Syrisch-türkische Grenze Bombenanschlag galt syrischen Oppositionsführern

Die Delegation des Syrischen Nationalrates (SNC) ist nur knapp einem Anschlag entkommen: Die Bombenexplosion an der türkisch-syrischen Grenze hatte ihr gegolten.

© Cem Genco/AFP/Getty Images

Die Überreste eines Autos, das an der türkisch-syrischen Grenze bei einem Anschlag explodiert ist.Die Überreste eines Autos, das an der türkisch-syrischen Grenze bei einem Anschlag explodiert ist.

Die Bombenexplosion an der türkisch-syrischen Grenze war gezielt auf Mitglieder des Syrischen Nationalrates (SNC) gerichtet. Die Autobombe sei am Montag zu einer Zeit explodiert, als die Führungsriege des SNC an dem Grenzübergang Bab al-Hawa erwartet wurde, berichtete das regimekritische Nachrichtenportal All4Syria in der Nacht zum Dienstag. Die Mitglieder des SNC wurden nicht verletzt, weil sich ihr Zeitplan geändert hatte.

Bei der Explosion am Grenzübergang Cilvegözü in der südlichen Provinz Hatay wurden mindestens 13 Menschen getötet. Bei den Toten handele es türkischen Medienberichten zufolge um zehn Syrer und drei Türken. Von den insgesamt 30 Verletzten befinden sich zehn noch in einem kritischen Zustand.

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan sagte: „Ein mit Bomben beladenes Fahrzeug konnte unseren Kontrollposten erreichen, weil der Kontrollposten auf syrischer Seite unbesetzt ist und nicht kontrolliert wird.“ Das explodierte Fahrzeug war nach Angaben der türkischen Regierung ein Kleinbus mit syrischem Kennzeichen, der aus Syrien eingereist war. Der Wagen stand zum Zeitpunkt der Explosion in einer Warteschlange von Hilfstransportern auf der türkischen Seite der Grenze.

Beobachter sehen in dem Anschlag einen Beweis dafür, dass es an der von Rebellen kontrollierten Grenze Informanten des Regimes von Präsident Baschar al-Assad gibt.

Der SNC ist ein wichtiges Mitglied der Nationalen Syrischen Koalition, einem Bündnis von Regimegegnern, das fast alle maßgeblichen Gruppierungen der Opposition bündelt. Der Delegation, die am Montag aus Syrien in die Türkei zurückkehrte, gehörten unter anderem der SNC-Vorsitzende George Sabra und Faruk Taifur von der Muslimbruderschaft an.

Patriot-Raketen aus Deutschland sichern Grenzregion

Wegen des Bürgerkrieges in Syrien gab es in den vergangenen Monaten wiederholt Zwischenfälle an der Grenze zur Türkei und auch auf türkischem Staatsgebiet. Am 3. Oktober wurden in der Türkei etwa fünf Zivilisten durch Granaten getötet, die aus Syrien über die Grenze gefeuert worden waren.

In der Grenzregion zu Syrien sind seit Kurzem Patriot-Raketen aus Deutschland stationiert, mit denen die Türkei vor möglichen Raketenangriffen aus Syrien geschützt werden soll. An dem Nato-Einsatz sind auch Einheiten aus den Niederlanden und den USA beteiligt.

Quelle ZEIT ONLINE, dpa, sk

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