NAI – Nachrichten aus Israel Freitag, 21. Dezember 2012

Schabbat: Die fokussierte Ruhe
shabbat Ruhe und Aktion sind zwei Pole der Existenz. Was auch immer man tut, man ruht oder man verausgabt sich. Verausgabung ergänzt die Ruhe und Ruhe ergänzt Verausgabung, so wie der Tag die Nacht ergänzt und umgekehrt. Der Leser weiß aus eigener Erfahrung, dass physische Bewegung zu tieferem Schlaf führt und dass man ohne Schlaf keine Energie zur Bewegung hat. Deswegen ist es hier wie bei allen Gegensätzen wichtig herauszufinden, wie die richtige Balance zu finden ist.

Die Frage der Balance zwischen Arbeit und Ruhe ist im Unterschied zwischen dem hebräischen und dem griechischen Verständnis von Zeit und Raum verkörpert. In den Erzählungen Homers kämpfen die Helden Schlachten und gehen auf Reisen. Die Richtung der Aktivität beginnt zu Hause und reicht auswärts in die entferntesten Gegenden der Erde.

Im Falle der Hebräer beschreiben ihre Texte die Eroberung eines Heimatlandes und seiner Besiedlung. Die Richtung der Aktivität ist nach innen. Das Ziel ist, zu einem vorherigen, höheren Status der Menschheit zurückzukehren, in dem der Mensch in einem Garten gelebt hat und es seine Aufgabe war, ihn zu „besiedeln und beschützen“. Die ultimative messianische Vision ist, dass „Jeder unter seiner Weinrebe und seinem Feigenbaum sitzen“ werde. Das Endziel ist die Erreichung von Ruhe, wo Bewegung nicht notwendig ist und Zeit unwichtig wird.

Das Ziel von Technologie ist es, Bewegung zu beschleunigen, schneller und weiter zu gehen, in weniger Zeit und mit weniger Anstrengung. Lasst uns einen Schritt zurückgehen und sehen, welche Erwartungen wir an die moderne Technologie haben und wie uns dies helfen würde. Taschenrechner wurden dafür entwickelt, langsamere und umständlichere Rechenweisen zu ersetzen. Autos und Flugzeuge wurden erfunden, um Zeit und Kraftaufwand zu sparen. In diesen Bereichen hat sich die Technologie bewährt.

Andererseits haben alle erwartet, dass Technologie zu kürzeren Arbeitszeiten führt. Das hat sie aber nicht. Seit Henry Ford die 40 Stundenwoche in den USA eingeführt hat, hat sich dort nichts daran geändert. Stattdessen hat die Technologie eine Invasion unseres Privatlebens gestartet, indem sie die Grenzen zwischen Arbeit und dem Rest des Lebens verwischt hat, und damit verlängert sie noch die Arbeit, die man jetzt ganz bequem auch zu Hause in der Freizeit erledigen kann. Das Heim ist kein Refugium vor der Arbeit mehr und unsere Freizeit hat sich verringert.

Der Grund warum die Technologie in punkto Zeitsparen versagt hat, ist, dass Konzentration auf Aktion nicht Ruhe fördert. Egal wie sehr man versucht, Dinge zu erledigen, es wird immer noch etwas zu tun geben. Es ist sogar so, dass man immer mehr zu tun findet, je mehr man sich darauf konzentriert Dinge zu erledigen!

Die einzige Lösung ist, sich auf Ruhe zu konzentrieren. Eine fokussierte Ruhe ist eine andere, als lediglich eine Ruhe zwischen zwei Aktivitäten. So wie es Konzentration bedarf etwas zu tun, so bedarf es Konzentration, sich richtig auszuruhen. Es bedarf auch einer Anerkennung des Wertes von Ruhe. Wir müssen Zeit für Ruhe zur Verfügung stellen, einfach nur da zu sein und nichts zu erreichen versuchen. Der Schlüssel ist, Zeit für Ruhe und für Aktivität zu reservieren; und darin ist der hebräische Ansatz nachahmenswert.

Im Gegensatz zu den Griechen, die keinen Tag der Ruhe hatten, haben die Hebräer einen Tag für konzentrierte Ruhe bestimmt, den Sabbat. Dieser Tag wird nicht als Pause in der Woche angesehen, sondern als das Ziel der Woche! An diesem Tag nimmt man sich nicht einfach Freizeit, sondern versucht aktiv eine Atmosphäre der Ruhe zu schaffen. Elektronische Geräte sind im orthodoxen Judentum am Sabbat zum Beispiel absolut verboten.

Den Sabbat gibt es auch im Christentum. Als der Westen seine Religion aufgegeben hat, hat er auch sein hebräisches Erbe aufgegeben, um sich exklusiv auf den hellenistischen Ansatz von dauerndem Fortschritt zu konzentrieren.

Das alte Griechenland hat sich verausgabt und ist verschwunden. Die Hebräer sind immer noch da. Ist Ruhe das Geheimnis ihrer Langlebigkeit? Vielleicht ist es das. Vielleicht wird der weise Leser über einen Tag pro Woche ohne technische Geräte nachdenken – einen Tag der Ruhe.
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Umfrage: Palästinenser suchen Gewalt, unterstützen Hamas
TerrorPales Zwei neue Umfragen haben ergeben, dass die Palästinenser seit dem letzten Krieg in Gaza Gewalt gegen Israel noch mehr befürworten als früher und sie die Hamas als Regierung auch im Westjordanland wollen. Eine Studie einer Agentur aus Ramallah hat herausgefunden, dass 87,7 Prozent palästinensischer Araber zustimmen oder sogar stark zustimmen, dass der „bewaffnete Widerstand“, wie die Hamas ihn anwendet, der beste Weg zur palästinensischen Unabhängigkeit sei.

Diese Fragen wurden nach dem acht Tage dauernden Krieg in Gaza gestellt. Israel hat einem Waffenstillstand schnell zugestimmt, obwohl seine Städte weiter beschossen wurden, während sich die Hamas sofort als Sieger dieses Konflikts darstellte.

Eine andere Umfrage zeigte, dass die Hamas auch im Westjordanland an die Macht käme, wenn jetzt Wahlen stattfinden würden. Es scheint als habe die Hamas in den Augen der Palästinenser wirklich gegen Israel gewonnen, da sie in ihrer Gunst gestiegen ist. Es wird hier wieder einmal deutlich, dass die palästinensischen Führer ihre Bevölkerung nicht zum Frieden erziehen, sondern sie lehrt, den zu favorisieren, der Israel am meisten schaden kann.
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Ehrenmorde in Israel bringen die Polizei in Bedrängnis
ehrenmord Der Mord an einem 16 Jahre alten israelisch-arabischen Mädchen durch ihren Bruder vor einigen Wochen, hat kritische Stimmen laut werden lassen, die der israelischen Polizei vorwerfen, zu wenig gegen das Phänomen der „Ehrenmorde“ zu tun. Die Tat geschah vor etwa drei Wochen in einem beduinischen Vorort von Beerscheva. Der 24 Jahre alte Bruder des Mädchens, Ahmed al-Assam, schlitzte ihr nach einer heftigen Diskussion die Kehle auf. Vorher war Aischa mit ihrem Freund zusammengezogen, aber auf Verlangen ihrer Eltern nach Hause zurückgekehrt – mit dem Versprechen, dass ihr Bruder ihr nichts antun werde.

Der Bruder brach sein Versprechen jedoch und ging nach der Tat sogar noch auf die Straße, wo er öffentlich erklärte: „Ich habe sie getötet“. Danach fuhr er zur Polizei und stellte sich. Am vergangenen Sonntag wurde offiziell Klage gegen ihn eingereicht. Während Ahmeds Gerichtsverhandlung warf sein Anwalt der Polizei vor, Appelle von Aischas Freund ignoriert zu haben, der darauf bestand, dass ihr Leben in Gefahr war.

Nach Aussage des Anwalts hat der Freund eine offizielle Beschwerde über Ahmeds gewalttätige Absichten gegenüber seiner Schwester bei der Polizei abgegeben. Dem Freund wurde angeblich gesagt, dass alles gut wird und seine Anklage warten müsse.

Israelische Beamte geraten bei solchen Fällen in eine schwierige Lage. Auf der einen Seite sind sie verpflichtet, alle Bürger Israels zu schützen, andererseits wird ihnen jedoch oft vorgehalten, in die Gesellschaftsstrukturen der Minderheiten (in diesem Fall der Beduinen) einzugreifen. In der Mehrheit der Fälle wird Israel vorgeworfen, das Land zu „judaisieren“ wenn die Regierung eingreift, um israelisches Recht durchzusetzen. Zur gleichen Zeit werden hilflose Opfer wie Aischa das Ziel von barbarischen Verhaltensweisen, die niemand im Stande oder Willens ist zu stoppen.
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