NAI – Nachtrichten aus Israel – Donnerstag, 31. Januar 2013

Bericht: Israelische Kampfjets greifen Ziele in Syrien an

Israelische Kampfflugzeuge haben in der Nacht zum Mittwoch ein Ziel nahe der syrisch-libanesischen Grenze angegriffen, wie westliche Sicherheits- und Diplomatenkreise bestätigen. Die libanesische Armee hat offiziell angegeben, dass israelische Kampfjets in den letzten Tagen mehrere Male in ihr Hoheitsgebiet eingedrungen sind. Von israelischer Seite her hält man sich noch bedeckt, allerdings warnte Premierminister Netanjahu vor einigen Tagen, dass man dem Transfer syrischer Chemiewaffen in die Hände der Hisbollah im Libanon nicht tatenlos zusehen werde.

Es ist daher davon auszugehen, dass die Luftschläge der vergangenen Tage damit zusammenhängen, die Hisbollah an einem weiteren Erstarken zu hindern, also eine Aktion im Rahmen der israelischen Präventionspolitik. US-Behörden haben zugegeben, es habe sich bei dem Angriff in der Nacht zum Mittwoch um eine Attacke auf Lastwagen gehandelt, die für die Hisbollah bestimmte russische SA-17 Antiflugkörper-Raketen geladen hatte.

Nahost-Experten gehen davon aus, dass diese Waffen – in den Händen der Terrororganisation Hisbollah – das Machtgefüge erheblich verschieben würden. Konkret bedeutet dies, dass die Hisbollah mit diesen Raketen in der Lage ist, israelische Kampfflugzeuge vom Himmel zu holen, was Israels Möglichkeiten zur Selbstverteidigung – eine Überlebensfrage für den jüdischen Staat – zu stark einschränken würde.

Ein weiterer Angriff galt einem nach syrischen Angaben „militärischen Forschungszentrum“ im Landesinneren. Israelische Medien zitierten allerdings Anwohner und Experten, die bereitwillig berichteten, es habe sich dabei um ein Lager für chemische Waffen gehandelt.

Russland und die Arabische Liga haben die Angriffe scharf kritisiert. In Israel decken sich derweil immer mehr Einwohner, besonders im Norden, mit Gasmasken ein.

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Israel macht sich bereit für einen möglichen Krieg im Norden

Die israelische Regierung macht sich zunehmends Sorgen in Bezug auf den anhaltenden syrischen Bürgerkrieg, da dieser zu einem offenen Konflikt zwischen dem jüdischen Staat und der Hisbollah oder syrischen Regierungstruppen führen könnte. Israel warnte wiederholt, dass präemptive Schläge vorgenommen werden, falls syrische chemische Waffen ihren Weg in die Hände der Hisbollah finden werden.

Am Montag berichtete Israels Ynet Nachrichtenportal, dass die Hisbollah Basen neben Lagern aufgeschlagen hat, in denen syrische Massenvernichtungswaffen gelagert sind. Die Terrorgruppe hofft anscheinend, das Chaos in Syrien für ihre eigene Aufrüstung nutzen zu können.

Israel kann eine Situation nicht akzeptieren, in der die Hisbollah chemische Waffen auf seine Bürger richten kann. Premierminister Netanjahu hat daher Medienberichten zufolge mehrere geheime Gespräche mit hohen Militärbeamten und der Armee in die Wege geleitet. Netanjahu sagte zu Abgeordneten des amerikanischen Kongresses, die Israel besuchten, dass die Alternativen in dieser Situation „schlecht, schlecht, oder miserabel“ seien.

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Kurznachrichten

Ägyptens Regierungschef Morsi (im Bild rechts, mit Hamas-Premier Hanijeh), der am Mittwoch zu Gast in Berlin bei Bundeskanzerlin Merkel war, hat versucht, seine 2010 getätigten Aussagen über Juden zu revidieren. Auf einer Pressekonferenz sagte er, sie seien aus dem Zusammenhang gerissen worden und er habe nichts gegen den jüdischen Glauben oder Juden, die ihren Glauben ausleben. Morsi wurde in Berlin mit einem im Internet kursierenden Video konfrontiert, das aus seiner Zeit als hochrangiges Mitglied der moslemischen Bruderschaft stammt. Darin bezeichnet er die Juden als Blutsauger und Nachkommen von Affen und Schweinen. Das Video gibt es unter anderem unter folgendem Link (englisch) zu sehen: http://www.youtube.com/watch?v=1mXnbgsg9DM

Israels Präsident wird heute erwartungsgemäß Premierminister Netanjahu offiziell damit beauftragen, eine neue Regierungskoalition zu bilden. Zuvor trifft er sich noch mit Fraktionsabgeordneten.

Die UN-Menschenrechtsbehörde (UNHRC) in Genf verfasst heute ihren Report über Israels Siedlungsbau. Es ist damit zu rechnen, dass die UNHRC wie schon die Jahre zuvor, Israel aufs Schärfste verurteilen wird. Israel boykottiert diese Ratsitzung.

Der Wasserspiegel des See Genezareth beträgt nach Angaben der israelischen Wasserbehörde —210,71 cm unter dem Meeresspiegel.

 

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