NAI – Nachrichten aus Israel Dienstag, 25. Dezember 2012

Israels rechtsorientierte Wähler: säkular und jung
.Noch ein Monat bis zu den Wahlen: Dass der rechtsorientierte Block in den bevorstehenden Knessetwahlen wieder die Mehrheit gewinnen wird, bezweifelt keiner im Land. Eine rechtsorientierte Politik in Israel bezieht sich eher auf die politische Richtung einer Regierung in den Verhandlungen mit den arabischen Feinden. In der Innenpolitik kann diese Regierung eine liberale Linie führen, die mit einer rechten Außenpolitik gegenüber den Arabern nichts zu tun hat.

Daher sind rechtsorientierte Wähler nicht unbedingt religiöse Juden. Was sie nach rechts treibt, ist ihr Misstrauen gegenüber den Arabern, die ihrer Ansicht nach keinen wahren Frieden mit Israel wollen. Sie sind auf der einen Seite gegen jegliche territoriale Kompromisse, betrachten sich aber selbst als liberal und demokratisch. Sie sind skeptisch und wollen aus historischen oder biblischen Gründen nicht auf Land verzichten. Andererseits wollen sie ein freies Leben genießen, was nichts mit der Religiosität zu tun hat.

Gemäß einer aktuellen Umfrage der israelischen Tageszeitung Maariv sind 54 Prozent der rechtsorientierten Wähler säkulare Israelis, 27 Prozent traditionell, 11 Prozent nationalreligiös und 8 Prozent orthodoxe Juden.

Diese Prozentangaben spiegeln übrigens die Aufteilung der jüdischen Bevölkerung in Israel wieder. Die Umfrage zeigt auch, dass mehr säkulare Israelis rechte Standpunkte vertreten, als gemeinhin angenommen wurde:

66 Prozent der Israelis sind gegen einen Palästinenserstaat an der Seite Israels, 23 Prozent sind sich unsicher und nur 11 Prozent dafür.

51 Prozent der Israelis befürworten den umstrittenen Bau im Gebiet E-1 zwischen Israels Hauptstadt Jerusalem und der Siedlerstadt Maale Adumim, 40 Prozent sind unentschieden und nur 9 Prozent sind absolut dagegen.

71 Prozent der jüdischen Bevölkerung sind dafür, dass Juden auf dem jüdischen Tempelberg in Jerusalem beten können, dort wo heute die Al-Aksa- und Omar-Moscheen stehen, 22 Prozent wissen darauf keine Antwort und nur 7 Prozent der Juden sind dagegen.

Säkulare Israelis stimmen also nicht automatisch für linksorientierte Parteien. Hier ist deutlich eine Trennung zwischen dem privaten Leben und Israels nationaler Sicherheit zu sehen. Darüber hinaus sind gemäß derselben Umfrage 30 Prozent der rechtsorientierten Wähler im Land junge Wähler im Alter von 18 bis 30 Jahren.
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Anti-israelische Weihnachtsgrüße aus Irland
christmascard2In Irland werden anti-israelische Weihnachtsgrußkarten verschickt. „Hätte die Mutter Jesu in unseren Tagen gelebt, so wäre die Geburt Jesu in Bethlehem nicht möglich, weil ihnen der Einzug nach Bethlehem durch israelische Soldaten am Checkposten verwehrt würde“, ist dort zu lesen.

Als eine Woche vorher die israelische Botschaft einen „Gedanken zu Weihnachten“ auf ihrer Facebook-Seite veröffentlichte, in dem angemerkt wurde, Maria und ihr Baby Jesus würden heute in Bethlehem als Juden gelyncht werden, wurde sie für ihre „Frechheit“ heftig kritisiert. Die israelische Botschaft entschuldigte sich und löschte die Meldung umgehend.

Nun machte die Botschaft darauf aufmerksam, dass in Irland in den letzten zehn Jahren sehr oft christliche Symbole für anti-israelische Kampagnen missbraucht wurden. „Oft missbrauchen Israelhasser Jesus und Maria als Werkzeug, um Israel vor der ganzen Welt schlecht zu machen“, so die israelische Botschaft in Irland.

Auf den irländischen Grußkarten wird die Geburt Jesu im Stall von Bethlehem zusammen mit Fotos von israelischen Soldaten und leidenden Palästinensern dargestellt. Diese Karten werden mit dem Weihnachtsgruß „Heute könnte Maria ihren Sohn in Bethlehem nicht gebären“ verschickt. Auf einer anderen Weihnachtskarte sind die drei Weisen aus dem Osten zu sehen, die wegen der hohen Sicherheitsmauer nicht nach Bethlehem kommen.

„Das Problem ist, dass nicht wenige Menschen in Irland wirklich glauben, dass Jesus und seine Familie Palästinenser waren. Sie malen die biblische Familie Jesu mit arabischen Kopftüchern und orientalischen Kleidern. Damit ähnelt ihre Kleidung denen der Palästinenser und der Tracht der Beduinen“, erklärte die israelische Vizebotschafterin Nurit Tinary Modai. „Es ist keine Sünde, ab und zu die Welt daran zu erinnern, dass Jesus Jude war!“ Durch Aktionen wie das Verschicken solcher Weihnachtsgrußkarten wird langsam aber sicher die biblische Geschichte um Jesus und Israel verfälscht.
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Israelis sehen keinen Friedenspartner
zweistatenlösungNeuste Umfragen in Israel haben gezeigt, dass die Mehrheit der Israelis nicht glaubt, einen ernsthaften Friedenspartner auf der palästinensischen Seite zu haben – besonders bei einer Führung, an der die Hamas beteiligt ist.

62,4 Prozent der Befragten gaben an, keinen ehrlichen Partner für Frieden zu haben, was der Ansicht der internationalen Gemeinschaft und sogar einiger israelischer Politiker widerspricht. Der israelische Präsident Schimon Peres zum Beispiel, hält Palästinenserführer Abbas für einen wahren Friedenspartner, obwohl dieser mit der Hamas zusammenarbeiten möchte.

Die Israelis können sich einen Frieden in nächster Zukunft zwar nicht vorstellen, sehen aber eine letztendliche Zweistaatenlösung kommen. Eine andere Umfrage hat nämlich gezeigt, dass 58 Prozent denken, dass solch ein Staat bald entstehen werde. Die zweite Umfrage zeigte allerdings auch, dass die jüngere Generation der 18 bis 29-Jährigen weniger von der palästinensischen Führung hält und sie als unehrlich und manipulativ sieht.
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