NAI – Nachrichten aus Israel Mittwoch, 16. Januar 2013

 

Viele israelische Araber wählen jüdische Parteien

Die arabische Bevölkerung Israels, 1,6 Mio. an der Zahl, ist frustriert und scheint das Interesse an den Wahlen verloren zu haben. „Wir sind verzweifelt. Jedes Mal wenn wir unsere arabischen Vertreter in das israelische Parlament schicken, kümmern sie sich nur um die Palästinenser (in den Autonomiegebieten), nicht aber um die arabischen Bürger Israels“, sagte Dschamal Chadsch aus der arabischen Stadt Tamara der israelischen Tageszeitung Maariv.

Der Kioskinhaber Mussa Abu Lah aus der arabischen Stadt Schefaram sagte derselben Zeitung, dass sich die arabischen Knessetabgeordneten nicht um die arabische Bevölkerung Israels kümmere. „Weder Ahmed Tibi noch Hanin Zoabi interessieren sich für uns. Die helfen nur sich selbst, nicht uns!“ Die Gleichgültigkeit innerhalb der arabischen Bevölkerung wächst und schadet der Demokratie.

Während der letzten Wahlen im Jahr 2009 haben von den 950.000 wahlberechtigten Arabern in Israel nur 50% von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht, davon wählten auch nur 60% (300.000) arabische Knessetabgeordnete. 40% der arabischen Bürger Israels haben jüdische Parteien gewählt und dies weist darauf hin, dass die arabische Bevölkerung den arabischen Politikern kein Vertrauen schenkt. An den bevorstehenden Wahlen werden nun noch weniger Araber teilnehmen.

In fast allen Privatgesprächen mit Arabern in Israel ist ihre Desillusionierung über ihre Politiker herauszuhören. „Immer wieder werden wir enttäuscht“, erklärte Chadsch. „Anstatt der arabischen Gesellschaft in Israel beizustehen, kämpfen sie in der Knesset den palästinensischen Befreiungskampf. Dafür hat sie keiner gewählt. Nach dem Sturmwetter im Land wurden die Landwirtschaftler im Süden wegen der Naturkatastrophe zum Teil bereits entschädigt. Bei uns im Norden hat sich noch nichts getan und weshalb, weil sich keiner unser arabischen Abgeordneten für uns einsetzt.“

Der arabische Rechtsanwalt Sami Abu Warda aus Haifa sehnt sich nach dem ermordeten Ministerpräsidenten Itzchak Rabin. „Damals unter Rabin fühlten wir uns mehr zum Staat Israel hingezogen. Ich wie auch andere Araber wählen jüdische Parteien wie die linke Meretz.“

Auch Mohammed Seipha aus Akko erklärt laut und deutlich, dass er für keine arabische Partei wählen wird. „Fünf oder sechs arabische Parteien kämpfen nicht um unsere Wählerstimmen, sondern darum, Chaled Maschal (Hamas-Chef) und Mahmud Abbas (Fatah-Chef) zu gefallen. „Ich so wie viele meiner Freunde und Verwandten wählen einfach keine arabische Parteien!“

Laut dem arabischen Rechtsanwalt Fuad Hatib haben Israels Araber die Nase voll von den arabischen Knessetabgeordneten. „Arabische Politiker dienen in der israelischen Knesset bereits über 10 Jahre und nichts haben sie geleistet! An erster Stelle auf ihrer Tagesordnung sollte das sozioökonomische Wohlergehen der israelischen Araber stehen und das Palästinenserproblem erst ab sechster Stelle! Nur so werden mehr Araber wieder ermutigt, zu wählen.“

Die kritischen Stimmen arabischer Politiker, die gerne im Ausland zu hören sind, vertreten nicht die arabische Bevölkerung, die im Staat Israel lebt. Es stimmt, ein Großteil sieht sich mit seinen palästinensischen Geschwistern in den Autonomiegebieten als ein Volk. Aber auf der anderen Seite haben sie auch Augen im Kopf und sehen, was in Israels Nachbarstaaten, in den arabischen Ländern vorgeht. Das Leben als Araber im Judenstaat Israel ist viel besser als in den arabischen Nachbarstaaten.

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Kurznachrichten

Die israelische Armee hat nahe der Grenze zu Gaza auf israelischem Gebiet einen Tunnel entdeckt, der zu Terrorzwecken ausgehoben worden ist und Anschlägen in naher Zukunft dienen sollte. Der Tunnel neben der israelischen Ortschaft Nir Oz konnte entdeckt werden, weil Sicherheitsleute einen Erdeinsturz beobachtet hatten. Die daraufhin alarmierten Soldaten entdeckten den Tunneleingang. Der Einsturz sei nicht durch eine Explosion zustande gekommen, erklärte ein Sprecher der Armee.

Hunderte Palästinenser, die im öffentlichen Dienst arbeiten, darunter Krankenhauspersonal und Lehrer, haben in Ramallah vor dem Regierungssitz des Autonomiepräsidenten Abbas protestiert. Seit drei Monaten haben die Angestellten kein volles Gehalt mehr bekommen, obwohl die UNO die Gelder dafür überwiesen hat.

Der israelische Fußball-Nationalspieler Tomer Hemed wechselt eventuell in die Fußball-Bundesliga. Nach Medienberichten ist der VfB Stuttgart an dem 25-jährigen Mittelstürmer interessiert, der in Haifa geboren wurde und zur Zeit für RCD Mallorca antritt. Der 1,82 Meter große Hemed hat in zwölf Länderspielen für Israel acht Tore erzielt.

Der Wasserspiegel des See Genezareth beträgt nach Angaben der israelischen Wasserbehörde —210,99 cm unter dem Meeresspiegel.

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Bericht: Syrien soll Israel angreifen wenn Assad fällt

Der unter Druck stehende syrische Diktator Baschar el Assad hat Berichten aus Damaskus zufolge seinen Generälen befohlen, Israel mit ballistischen Raketen zu beschießen, sollte er von den Rebellen getötet werden. Die Online Zeitung Inyan Merkazi zitiert syrische Quellen, dass Assad bei einem Treffen mit seinen obersten Generälen Bedenken äußerte, er könne von amerikanischen High Tech Raketen getroffen werden, die vor kurzem an die Rebellen geliefert worden sind, oder von einem gewalttätigen Mob getötet werden, wie es beim libyschen Diktator Muamar Gaddafi der Fall war.

Sollte eines dieser Szenarien eintreffen, soll Assad seinen Generälen befohlen haben, sein beträchtliches Raketenarsenal auf Israel und Ägypten abzuschießen. Der Grund Israel anzugreifen ist offensichtlich. Syrien ist offiziell im Kriegszustand mit Israel und unterstützt Terrorgruppen, die den jüdischen Staat zerstören wollen. Trotz der feindseligen Haltung seiner arabischen Nachbarn würde Assad noch einen positiven Abgang haben, wenn seine letzte Handlung die Zerstörung israelischer Städte wäre.

Assad ist zudem wütend auf Ägypten, weil die neue Regierung der Muslimbrüder die syrischen Rebellen unterstützt, von denen viele die gleiche islamistische Ideologie teilen. Als der syrische Aufstand im letzten Jahr immer intensiver wurde, warnte Assad, dass er das Pulverfass des Nahen Ostens entzünden würde, sollte seine Herrschaft wirklich gefährdet werden. Diese Drohung bleibt eine reale Gefahr.

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