NAI – Nachrichten aus Israel Montag, 11. März 2013

logo_de_96

Neue Regierungskoalition ohne orthodoxe Juden

Montag, 11. März 2013 |  Aviel Schneider

In den nächsten 24 bis 48 Stunden muss die neue Regierungskoalition von Benjamin Netanjahu beschlossen sein. Im politischen Endspurt ringen Netanjahus Verhandlungspartner Yair Lapid und Naftali Bennett (Foto) um eine endgültige Aufteilung der wichtigsten Ministerämter. So wie es zurzeit aussieht, wird Lapid, der säkulare Parteichef von Jesch Atid, Israels nächster Finanzminister und der nationalreligiöse Chef von Beit Jehudi, Bennett, der zukünftige Industrieminister. Lapid zögerte anfänglich, das Finanzministerium zu übernehmen, denn als Finanzminister muss er entscheiden, wie der das Loch von rund 40 Milliarden Schekel in der Staatskasse füllen will. Es wird spekuliert, dass Netanjahu sich insgeheim ein Scheitern von Lapid als Finanzminister wünscht, denn damit würde der politische Senkrechtstarter seine politische Karriere gleich am Anfang ruinieren. Aber Lapid hatte seinen Wählern eine bessere Geldaufteilung versprochen, und daher beschloss er, diese Aufgabe auf sich zu nehmen.

Lapid und Bennett haben einen ersten Sieg gegen ihren Regierungschef Netanjahu errungen. Beide Parteien, die zusammen ebenso 31 Knessetsitze zählen wie Netanjahus Parteibund mit Israel Beteinu, bestanden darauf, keine ultra-orthodoxen Parteien (Schass und Vereinte-Thora-Partei) in die Regierungskoalition aufzunehmen. Anfänglich wollte Netanjahu auf seine so genannten „natürlichen Koalitionspartner“, die ultra-orthodoxen Juden, auf keinen Fall verzichten. Aber schließlich hat er eingesehen, dass er ohne den Bund Lapid-Bennett das Regierungsamt verliert. Mit den sechs Knessetsitzen von Zippi Livni und den zwei Sitzen von Schaul Mofas (Kadima) erreicht er eine Mehrheit von 70 im 120-köpfigen Parlament in Jerusalem.

Netanjahu ist mit dieser Koalition unzufrieden, denn Lapids neue Vorschläge, die 70.000 orthodoxen Jeschwia-Schüler ebenso in den israelischen Wehrdienst zu rekrutieren, ohne dies in Absprache mit orthodoxen Koalitionspartnern zu machen, könnte zu einer gefährlichen Spaltung in der jüdischen Gesellschaft führen. Auch die nationalreligiöse Siedlerpartei von Bennett hat Interesse daran, Orthodoxe in die Armee einzubinden, aber zusätzlich wollen sie endlich die langjährige Amtsführung der ultraorthodoxen Rabbiner im Oberrabbinat Israels beenden. Über Jahre hinweg haben die ultra-orthodoxen Juden auf die nationalreligiösen Juden (Strickkippa) herabgeblickt und ihre Rabbiner zum Teil nicht anerkannt. Nun scheint sich vieles in der israelischen Gesellschaft zu wenden und das fürchten insbesondere die orthodoxen Politiker. Dass Netanjahus neue Regierungskoalition mit Lapid zu seiner linken Seite und Bennett zu seiner Rechten wirklich politische Reformen schafft, wird jedenfalls von vielen erhofft.

*****************************************

Immer mehr Araber leisten Zivildienst – und werden angefeindet

Montag, 11. März 2013 |  nai News

 

 

 

 

 

Die Anzahl von israelisch-arabischen Zivildienstleistenden (eine Alternative zum Militärdienst) steigt. Etliche haben den ehrlichen Wunsch, dem israelischen Staat auch nach ihrem Freiwilligendienst weiterhin zu helfen. Aber sie werden von der arabischen Gemeinde oft hefig kritisiert und angefeindet.

Nach einem Bericht von Media Line leisten zur Zeit etwa 3000 junge Araber Zivildienst. Normalerweise besteht dieser aus Hilfe für Schulen und Gemeindeeinrichtungen in deren Heimatort. Viele junge Araber verstehen die Bedeutung des Militär- oder Zivildienstes für Israel und nutzen die Möglichkeiten für jene, die sich daran beteiligen.

In einem Interview mit dem israelischen Nachrichtenportal Ynet hat sich der beduinisch- arabisch-israelische Aktivist Ibrahim al-Huzeil dafür stark gemacht, dass noch mehr junge Araber seinem Beispiel folgen. „Ihr wollt Rechte? Leistet euren Beitrag. Wenn nicht in der Armee, dann helft eurer Gemeinde, eurer Stadt, eurem Wohngebiet,“ forderte Huzeil. „Ich sehe kein Problem für jemanden sich freiwillig zu melden, auch nicht für Araber.“

Manche entwickeln solch einen starken Wunsch Israel zu helfen, dass sie eine Karriere aus ihrem Zivildienst machen. Das war bei Boshra Khalaila der Fall, einer arabische Frau aus Galiläa, die heute im israelischen Außenministerium arbeitet. Oder die muslimische Polizistin, die in der Gegend um Jerusalem dient. Ihr Name darf nicht veröffentlicht werden, da jemand bereits ihr Foto im Internet veröffentlicht und sie dort als „Verräterin“ gebranntmarkt hat, die für die „Besatzungsarmee“ arbeite.

Für die Medien, die Israel lieber als Unterdrücker von Arabern darstellen, sind solche Geschichten natürlich nicht erwähnenswert.

************************************************

Kurznachrichten

Montag, 11. März 2013 |  nai-Redaktion

+++ Die Heuschreckenplage ist noch nicht gebannt. Von Ägypten aus drangen über die Sinai-Halbinsel neue Heuschreckenschwärme nach Israel ein und erreichten schon die Landwirtschaftssiedlung Ashalim im Negev. Inzwischen bieten schon viele Restaurants Heuschrecken als proteinreiche Delikatesse an. +++ Gestern verabschiedete Noch-Ministerpräsident Netanjahu anlässlich der letzten Kabinettsitzung seine Minister und gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass das neue Kabinett ebenso erfolgreich sein wird wie das ausgehende. +++ Israels Inland-Wirtschaft stieg im letzten Jahr um 3,1 Prozent. +++ Vorträge von Michael Schneider (Foto):

Freitag, 15. März um 18:00 Uhr in 22459 HAMBURG, Freie evang. Gemeinde Niendorf, Bondenwald 58, Heiko Stövhase, Tel. 040-493 247. Thema: Juden und Christen – was uns trennt und was uns vereint. +++ Samstag, 16. März um 9:00 Uhr Gemeindefrühstück in 29348 ESCHEDE, Christophorushaus, Osterastrasse 3, Ingo Lahayne, Tel. 05142-2932, Thema: Die aktuelle Lage Israels und des Nahen Ostens – biblisch beleuchtet. +++ Sonntag, 17. März um 19:00 Uhr in 30453 HANNOVER,, Haus der Hofnung, Cafe Jerusalem, Wunstorfer Landstraße 5, Jörg Haller, Tel. 05130 – 3075, Thema: Messianische Juden in Israel – zurück zu den Glaubenswurzeln. +++ Montag, 18. März um 19:30 Uhr in 40237 DÜSSELDORF, Jesus-Haus-Gemeinde, Grafenberger Allee 51-55, Günter Umfahrer, Tel. 0171-3863190, Thema: Messianische Juden in Israel – zurück zu den Glaubenswurzeln. +++ Dienstag, 19. März um 19:30 Uhr in 57299 BURBACH HOLZHAUSEN, Ev. Freikl. Gemeinde (Baptisten) Holzhausen, Zum Großen Stein 16, Heinz Just, Tel. 02736-34 44, Thema: Die aktuelle Lage Israels und des Nahen Ostens – biblisch beleuchtet- +++ Mittwoch, 20. März um 19:30 Uhr in 51503 RÖSRATH, Chr. Gemeinde Hoffnungsthal, Bergisch Landstrasse 76, Simone Reith-Schröder, Tel. 02205-911547, Thema: Die aktuelle Lage Israels und des Nahen Ostens – biblisch beleuchtet.

***********************************************

 

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s