Christen stellen sich auf Krieg ein

Nordkorea

Christen stellen sich auf Krieg ein

Christen stellen sich auf Krieg ein
Der nordkoreanische Diktator Kim Jong-Un. Foto: Peter Snoopy

Pjöngjang (idea) – Christen in Nordkorea stellen sich auf Krieg ein. Sie bitten die Weltchristenheit, für sie und ihr Land zu beten. Das berichten internationale christliche Werke, die mit Christen in Kontakt stehen, die in dem kommunistisch regierten Land im Untergrund leben. In einer Information der in Asien tätigen Überseeischen Missionsgemeinschaft heißt es, die Bevölkerung Nordkoreas sei aufgerufen, jederzeit „kampfbereit“ zu sein. Das bedeute, dass die Menschen ihr normales Leben aufgeben müssten. Die meisten litten zudem unter Hunger. Das Regime unter dem 30-jährigen Diktator Kim Jong-Un droht den USA und dem mit ihm verbündeten Südkorea mit einem nuklearen Militärschlag. Die ÜMG ruft zur Fürbitte auf. Gott könne dafür sorgen, dass sich viele Nordkoreaner gerade in einer Zeit großer Unsicherheit an ihn wenden. Ferner solle man dafür beten, dass dem politisch unerfahrenen Herrscher Ratgeber an die Seite gestellt würden, die ihn von unüberlegten Kriegsplänen abhalten. Vor allem die Volksrepublik China könne einen mäßigenden Einfluss ausüben.

Nordkoreanische Christen geben den Glauben nicht auf

Auch das internationale Hilfswerk Open Doors (Santa Ana/Kalifornien) steht in Kontakt mit Christen in Nordkorea. Nach Angaben ihres US-Zweiges berichten Christen im Norden, dass rund um die Uhr Kriegsvorbereitungen getroffen würden. Heer, Marine, Luftwaffe und die Roten Garden seien gefechtsbereit. Die Christen, die von dem Regime als Staatsfeinde verfolgt werden, verlören jedoch nicht ihren Glauben, so Open Doors. „Egal, wie schwierig unsere Situation ist, wir beklagen uns nicht. Gott verspricht uns in der Bibel, dass er für uns sorgen wird, wenn wir zuerst nach seinem Reich trachten“, erklärte der Leiter einer Untergrundgemeinde.

Franklin Graham regt Kirche für Ausländer an

Nordkorea gilt als das Land mit der schärfsten Christenverfolgung. Die Zahl der Christen wird auf bis zu 400.000 geschätzt; etwa 70.000 sollen sich in Straf- und Arbeitslagern befinden. Sie gelten als Staatsfeinde, wenn sie Gott verehren und nicht den Diktator Kim Jong-Un sowie dessen Vater Kim Jong Il (1941-2011) und Großvater Kim Il Sung (1912-1994). Offiziellen Angaben zufolge sind von den 24 Millionen Einwohnern etwa 12.000 Protestanten und 800 Katholiken. Es gibt vier staatlich anerkannte Kirchen. Franklin Graham, Präsident der Billy-Graham-Gesellschaft (Charlotte/US-Bundesstaat Nord Carolina), hat in einem Gebetsbrief zur Fürbitte für das Land aufgerufen, das er mehrfach besucht hat. Er hat nach eigenen Angaben gegenüber Vertretern des Regimes angeregt, in Pjöngjang eine Kirche für ausländische Diplomaten, Geschäftsleute und Mitarbeiter von Hilfsorganisationen einzurichten. In einem Gespräch habe ihm der nordkoreanische Botschafter in den USA mitgeteilt, dass sein Vorschlag bei Kim Jong-Un auf positive Reaktionen gestoßen sei. Dies bedeute aber nicht, dass die Pläne auch umgesetzt werden könnten, so Graham.

Südkorea: Kontakte zum Norden schwierig

Christen in Südkorea setzen sich für eine friedliche Lösung des Konflikts und die Wiedervereinigung des geteilten Landes ein. Wenn die politische Lage gut sei, seien auch Begegnungen mit Christen möglich, erklärte Chang-Hwie Lee vom Nationalen Rat der Kirchen gegenüber dem Deutschlandradio. So hätten sich Christen aus beiden Ländern schon in den achtziger Jahren auf neutralem Boden in der Schweiz treffen können. Später seien auch Reisen in den Norden über China möglich gewesen. Doch sei das Gespräch mit einfachen Christen schwer; sie seien sehr zurückhaltend. Zur Zeit seien solche Begegnungen nicht möglich.

Friedensforum in Berlin geplant

Wie der Ostasienreferent im Kirchenamt der EKD, Paul Oppenheim (Hannover), der Evangelischen Nachrichtenagentur idea auf Anfrage mitteilte, hat der Nationale Rat der Kirchen Südkoreas bereits den nordkoreanischen Atomwaffentest im Februar verurteilt, aber gleichzeitig von weiteren Sanktionen abgeraten und die südkoreanische Regierung zu mehr Gesprächsbereitschaft mit dem Norden aufgefordert. Seit dem Koreakrieg befinden sich die beiden Staaten formal im Kriegszustand. 1953 wurde lediglich ein Waffenstillstand geschlossen. Nordkorea hat jetzt dieses Abkommen aufgekündigt. Laut Oppenheim bereitet die EKD mit den koreanischen Kirchen ein Friedensforum für den 7. Oktober in Berlin vor. Dabei solle für Frieden, Versöhnung und Wiedervereinigung in Korea gebetet werden. Im westlich orientierten Südkorea hat sich das Christentum weit ausgebreitet. Von den 48,5 Millionen Einwohnern sind 31 Prozent Christen. Die meisten – 23,8 Prozent der Bevölkerung – sind Evangelikale. 31 Prozent der Südkoreaner gehören keiner Religion an, 23,7 Prozent sind Buddhisten und sieben Prozent Anhänger von Stammesreligionen. Hinzu kommen kleine Gruppen anderer Religionen.

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