghanistan. Einheiten aus Frankreich kämpfen seit dem 11. Januar an der Seite afrikanischer Soldaten gegen islamistische Aufständische in Mali. Der Al-Qaida-Führer sagte ihnen eine Niederlage voraus.

Quelle: dpa/AFP/ds
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