Steinbrück denkt wieder über Gott nach

Glaube

Steinbrück denkt wieder über Gott nach

Der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück. Foto: Daniel Biskup

Düsseldorf (idea) – Der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück denkt nach eigenem Bekunden wieder über „Gott und die letzten Dinge“ nach. Wie er gegenüber der Nordrhein-Westfalen-Ausgabe der „Welt am Sonntag“ sagte, hat bei dieser Wiederannäherung vor allem der EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider (Düsseldorf) eine zentrale Rolle gespielt. In intensiven Gesprächen sei es Schneider gelungen, sein Denken wieder zu öffnen für Fragen des Glaubens und der Religion: „Ich bin ihm sehr dankbar für die Impulse, die er mir dabei gegeben hat – sie haben mir das Bewusstsein für die Dimensionen unserer Existenz jenseits unseres Tuns geschärft.“ Der Sozialdemokrat war bereits mit 18 Jahren aus der Kirche ausgetreten, weil er der Ansicht war, dass die Kirchen zu oft auf der Seite der Mächtigen gestanden hätten und außerdem die Aufklärung behinderten. Rund 40 Jahre später machte er diesen Schritt rückgängig und wurde Mitglied der evangelischen Kirche. Im Oktober hatte er das in der ARD-Sendung „Günther Jauch“ so begründet: „Ich habe festgestellt, dass die Kirche über die Glaubensstiftung hinaus eine enorm wichtige, nicht nur karitative, sondern auch stabilisierende Funktion in dieser Gesellschaft ausübt, und ich würde gerne eine solche Institution stützen wollen.“

Hannelore Kraft: Schneider verkörpert, was evangelische Kirche ausmacht

Steinbrück ist nicht der einzige Politiker, der sich durch Schneider wieder zur Kirche hingezogen fühlt. Auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) räumte gegenüber der „Welt am Sonntag“ ein, wie kein anderer verkörpere Nikolaus Schneider „das, was evangelische Kirche ausmacht“. Wenn jemand seine Hilfe benötige, sei er immer erreichbar „trotz aller Termine, Ämter und Zwänge“. Die ehemalige Katholikin Kraft weiter: „Ich habe das besonders stark empfunden nach der Katastrophe bei der Love Parade in Duisburg im Sommer 2010. In dem Trauergottesdienst hat er eine sehr berührende Predigt gehalten, in einer unglaublich schwierigen Stunde hat Nikolaus Schneider den Angehörigen der Opfer – und uns allen – Halt gegeben.“ Die „Welt am Sonntag“ hatte Wegbegleiter Schneiders anlässlich von dessen Verabschiedung aus dem Amt des Präses der rheinischen Kirche am 3. März um eine persönliche Bilanz gebeten. Nachfolger Schneiders wird der Theologe Manfred Rekowski (Wuppertal). Den EKD-Rastvorsitz behält Schneider aber noch bis 2015.

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