Therapien für hilfesuchende Minderjährige verbieten?

Homosexualität

Therapien für hilfesuchende Minderjährige verbieten?

Therapien für hilfesuchende Minderjährige verbieten?

Die Spitzenkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen, Katrin Göring-Eckardt. Foto: idea/kairospress

Berlin/Hannover (idea) – Die Spitzenkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen und Präses der EKD-Synode, Katrin Göring-Eckardt, steht hinter einem umstrittenen Vorstoß ihrer Partei zur Homosexualität. Die Bundestagsfraktion will per Gesetz therapeutische Angebote verbieten lassen, die minderjährigen Homosexuellen helfen wollen, ihre sexuelle Orientierung zu verändern. Die Fraktion kündigte an, einen Gesetzentwurf in den Bundestag einzubringen. Göring-Eckardt – sie lässt ihre Ämter als Synodenpräses und EKD-Ratsmitglied bis zum Ende des Bundestagswahlkampfs ruhen – sagte gegenüber der Tageszeitung „Die Welt“, sie unterstütze den Entwurf voll und ganz. Der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der Fraktion, Volker Beck, hatte sogenannte „Konversionstherapien“ als „erhebliches, gesundheitliches Risiko“ bezeichnet. Evangelische Seelsorge-Organisationen und die Deutsche Evangelische Allianz kritisierten das Vorhaben der Grünen. Man werde die Diskriminierung von Menschen, die unter ihrer sexuellen Orientierung litten und Hilfe suchten, nicht hinnehmen, erklärte der Vorsitzende der Allianz, Präses Michael Diener (Kassel).

EKD: Homosexualität ist nicht therapiebedürftig

Die EKD hält Therapien mit dem Ziel, die sexuelle Orientierung Minderjähriger zu ändern, für „problematisch“. Zugleich steht sie der Forderung der Grünen nach einem Verbot zurückhaltend gegenüber. „Die EKD versteht Homosexualität grundsätzlich nicht als Krankheit und sieht diese darum auch nicht als therapiebedürftig an“, erklärte der Vizepräsident im EKD-Kirchenamt, Thies Gundlach (Hannover), auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Bei Minderjährigen sei die „Entdeckung einer aufkeimenden Homosexualität einzuzeichnen in die Entwicklungen und Veränderungen, die mit der Adoleszenz insgesamt gegeben sind und die mitunter zu einer tiefgreifenden Verunsicherung führen können“. Die EKD halte Therapien für solche Personen für „unangebracht“. Man halte sie selbst dann „für problematisch, wenn der Wunsch von verunsicherten Minderjährigen und deren Erziehungsberechtigten kommt“.

Aufklärung sinnvoller als Verbot

Eine andere Frage sei allerdings, ob diese Problematik mit einer gesetzlichen Sanktion angemessen bearbeitet werde. Gundlach: „So problematisch solche Therapieangebote sind, so sehr plädiert die EKD für Entängstigung gegenüber homosexuellen Empfindungen bei Minderjährigen; ihr erscheint eine Initiative, die in jugendtauglicher Form Aufklärung über die vielfältigen Formen von Sexualität bietet, sinnvoller als das Instrument des Verbotes.“

Hessischer CDU-Fraktionschef: Göring-Eckardt ist an Synodenspitze „nicht tragbar“

Unterdessen hat der hessische CDU-Fraktionsvorsitzende Christean Wagner (Wiesbaden) den Grünen „antikirchliche Positionen“ vorgeworfen: „Sie wollen den bekenntnisorientierten christlichen Religionsunterricht in Schulen abschaffen, sie wollen es zulassen, dass religiöse Bekenntnisse straffrei verunglimpft werden dürfen, und sie wollen Kruzifixe aus öffentlichen Gebäuden entfernen lassen.“ Vor diesem Hintergrund sei die Spitzenkandidatin der Grünen für die Bundestagswahl, Göring-Eckardt, als Präses der EKD-Synode „besonders unglaubwürdig und an der Spitze der evangelischen Kirche nicht tragbar“. Grüne und Kirche – das passe „einfach nicht zusammen“.

2 Antworten zu “Therapien für hilfesuchende Minderjährige verbieten?

  1. Und diese Frau ist nicht wählbar!

  2. Die Politik ist wohl das Tier, wenn ich sehe was da abgeht.

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