Ein „politisch zu brisantes“ Geheimnis: Italiener s

Ein „politisch zu brisantes“ Geheimnis: Italiener sind doppelt
so vermögend wie die DeutschenPosted By Thomas Franz On 11. März 2013 @ 12:07 In
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Wolf Richter, Testosteronepit.com, 08.03.2013
Im Dezember 2006 schuf die Europäische Zentralbank das HFSC-Netzwerk, das sich aus
Umfragespezialisten, Statistikern und Ökonomen aus ihren eigenen Reihen, der nationalen
Zentralbanken der Eurozone und Statistikbehörden zu sammensetzt. Die Abkürzung steht
für „Umfrage zu Finanzen und Konsum der Haushalte“. Bei der Umfrage würde man bezüglich der Vermögenssituation der Haushalte „strukturelle Informationen auf Mikroniveau“
erheben. Ein riesiges bürokratisches Unterfangen. Die Umfragen begannen in 2010. Jetzt liegen die Ergebnisse vor.
Nie zuvor wurde in Europa eine derart umfassende Erhebung durchgeführt. Und vielleicht
wird das auch niemals wieder der Fall sein. Denn in Zeiten der Rettungspakete und
Vermögenstransfers sind die Resultate so brisant, dass die Bundesbank den Bericht unter
Verschluss hält – und jetzt ist auch durchgesickert warum.
Die Umfragen wurden in den Euroländern auf national er Ebene durchgeführt. Jede
Zentralbank veröffentlicht ihren eigenen Bericht. Diese würden dann durch die EZB
zusammengeführt und zusammengefasst, um so ein einheitliches Bild zu erhalten, wie
vermögend – oder arm – die Menschen in den einzelnen Teilen der Eurozone sind. Eine
Reihe von Ländern hat ihre Berichte bereits veröffentlicht. Hierzu gehören auch Österreich
und Italien.
Was die Österreichische Nationalbank herausfand, war nicht besonders schön. Das
beträchtliche österreichische Vermögen ist sehr ungleich verteilt. Die reichsten 5%
besitzen fast die Hälfte des gesamten österreichischen Vermögens. Ihr mittleres
Vermögen lag bei EUR 1,7 Millionen in Form verschiedener Vermögenswerte. Die
untersten 50% besitzen nur 4% des landesweiten Vermögens. 83% von ihnen leben in
Mietwohnungen. Ihr mittleres Vermögen lag bei mageren EUR 11.000 und bestand in der
Regel aus einem Auto und einem Sparbuch. Das ist die Hälfte aller Österreicher! Und 10%
von ihnen verfügen über ein Nettovermögen von wenig er als EUR 1.000.
Diese ungleiche Vermögensverteilung hat für eine riesige Kluft zwischen dem mittleren
Vermögen von EUR 76.000 (die eine Hälfte der Menschen hat mehr, die andere Hälfte
weniger) und dem Durchschnittsvermögen von EUR 265.000 gesorgt (letztere Zahl wurde
durch eine kleine Gruppe extrem vermögender Haushalte in die Höhe getrieben). Und das
ist auch der Grund, warum einige Länder das Durchschnittsvermögen gar nicht erst
veröffentlichen. Zu viel Wahrheit würde wehtun. Deutschlands Daten dürften den österreichischen ähn
eln – aber die Bundesbank behandelt den Bericht wie ein Geheimnis. Denn die Ergebnisse
sind aus zweierlei Gründen ziemlich heikel. Ein Grund ist die extrem ungleiche Vermögen
sverteilung. Die deutsche Armut war bereits in 2012 in den Fokus gerückt – und jetzt ern
eut –, weil der Armutsbericht einige unangenehme Tatsachen zutage förderte, die dann ein
fach wegzensiert wurden – was wiederum umgehend an die Öffentlichkeit durchsicker
te und für jede Menge Unruhe sorgte.
Das zweite Problem ist Italien; das Thema Italien dürfte für die Bundesbank zu heiß sein.
Im Vermögensbericht der italienischen Notenbank kommt man zu dem Schluss, dass das
mittlere Nettohaushaltsvermögen seit 1991 um 56% gestiegen ist. Und von 2008 bis 2010
ist das Nettohaushaltsvermögen jährlich um 5% gewachsen – trotz Krise!
Das Vermögen der deutschen Haushalte stagnierte hingegen während des überwiegenden
Teils dieses Zeitraums … und während die Deutschen vom Staat wie Zitronen ausgepresst
wurden. Und jetzt könnten sie auch noch herausfinde n, dass das mittlere Vermögen der
italienischen Haushalte bei EUR 163.875 liegt – während das mittlere Vermögen deutscher
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