Was sie nicht können und doch tun – Christenverfolgung können wir nicht akzeptieren!“

 

„Christenverfolgung können wir nicht akzeptieren!“

Die Verfolgung von Christen hat weltweit in den vergangenen fünf Jahren deutlich zugenommen. Das hat die Arbeitsgruppe „Menschenrechte und Humanitäte Hilfe“ der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zum Anlass genommen, mit Abgeordneten und Nichtregierungsorganisationen über den aktuellen Stand der Dinge zu sprechen.

Wir dürfen nicht wegschauen“, appellierte der Fraktionsvorsitzende Volker Kauder an die rund 40 Teilnehmer, als er von seiner Reise nach Ägypten berichtete. Er hat sich Anfang Februar bei Gesprächen mit Vertretern von Kirche und Regierung Öffnet externen Link in neuem Fenstervor Ort ein Bild über die Lage in Ägypten gemacht. Das Land befinde sich in einem massiven Umbruch, sagte Kauder. Deutschland müsse mit Regierenden im Gespräch bleiben. In der Verfassung der 2012 unter Präsident Mohammed Mursi eingesetzten Regierung gäbe es keine Religionsfreiheit, da die islamische Rechtsordnung Scharia als wichtigste Quelle der Gesetzgebung gelte. „Das können wir nicht akzeptieren“, sagte Kauder. In den nächsten Monaten plant er einen weiteren Besuch in Ägypten.

Zwar gäbe es keine staatlich organisierte Christenverfolgung in Ägypten, fasste Kauder zusammen, aber es finde eine starke Ausgrenzung der Christen aus dem öffentlichen und sozialen Leben statt. Besonders alarmiert Kauder die Situation in Nordägypten, wo Christen massiv unter Druck gesetzt würden. Mädchen müssten ein Kopftuch tragen, um in die Schule gehen zu dürfen. Der Zugang zu medizinischen Dienstleistungen sei eingeschränkt. Der Politiker ermutigte die Christen in Ägypten, sich nicht in ihr „koptisches Schneckenhaus“ zurückzuziehen, sondern auf die politischen Entwicklungen Einfluss zu nehmen.

Schirrmacher: Weltweit nimmt Christenverfolgung zu

Die Christenverfolgung habe weltweit in den vergangenen fünf Jahren deutlich zugenommen, 111 Länder seien betroffen. Das sagte der Theologe und menschenrechtspolitische Sprecher der Weltweiten Evangelischen Allianz, Thomas Schirrmacher. Er verwies auf die 2012 veröffentliche Studie des amerikanischen Pew-Forschungsinstituts. Das Thema Christenverfolgung müsse daher höchste Priorität in der Politik haben, so Schirrmacher. Er bat die Abgeordneten, das Gespräch mit Botschaftern der betroffenen Länder zu suchen.

Trotz des negativen Trends beobachtet Schirrmacher positive Entwicklungen. Sowohl ökumenische als auch politische Bemühungen für die Verfolgten seien sichtbar. Genauso würden sich vermehrt sowohl Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International als auch die Wissenschaft dem Thema widmen.

Die Öffentlichkeit muss informiert werden

100 Millionen Christen werden weltweit aufgrund ihres Glaubens verfolgt“, sagte Markus Rode, Geschäftsführer von Open Doors Deutschland. „Die Öffentlichkeit muss informiert sein. Es gilt, auf verschiedenen Ebenen aktiv zu werden.“ Das überkonfessionelle Hilfswerk veröffentlicht jedes Jahr den „Öffnet externen Link in neuem FensterWeltverfolgungsindex“, eine Rangliste der 50 Länder, in denen Christen am meisten von Verfolgung betroffen sind. Neben dem Wissen darum gehe es um die Identifizierung mit den Verfolgten. „Wir möchten den Verfolgten ein Gesicht geben,“ sagte Rode. Die versammelten Abgeordneten ermutigte er dazu, mit Politikern aus den Verfolgerländern zu sprechen. Wichtig sei auch, dass Presse und Medien breit über die Situation aufklären.

Martin Lessenthin, Sprecher des Vorstands der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), ermutigte die Teilnehmer, politische Patenschaften für Verfolgte zu übernehmen und ihnen damit eine Stimme zu verleihen.

„Keine religiöse Vetternwirtschaft“

Bei den Kirchen ist zu wenig Engagement für verfolgte Christen sichtbar“, beklagte Erika Steinbach, Vorsitzende der Arbeitsgruppe Menschenrechte und Humanitäre Hilfe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Christen müssen für Christen einstehen, bekräftigte auch Arnold Vaatz, stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Sie dürften sich dabei nicht den Vorwurf gefallen lassen, ihr Einsatz füreinander sei „religiöse Vetternwirtschaft“. In seinem Schlusswort sagte Vaatz: „Solidarität, Hilfe und politische Bemühungen, um das Los der Verfolgten zu verbessern, sind unsere Anliegen. Das Thema Christenverfolgung wird für die CDU/CSU-Bundestagsfraktion in den nächsten Monaten und Jahren zentral bleiben.“ (pro)

 

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