Reproduktionsmedizin Ungeborene Menschen in Gefahr!

Reproduktionsmedizin

Ungeborene Menschen in Gefahr!

Ungeborene Menschen in Gefahr!
Der Gründer der lebensethischen Initiative ProVita, der im Ruhestand befindliche Gynäkologe Wolfgang Furch. Foto: PopPress

Berlin/Hamburg/Bad Nauheim (idea) – Trotz enormer Fortschritte in den vergangenen Jahren birgt die so genannte Reproduktionsmedizin vor allem aus ethischer Sicht nach wie vor zahlreiche Gefahren. Diese Einschätzung gab der Gründer der lebensethischen Initiative ProVita, der im Ruhestand befindliche Gynäkologe Wolfgang Furch (Bad Nauheim), gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea (Wetzlar). Anlass für seine Äußerungen ist ein Bericht der Bild-Zeitung (Augabe 29. Januar) über eine 36-Jährige, die nach einer künstlichen Befruchtung Vierlinge erwartet. Ihr waren ursprünglich zwei Embryonen eingesetzt worden. Diese hatten sich aber im Mutterleib geteilt, so dass die Frau nun zwei eineiige Zwillinge erwartet. Ihr Frauenarzt habe ihr geraten, um zwei Kinder „zu reduzieren“, weil die Risiken der Schwangerschaft zu groß seien. So könnte etwa ein Kind behindert sein oder zwei an Unterversorgung sterben. Im schlimmsten Fall könne die Mutter gar alle Kinder verlieren, weil ihre Gebärmutter nur sechs Kilogramm tragen könne und nicht genug Platz für vier Babys biete. Dem Bericht zufolge hat sich die Frau, die in der 17. Schwangerschaftswoche ist, trotzdem entschieden, die Kinder auszutragen.

Reduzieren heißt nichts anderes als Töten

Wie Furch gegenüber idea erläuterte, bedeute der Begriff „reduzieren“ nichts anderes, als dass eines oder mehrere Föten im Mutterleib getötet würde. Meist werde das mit Gefahren für das Leben der Mutter begründet. In der Tat könnten bei einer Vierlings-Schwangerschaft Komplikationen auftreten. Aus medizinischer Sicht sei es daher verständlich, wenn der behandelnde Frauenarzt die Mutter darüber aufkläre. Eine Reduktion sei aber nicht nur für die Frau eine große seelische Belastung, sondern auch für den Arzt, der den Eingriff vornehmen muss. Denn er müsse entscheiden, welches Kind leben darf und welches nicht. Auch aus diesem Grund habe ProVita schon sehr früh von künstlichen Befruchtungen abgeraten, so der Gründer der Organisation.

Wenn sich der Mensch zum „Mitschöpfer“ aufschwingt

Es sei nicht gut, wenn sich der Mensch zum „Mitschöpfer“ aufschwinge. Mit der Reproduktionsmedizin sei eine „katastrophale Entwicklung“ losgetreten worden, die niemand mehr bremsen könne. Das zeige sich unter anderem bei der Präimplantationsdiagnostik (PID). Dabei werden die bei einer künstlichen Befruchtung entstandenen Embryonen vor der Einpflanzung in den Mutterleib auf mögliche genetische Defekte untersucht. Lebensrechtler befürchten, dass kranke Embryonen „aussortiert“ werden und so der Weg zum „Designer-Baby“ gebahnt wird. Doch diese Art von „Qualitätssicherung“ stehe dem Menschen nicht zu, so Furch. Der Verein ProVita (Langenfeld), der unter dem Dach des Bundes Freier evangelischer Gemeinden arbeitet, nimmt zu ethischen Fragen etwa der vorgeburtlichen Diagnostik, der PID, des Lebensrechts Behinderter und der Sterbehilfe Stellung. In Deutschland gibt es jedes Jahr schätzungsweise 80.000 künstliche Befruchtungen; in 20 Prozent davon kommt es zu Mehrlingsschwangerschaften.

Allianz befürchtet Aufweichung des PID-Gesetzes

Unterdessen warnt die Deutsche Evangelische Allianz vor einer Aufweichung des vom Bundestag beschlossenen PID-Gesetzes, das der Anwendung dieser Technologie enge Grenzen setzt. Der Allianz-Beauftragte am Sitz von Bundestag und Bundesregierung, Wolfgang Baake (Wetzlar), befürchtet, dass die Praxis durch eine Rechtsverordnung, über die der Bundesrat am 1. Februar abstimme, verändert werden soll. Die Allianz schließe sich hier der Kritik der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, der Bundesärztekammer und des Deutschen Ethikrats an. Auch die Vorsitzende der Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung, die frühere Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD), sei der Meinung, dass die vorgesehene Rechtsverordnung dem Willen des Gesetzgebers widerspreche. Der Bundestag habe ein PID-Verbot mit eng begrenzten Ausnahmen beschlossen; hingegen ermögliche der Rechtsverordnungsentwurf eine breite Anwendung.

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