Hoffnung für Haiti

Hilfswerke

Hoffnung für Haiti

Hilfswerke verweisen auf Fortschritte beim Wiederaufbau. Foto: Compassion

Port-au-Prince/Marburg (idea) – Vor drei Jahren zerstörte ein Erdbeben große Teile Haitis. Durch die Naturkatastrophe vom 12. Januar 2010 starben rund 300.000 Menschen; über zwei Millionen wurden obdachlos. Noch immer leben mehr als 350.000 Menschen in Zeltstädten. Bislang wurden bei Geber-Konferenzen rund 12 Milliarden US-Dollar (9 Milliarden Euro) bereitgestellt. Und nach Einschätzung von Hilfsorganisationen gibt es inzwischen Hoffnungszeichen. So verweist das internationale Kinderhilfswerk „Compassion“ (deutscher Zweig in Marburg) auf Fortschritte, die es zusammen mit den christlichen Partnergemeinden erzielt hat. So seien bereits neun erdbeben- und hurrikansichere Schulen neu entstanden. Daneben konzentriere sich das Werk darauf, mittellose Kinder finanziell zu unterstützen, verletzte Kinder medizinisch zu versorgen, Pastoren in posttraumatischer Seelsorge zu schulen und Kleinkredite an Eltern zu vergeben, damit sie sich eine Existenz aufbauen können. Etwa 300 Familien sind heute auf diese Weise in der Lage, für sich selbst zu sorgen – und damit auch Arbeitsplätze für andere zu schaffen.

World Vision: Phase der direkten Nothilfe ist vorbei

Auch das christlich-humanitäre Hilfswerk World Vision (deutscher Sitz in Friedrichsdorf/Taunus) zieht eine positive Bilanz. „Trotz aller Rückschläge hat das Land wieder eine Perspektive und Möglichkeiten, die Zukunft in die eigenen Hände zu nehmen“, sagt Harry Donsbach, Haitiexperte der Organisation. Die Phase der direkten Nothilfe sei vorbei. World Vision widme sich nun besonders den Bereichen Gesundheit und Bildung. Durch die Einrichtung von Lernzentren und die Zusammenarbeit mit Schulen hätten viele Kinder und Jugendliche intensiv gefördert werden können. Aber auch im Kampf gegen die Obdachlosigkeit gebe es Erfolge. Das nach dem Erdbeben neu geschaffene Übergangslager Camp Corail sei mittlerweile eine Kleinstadt mit eigener wirtschaftlicher Infrastruktur geworden. Dort hatte World Vision hurrikanresistente Häuser für mehrere tausend Menschen errichtet, eine Schule in Zusammenarbeit mit dem Bündnis „Aktion Deutschland hilft“ errichtet und Gemeinschaftszentren etabliert.

Wachsendes Interesse an Religion

Ein wachsendes Interesse an Religion unter der Bevölkerung beobachtet indes die Direktorin des Hilfs- und Entwicklungswerkes Oxfam in Haiti, Yolette Etienne. „Religion ist das Herz der Gesellschaft Haitis“, sagte sie der Zeitung „Christian Post“ (Washington D.C.). Zwar gebe es keine Studie darüber, aber es sei deutlich, dass inzwischen weit mehr Menschen die Gottesdienste besuchten als dies noch vor einigen Jahren der Fall gewesen sei. Von den 9,6 Millionen Einwohnern Haitis sind 55 Prozent katholisch, 15 Prozent Baptisten, acht Prozent Pfingstkirchler, drei Prozent Adventisten, 1,5 Prozent Methodisten und 0,7 Prozent Anglikaner. Der Rest ist konfessionslos oder gehört anderen Religionen an. Nach Schätzungen hängen gleichzeitig etwa 70 Prozent der Bevölkerung dem Voodoo-Kult an.

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