„Götter wie wir“: Programmausschuss berät

Gegen die ZDFkultur-Sendung „Götter wie wir“ hatte der Geschäftsführer des Christlichen Medienverbundes KEP, Wolfgang Baake, eine Programmbeschwerde eingelegt. Jetzt steht die nächste Runde in dem Konflikt an. Baakes Argument, die Sendung verhöhne den Glauben der Christen, wird am 7. März vom Programmausschuss Partnerprogramme des ZDF diskutiert. Wie bei Programmbeschwerden üblich, wird der Ausschuss eine Beschlussempfehlung für den Fernsehrat abgeben. Am 8. März wird die Beschwerde im Plenum beraten und dann darüber ein Beschluss gefasst.

Der Christliche Medienverbund KEP erfuhr unterdessen, dass die Kritik an der Sendung „Götter wie wir“ bereits in der Sitzung des Programmausschusses Programmdirektion Ende November vergangenen Jahres diskutiert wurde. Damals wurde besprochen, dass von einer Fortsetzung und einer Wiederholung Abstand genommen werden sollte. Dem entgegen wurde „Götter wie wir“ aber im Dezember und Januar erneut ausgestrahlt.

Bei „Götter wie wir“ wird Gott von Inge und Renate dargestellt. Sie erschaffen den Menschen, wobei sie erst auf den zweiten Blick feststellen, dass sie zwei Männer geschaffen haben: Adam und Klaus. Um den Bestand der Menschheit zu sichern, erschaffen sie also einen dritten Menschen, Eva. In weiteren Folgen befassen sich die Macher der Serie mit anderen Ereignissen der Menschheitsgeschichte. Dabei beziehen sie viele Geschehnisse aus der Bibel mit ein, beispielsweise wie Mose das Volk Israel aus der Sklaverei in Ägypten führt, Noah und die Arche oder die Geburt Jesu.

In seiner Programmbeschwerde kritisierte Baake, dass die Satire-Sendung „die religiösen Gefühle vieler Christen und Juden zutiefst“ verletze. Dabei bezog der sich auf die Programmgrundsätze im ZDF-Staatsvertrag, Paragraf 41: Demnach müssen das Rundfunkprogramm „die Würde des Menschen sowie die sittlichen, religiösen und weltanschaulichen Überzeugungen anderen […] achten.“ Durch die Sendung „Götter wie wir“ sei der Glaube vieler Menschen allerdings angegriffen und ins Lächerliche gezogen worden, erklärte Baake.

Anfang Oktober hatte der Sendeverantwortliche von ZDFkultur, Daniel Fiedler, gegenüber pro erklärt: „Die Nachwuchs-Redaktion nimmt die christliche Schöpfungsgeschichte zum Anlass, sich satirisch mit modernen Phänomenen unserer Gesellschaft auseinanderzusetzen. Es ist nicht beabsichtigt, religiöse Gefühle zu verletzen.“ (pro)

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