NAI – nach richten Israel Donnerstag, 24. Januar 2013

logo_de_96

Koalitionsfrage noch offen – Stärkung der rechten Parteien erwartet

Gespannt blickt man in Israel auf Benjamin Netanjahu – welche Koalitionspartner wird er sich aussuchen, mit wem eine Koalition bilden? Der ehemalige Außenminister Avigdor Libermann, dessen Partei mit der Likud von Netanjahu fusionierte, äußerte sich jedenfalls schon einmal positiv über etliche Ansichten des Emporkömmlings Yair Lapid, der mit seinen 19 Knessetmandaten einen potentiellen Koalitionspartner darstellt. Es geht hier um den Einzug religiöser Jeschiwa-Studenten in die Armee, Preissenkungen und den Wohnungsmarkt.

Netanjahu soll sich unterdessen bereits mit Vertretern der orthodoxen Schass-Partei getroffen haben. Der Vorsitzende Eli Yishai machte allerdings in einem Interview mit dem Armeeradio heute morgen klar, dass seine Partei in ihren Grundwerten keine Kompromisse eingehen werde, dazu zähle auch die Ausnahme von der Wehrpflicht für Jeschiwa-Studenten.

Rund 220.000 Wahlzettel von Soldaten, Diplomaten und anderen Wählern, die nicht auf regulärem Weg gewählt haben, werden derzeit noch ausgezählt. Israelische Medien berichten, dass sich diese Stimmen zugunsten der rechtsgerichteten Partei „Beit Jehudi“ auszählen könnten, die einen Sitz mehr im Parlament erhalten würden. Es wird erwartet, dass in der endgültigen Sitzverteilung die arabischen Parteien einen Sitz verlieren.

*************************************************

Netanjahu vermittelte Negatives und Lapid Positives

Im Ausland wird der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu entweder gehasst oder verehrt. Die westlichen Regierungen in Europa und Washington haben nicht nur ein Problem mit Netanjahu, sondern grundsätzlich mit der israelischen Politik, die Rücksicht auf biblische Maßstäbe nimmt. Keine neuen territorialen Kompromisse im biblischen Kernland Judäa und Samaria und ein klares Nein zur Teilung von Israels Hauptstadt Jerusalem, haben viele im Ausland verärgert.

Aber für christliche und evangelikale Israelfreunde weltweit, wird Netanjahu gerade deswegen als ultimativer Held gelobt. Besonders in den USA ist der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu unter den evangelikalen und charismatischen Megakirchen und Gemeinden sehr beliebt. Einer seiner engsten Freunde ist Pastor John Hagee, von der Megakirche Cornerstone in San Antonio Texas. Als klar wurde, dass Netanjahus Parteibündnis bei den Wahlergebnissen um ein Drittel Stimmen verloren hatte, haben viele Christen zum Gebet für Netanjahu aufgerufen. Mehr als alle anderen israelischen Politiker, weiß er die biblische Verbindung in der modernen Politik zu integrieren, die der gläubige Christ im Ausland versteht. Oft hat man das Gefühl, dass er unter den Christen beliebter ist, als in seinem eigenen Volk.

Aber als Ministerpräsident hat Netanjahu neben der Außenpolitik und Verhandlungen auch die Aufgabe, sich um gesellschaftliche Probleme im Volk zu kümmern und daran ist Netanjahu gescheitert. Diese Punkte wiederum sind für die Christen im Ausland oft uninteressant, aus ihrer Sicht dreht sich alles nur um die politische Frage von Judäa, Samaria und Jerusalem und zusätzlich die iranische Atomgefahr. Ob die israelische Gesellschaft zufrieden ist, interessiert die evangelikalen Christen oft gar nicht.

Die jüngsten Wahlen zeigten, dass die Mehrheit der israelischen Bevölkerung mit Netanjahus Innenpolitik einfach unzufrieden war. Netanjahu signalisiert eine Art Arroganz, was ihm vom Volk trennt. Damit verlor er die Beziehung zu den ganz normalen Gefühlen der Menschen auf den Straßen, denen zugehört werden muss. Aus diesem Grund sind die zentralen bis linken Parteien stärker geworden. 53 neue Knessetabgeordnete, neue Gesichter, wurden in den 19. Knessetwahlen gewählt. Netanjahu beginnt dagegen seine dritte Amtszeit.

Die Linken werden dem Volk, aber zuerst sich selbst wiederholt beweisen, dass auch sie keinen wahren Frieden mit den Palästinensern abschließen können. In den letzten 20 Osloer Verhandlungsjahren haben Israels linke Regierungen unter Rabin, Peres, Barak und Olmert nicht mehr als die rechten Regierungen erreicht. Es waren die rechten Regierungen in Israel, angefangen von Menachem Begin, die mehr Land abgegeben haben, als die linken Regierungen.

Aber dennoch tut eine frische Hoffnung ab und zu wieder gut, dass es diesmal vielleicht doch zu einem Durchbruch mit den Palästinensern kommen wird. Das genau war es, was der ehemalige Journalist Yair Lapid (siehe Bild) dem Volk Israel im Vorfeld der Wahlen vermittelte: Veränderung und Hoffnung. Netanjahu vermittelte dagegen nur Negatives, wie die Irangefahr und keine Chancen für Frieden. Auch wenn dies stimmen mag, hat man als Bürger Israels nach einer bestimmten Zeit die Nase voll davon und will endlich mal was anderes hören, was Besseres. Ob es der neuen Yesh Atid Partei von Yair Lapid wirklich gelingen wird, ihre Versprechen zu halten, ist eine andere Sache und wird die Zukunft zeigen. „Keine Angst, hinter der Politik steht der Allmächtige, der niemals schlummert und die wahre Kontrolle in seinen Händen hat“, so hat es Eli (47) ein orthodoxer Busfahrer in Jerusalem, gegenüber israel heute formuliert.

******************************************************

Israelische Armee rettet eingeschlossene Palästinenser

Während der Überschwemmungen in Israel Anfang Januar wegen des ungewöhnlich heftigen Sturms, mussten viele eingeschlossene Menschen aus ihren Autos gerettet werden. Eine solche Rettung soll hier besonders bedacht werden: Die Fluten überschwemmten auch viele kleine Straßen im sogenannten Westjordanland. Eine palästinensische Familie wurde so in ihrem Auto gefangen, als das Wasser plötzlich über die Ufer eines nahegelegenen Flusses schoss.

Die Armee benachrichtigte sofort Kommandant Adiya Hazani, der für dieses Gebiet zuständig ist. Hazani und seine Einheit eilten umgehens zur Stelle und fanden 200 – 300 Schaulustige vor sowie mindestens ein halbes Dutzend Menschen, die in ihren Autos eingeschlossen waren.

Hazani sagte später, dass die Situation fatal schien, aber mit der Hilfe eines Bauern und seines Traktors war er in der Lage, jedes Fahrzeug zu erreichen und die Eingeschlossenen in Sicherheit zu bringen.

Als er über die Rettung von Israels Feinden gefragt wurde, sagte Kommandant Hazani: „Unsere Aufgabe in dieser Gegend ist nicht einfach, aber letztlich sind wir doch alle Menschen. Die Armee hat wiederholt darauf hingewiesen, dass die Hilfe für die palästinensische Zivilbevölkerung ein wichtiger Teil unserer Rolle als israelische Soldaten ist.“

Frustrierend ist jedoch die Tatsache, dass Hazanis Verhalten und Einstellung typisch für israelische Offiziere und Soldaten ist, aber es sehr selten in den normalen Medien angesprochen wird. Stattdessen konzentrieren sich die Medien auf ungerechtfertigte Anschuldigungen von Israels Feinden oder auf die wenigen Vorfälle, in denen israelische Soldaten ihre Beherrschung verlieren und sich wirklich schlecht verhalten. Alles nur, um ein negatives Bild des jüdischen Staates zeichnen zu können.

 *******************************************************

Tu Bischwat – Neujahr der Bäume

Eines der Hauptthemen in Israel war und ist das Land. Bis heute wird darüber gestritten, wer welchen Anteil an der „heiligen Erde“ hat. Unsere Vorväter wussten darum wohl schon in weiser Voraussicht, denn die Thora erwähnt nicht umsonst Dinge wie: „Und Abraham pflanzte eine Tamariske in Beerscheba und rief dort den Namen des HERRN, des ewigen Gottes, an.“ (1. Mose 21,33)

Oder die Verhandlungen um Saras Grab (1. Mose 23). Abraham ließ sich dieses nicht schenken, sondern erwarb es käuflich einschließlich aller „Bäume auf dem Feld innerhalb seiner ganzen Grenze ringsum.“ (Vers 17)

Das jüdische Neujahr der Bäume Tu Bischwat (15. Schwat) fällt auf den kommenden Schabbat (26. Januar). Es ist ein fröhliches Fest, an dem vor allem die wunderbaren Früchte aus Eretz Israel verzehrt werden, in erster Linie die in 5. Mose 8,8 genannten Arten: Trauben, Feigen, Granatäpfel, Oliven und Datteln.

Im ganzen Land werden Baumsetzlinge gepflanzt – von Organisationen wie dem „Jüdischen Nationalfonds“ KKL, von Baumschulen, Schulklassen, Touristengruppen, Einzelpersonen. Diese Pflanzaktionen sowie Musikveranstaltungen, Umzüge und Aufführungen auf Straßen und Märkten werden wegen der Heiligkeit des Schabbats auf den Folgetag verschoben.

Wollen auch Sie in Eretz Israel verwurzelt sein?

Dann erwerben Sie sich Ihren Setzling für nur 12,50 €! Klicken Sie hier

 

Tree_planting4

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s