NAI – Nachrichten aus Israel Montag, 18. März 2013

Dritte Amtszeit von Benjamin Netanjahu beginnt heute

Heute wird Israels 33. Regierung vereidigt. Die Regierungskoalition hat 68 von 120 Knessetabgeordneten hinter sich. Es gibt 21 Minister, neun weniger als in der Vorgänger-Regierung. Damit spart die neue Regierung in den nächsten vier Jahren etwa 45 Millionen Euro ein. Der 49-Jährige Parteichef von Jesch Atid und künftige Finanzminister Yair Lapid hatte darauf bestanden, dass seine Partei nur einer kleinen Regierungskoalition beitreten werde, denn dies habe er seinen Wählern versprochen. Über die Jahre hinweg wurde Netanjahu wegen seiner großen Regierungskoalitionen heftig kritisiert, denn dies wurde als Geldverschwendung betrachtet. Netanjahu hatte die Regierung aufgebläht, um seine vielen Koalitionspartner mit Ämtern zu befriedigen.

Unter den 21 Ministern gibt es vier Frauen, doppelt so viele wie in der vorigen Regierung. Israels neuer Verteidigungsminister ist Mosche Ya’alon (62). „Ich werde Israels Sicherheitsapparat zu neuen Höhen führen“, sagte Yalaon. Der frühere Armeechef ist für seine engen Beziehungen zu den jüdischen Siedlern bekannt. Darüber hinaus zählte er zu den wenigen, die damals gegen Ariel Scharons Vorschlag waren, einseitig und ohne Gegenleistung seitens der Palästinenser den Gazastreifen im Sommer 2005 zu räumen.

In der neuen Regierung gibt es keine orthodoxe Parteien. Dafür sind die nationalreligiösen Siedler von Naftalie Bennett mit 12 Abgeordneten stark vertreten. Jetzt erwartet man gespannt, wie das neue Regierungsdreieck Netanjahu, Lapid und Bennett politisch zurechtkommen. Die Erwartungen im Volk sind hoch, denn die Wähler hatten sich für eine Wende entschieden, und dies musste auch Netanjahu während des „Koalitionspuzzles“ in den vergangenen 40 Tagen erfahren.

Auch wenn Netanjahu heute seine dritte Amtszeit als Ministerpräsident antritt, hat seine Likud-Partei die jüngsten Wahlen verloren. Die wichtigsten Ministerämter sind an die Parteien Jesch Atid und Beit Jehudi übergeben worden, was Netanjahus Parteifreunde verärgerte. „Aber dies ist das Resultat der jüngsten Wahlen“, beschwichtigte Netanjahu seine Kollegen, „das Volk will eine starke Wende“.

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Kurznachrichten

 

 

 

 

 

 

+++ Nur wenige Stunden nach der Amtseinsetzung der neuen Regierung trifft am Mittwoch US-Präsident Obama zu seinem Staatsbesuch in Israel ein. Er reist kurz vor Schabbat-Beginn wieder ab. Danach, gleich am Montag Abend, beginnt mit der Seder-Feier das achttägige Fest der ungesäuerten Brote (Pessach). +++ Bei Obamas fünfstündigem Besuch in der palästinensischen Autonomiezone könnte es zu Protestmärschen gegen Obama kommen. Schon jetzt sieht man dort Poster gegen den US-Präsidenten mit dem Satz „Kehre zurück in dein blutiges Land, du Mörder!“ +++ Die Heuschreckenplage ist immer noch nicht gebannt, es kommen immer wieder neue Heuschreckenschwärme aus Ägypten. Hier kann nur noch Gott helfen!

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Papst Franziskus und die Juden

 

Auch die israelischen Medien verfolgten mit Spannung die Papstwahl, bis nach dem relativ frühen Rauch über der Sixtinischen Kapelle die Fenster zur Mittelloggia über dem Petersplatz geöffnet wurden. Der neue Papst, der 76-Jährige Argentinier und Jesuit Jorge Mario Bergolio, war auch für Israel eine Überraschung. In den israelischen Medien wurden besonders seine engen Beziehungen mit der jüdischen Gemeinde in Südamerika hervorgehoben. Als Erzbischof von Buenos Aires war dieser sehr eng mit der jüdischen Gemeinde vor Ort verbunden. Im Jahr 2007 feierte er sogar in der jüdischen Synagoge von Buenos Aires das jüdische Neujahrsfest Rosch Haschana.

Die jüdischen Gemeinden weltweit begrüßten den neuen Papst und der jüdische Kongress von Amerika gab bekannt: „Er ist ein Mensch des Dialogs und hat ein offenes Ohr für die anderen“. Nun hoffen die jüdischen Gemeinden und Israel, dass dieser Papst weiterhin die Beziehungen mit den Juden vertieft, so wie es sein Vorgänger Papst Benedict XVI. getan hatte. Dieser äußerte sich sehr deutlich gegen den Antisemitismus und gegen die Holocaust-Leugnung. Der israelische Rabbiner David Rosen, der den neuen Papst Franziskus persönlich kennt, sagte über ihn, dass er ein „sehr warmer, angenehmener und bescheidener Menschen ist. Als Erzbischof kochte er für sich selbst und nahm sogar das Telefon für sich selbst ab“. Orthodoxe Webseiten wie Kikarhashabat haben bisher noch nichts über das neue Kirchenoberhaupt berichtet. Darüber hinaus erwähnten alle anderen Webseiten den neugewählten Kirchenvater freundlich und lobten seine engen Beziehungen zu den Juden.

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Vorträge von Michael Schneider

Mittwoch, 13. März 2013 |  nai-Redaktion
+++ Montag, 18. März um 19:30 Uhr in 40237 DÜSSELDORF, Jesus-Haus-Gemeinde, Grafenberger Allee 51-55, Günter Umfahrer, Tel. 0171-3863190, Thema: Messianische Juden in Israel – zurück zu den Glaubenswurzeln. +++ Dienstag, 19. März um 19:30 Uhr in 57299 BURBACH HOLZHAUSEN, Ev. Freikl. Gemeinde (Baptisten) Holzhausen, Zum Großen Stein 16, Heinz Just, Tel. 02736-34 44, Thema: Die aktuelle Lage Israels und des Nahen Ostens – biblisch beleuchtet- +++ Mittwoch, 20. März um 19:30 Uhr in 51503 RÖSRATH, Chr. Gemeinde Hoffnungsthal, Bergisch Landstrasse 76, Simone Reith-Schröder, Tel. 02205-911547, Thema: Die aktuelle Lage Israels und des Nahen Ostens – biblisch beleuchtet. +++

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